03.11.2016, 11:23 Uhr

"Geburtenminus" im Bezirk Kitzbühel - Tirols Bevölkerung wächst mit Zuwanderung

Viele EU-BürgerInnen leben in Tirol, LR Tratter präsentiert die neue Studie. (Foto: Lamd Tirol/Cammerlander)

Zuwanderung, zum größten Teil aus der EU, und ein Geburtenplus in den anderen Bezirken Tirols lässt Bevölkerung wachsen.

TIROL/BEZIRK KITZBÜHEL (elis). Die Tiroler Landesstatistik hat unter dem Titel „Demographische Daten Tirol 2015“ eine Datenerhebung durchgeführt, deren Ergebnisse seit 24. 10. im Internet nachzulesen sind.

Das Bundesland Tirol wächst

Die Geburtenbilanz, errechnet als Differenz zwischen Geburten und Sterbefällen, fällt für Tirol für das Jahr 2015 mit +1.577 Personen positiv aus. Tirol kann nach Wien (+3.405) die zweithöchste Geburtenbilanz aller Bundesländer aufweisen. Wenn auch nicht im Bezirk Kitzbühel. Hier wurde ein Geburtenrückgang gemessen (sowie in Lienz). Doch die Zuwanderung konnte die Verluste aus der Geburtenbilanz ausgleichen und führte trotzdem zu einem Bevölkerungswachstum.

BürgerInnen aus 157 Nationen leben in Tirol

Von den 739.139 EinwohnerInnen Tirols zum Jahresende 2015 besaßen 633.737 Personen (85,7 %) die österreichische Staatsbürgerschaft und 105.402 Personen (14,3 %) eine ausländische Staatsbürgerschaft. Der Ausländeranteil ist im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozentpunkte gestiegen. BürgerInnen aus 157 Nationen leben in Tirol. Der größte Teil der Nicht-ÖsterreicherInnen, nämlich 61,8 %, gehört der Europäischen Union an. Die deutschen Staatsangehörigen nehmen den 1. Rang unter den „stärksten Ausländernationen“ in Tirol ein. 15,6% der Wohnbevölkerung im Bezirk Kitzbühel sind ausländische Staatsangehörige (nach Innsbruck Stadt und Reutte die drittgrößte Anzahl). Mehr als Dreiviertel dieser Personen kommt aus dem EU Raum, knapp die Hälfte davon aus Deutschland. Unter den 10 Gemeinden mit dem höchsten Anteil Nicht-Österreichischer Staatsbürger sind Kitzbühel und St. Johann.

Mehr SeniorInnen als Kinder

Dass auch die Bevölkerung im Geburtenschwachen Bezirk Kitzbühel nicht überdurchschnittlich schnell altert, ist hauptsächlich auf die vergleichsweise junge Altersstruktur der Zuwanderer zurückzuführen, die den Alterungsprozess der Gesellschaft – zumindest in diesem Jahr - ausgleichen konnten. Bis zum Jahr 2009 waren die Kinder den SeniorInnen zahlenmäßig stets überlegen. Seit 2010 hat sich dieses Verhältnis umgekehrt und die Zahl der SeniorInnen liegt über der Zahl der Kinder. Die Bevölkerungsprognosen für die kommenden Jahre zeigen, dass sich der Trend der Alterung der Bevölkerung weiter fortsetzen wird. So werden im Jahr 2035 voraussichtlich nur mehr 15,2 % der TirolerInnen unter 15 Jahre alt sein, während bereits knapp ein Viertel (25,3 %) der Tiroler Bevölkerung 65 Jahre oder älter sein wird.

Kurioses aus der Statistik

Neben den vielen Summen, Durchschnittswerten und anderen Maßzahlen, liefert die Bevölkerungsstatistik auch eine Reihe von Kuriositäten.
Im Jahr 2015 war die jüngste Mutter in Tirol etwa 15 Jahre und 10 Monate alt, der jüngste (bekannte) Vater 18 Jahre und 1 Monat alt. Mit 50 Jahren und 1 Monat bekam eine Tirolerin ein Baby und war damit die älteste Mutter eines Neugeborenen im Jahr 2015. Der älteste (bekannte) Vater war 70 Jahre und 4 Monate alt. Die jüngste Frau schloss 4 Monate nach ihrem 17. Geburtstag die Ehe, während die älteste Braut bereits 81 Jahre und 1 Monat alt war. Der jüngste Mann ist 2015 mit 18 Jahren und 7 Monaten vor das Standesamt getreten, während der älteste Tiroler Bräutigam zum Vermählungstermin schon 92 Jahre und 2 Monate alt war. Lediglich 98 Tage (14 Wochen) dauerte die kürzeste Ehe im Jahr 2015, während die längste Ehe bis zur Scheidung 53 Jahre und 1 Monat hielt.

Die aktuelle Publikation im Internet: www.tirol.gv.at/demographische-daten
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