13.02.2018, 17:35 Uhr

Volkskrankheit Schulterschmerzen: Falsche Haltung im Büro ist schuld

Jürgen Kleinrath, Schulterexperte an der Abteilung für Unfallchirurgie im LKH Kirchdorf.

Je länger man am Schreibtisch oder PC sitzt, desto mehr belastet dies den Schulterbereich.

KIRCHDORF. Die Folgen: Verspannungen und Entzündungen, einhergehend mit massiven Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Dabei würden zur Vorsorge schon einfache Übungen und kurze Pausen helfen.

Studien belegen, dass rund 60 Prozent der Menschen, die täglich länger als drei Stunden am PC arbeiten, über wiederkehrende Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich klagen. „Kein Wunder, ist das Schultergelenk doch das beweglichste, aber auch das komplexeste Gelenk im Körper“, erklärt der Schulterexperte Jürgen Kleinrath vom LKH Kirchdorf. „Um seine Beweglichkeit zu gewährleisten, wird es von fünf Muskeln und mehreren Bändern und Sehnen gehalten. Daher ist es besonders anfällig für schmerzhafte Abweichungen von den normalen Bewegungsabläufen. Durch die eingeschränkte Bewegung und einseitige Belastung wird das gesamte Muskel- und Gelenksgefüge sozusagen verzogen. Es verliert die richtige Position, was zu starken Schmerzen führt“, so Kleinrath.

Hilfreiche Übungen

Mit drei einfachen Maßnahmen kann der Schulter geholfen werden: Am Anfang steht jedenfalls immer ausgiebiges Aufwärmen, indem die Schultern im Stehen locker ausgeschüttelt werden. Anschließend die Schulter hochziehen und wieder fallen lassen.
Dann die Arme kräftig durchschütteln, als würde man Staub davon entfernen wollen.

Für die Schulterrolle sitzt man mit geradem Rücken auf einem Stuhl und bewegt die Schultern in einer langsamen, aufwärtsgerichteten Rollbewegung nach hinten und wieder nach vorne. Am Anfang und am Ende jeder Bewegung fünf Sekunden in dieser Position verharren. Es sollte eine angenehme Anspannung zu spüren sein. Zehn Mal wiederholen.

Für die Übung „Mein Freund der Baum“ geht man in den schulterbreiten Stand: Die Knie
sind leicht gebeugt, Becken ist leicht nach vorne gekippt. In dieser Haltung stellt man sich vor, dass man einen vor sich stehenden Baum umarmt und senkt den Kopf leicht. Durch diese Dehnung des Schulter- und Nackenbereichs kann Verspannungen effizient entgegen gewirkt werden. Fünf Mal wiederholen.

Fotos: gespag


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