Videodolmetsch hilft bei Sprachbarrieren im Krankenhaus

Werner Zimpel und Mathilde Pechmann sehen das Videodolmetsch-System gerade im Ambulanzbereich als sehr hilfreich.
  • Werner Zimpel und Mathilde Pechmann sehen das Videodolmetsch-System gerade im Ambulanzbereich als sehr hilfreich.
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  • hochgeladen von Martina Weymayer

KIRCHDORF. Das Erheben gesundheitlicher Beschwerden, aber auch etwaiger Vorerkrankungen und Allergien ist wichtig für die Diagnosestellung und eine zielführende Behandlung. Wenn Patienten jedoch weder Deutsch noch Eng­lisch sprechen, stößt die Kommunikation mit Ärzten und Pflegemitarbeitern an ihre Grenzen. Im LKH Kirchdorf bietet hier die Möglichkeit zum Videodolmetsch eine hilfreiche Unterstützung.

Die Untersuchung und Behandlung von Patienten, mit denen sich das Krankenhauspersonal auf Grund von Sprachbarrieren nicht verständigen kann, gestaltet sich oft mühsam. Neben der Befragung nach den Erkrankungssymptomen sind auch Erklärungen von Untersuchungen selbst mit Händen und Füßen oder mit Zeichnungen nicht immer möglich. Denn wie zeichnet man ein Bild, das ausdrückt: "Bitte nach dem Stuhlgang nicht auf die Toi­lettenspülung drücken, wir brauchen eine Stuhlprobe"?

Wenn keine Begleitperson des Patien­ten oder ein Mitarbeiter aus dem eigenen Krankenhaus übersetzen kann, kommt daher seit über einem Jahr ein Videodolmetsch-System zum Einsatz. Hierfür steht den MitarbeiterIn ein Tablet zur Verfügung, mit dessen Hilfe schnell und unkompliziert eine Videokonferenz mit einem professionellen Dolmetscher hergestellt werden, der Anamnesen, Aufklärungen oder Gespräche über den Therapieverlauf übersetzen kann. Einige Sprachen, z. B. Arabisch, Farsi oder Russisch, sind sowohl tagsüber als auch nachts mit nur einer kurzen Wartezeit verfügbar, bei anderen muss ein Ter­min vereinbart werden. Abgesehen von Störungen (etwa Übertragungspro­blemen bei Unwettern) ist das Videodolmetschen durch die schnelle Verfügbarkeit eine große Hilfe. So können unter Umständen aufgrund der Sprachbarriere gefährli­che Missverständnisse vermieden und Zeit und Ressour­cen durch eine gezielte Diagnostik geschont werden.

„Auch die Betroffenen fühlen sich besser betreut, wenn sie merken, dass sie ihre Sorgen und Beschwerden ver­ständlich kommunizieren können, und begreifen, was ihnen erklärt wird“, erklärt Ambulanzlei­ter Werner Zimpel. „Das Video­dolmetsch-System hat uns schon gute Dienste geleistet, es ist einfach in der Handhabung und unabkömmlich. Es sind die wichtigsten Sprachen aufgelistet und mit einem Klick ist man verbunden. Das System ist für alle Beteiligten eine große Unter­stützung.“

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