Vorfall in Klagenfurt
Burschenschafter soll mit Waffe gedroht haben
- Mehrere Personen wollen gesehen haben, dass ein Burschenschafter in einem Klagenfurter Innenstadtlokal eine andere Person mit einer Schreckschusswaffe bedroht hat (Symbolfoto).
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Steckt ein politisches Motiv hinter einem Vorfall in einem Klagenfurter Innenstadtlokal? Mehrere Personen berichten, dass ein Burschenschafter mit einer Schreckschusswaffe in einem Lokal hantiert hat. Die Polizei bestätigt auf Nachfrage einen Einsatz.
VILLACH, KÄRNTEN. Vergangenes Wochenende kam es in Villach zu einem Treffen des Österreichischen Pennäler Ring (ÖPR). Zur Erklärung: Der ÖPR bildet den Dachverband für Burschenschaften in Österreich. Im Vorfeld kam Kritik zum Treffen auf. Im Umfeld von schlagenden Burschenschaften kommt es immer wieder zur NS-Verherrlichung. Diesen März hat die Kleine Zeitung über einen zweifelhaften Vorfall berichtet: Ein Mitglied der schlagenden Burschenschaft Arminia soll das Turm-Stüberl in das "SS-Sturmstüberl" unbenannt haben – eine Video- und Tonbandaufnahme belegt das.
Journalistin berichtet von Drohung mit Schreckschusswaffe
Laut Medienberichten verlief das Burschenschaftertreffen vergangenes Wochenende ruhig und ohne Vorkommnisse. Die Polizei hatte sich aufgrund der angemeldeten Gegendemos in Villach vorbereitet. Die Klagenfurter Journalistin Salma Youssef berichtet jedoch von einem Vorfall in der Klagenfurter Innenstadt in der Nacht von Freitag auf Samstag. Laut mehreren Zeugen soll ein Burschenschafter mit einer Schreckschusswaffe in einem Klagenfurter Innenstadtlokal eine andere Person bedroht haben. "Er soll seine Waffe gezogen und einem der Gäste ins Gesicht gehalten haben – scheinbar handelte es sich um eine Schreckschusspistole. Der Wirt des Nachbarlokals hat daraufhin die Polizei gerufen", schildert Youssef.
Prüfung der Strafrelevanz
In den offiziellen Aussendungen des Pressedienstes der Landespolizei Kärnten wurde der Vorfall nicht erwähnt. MeinBezirk Kärnten hat heute bei der Pressestelle auf Nachfrage nachgehakt und bestätigt bekommen, dass es zu einem Einsatz in Klagenfurt gekommen ist. "Eine 21-jährige Person hat mit einer Schreckschusspistole hantiert. Die Pistole wurde daraufhin sichergestellt und ein vorläufiges Waffenverbot wurde ausgesprochen", sagt Werner Pucher von der Presseabteilung. Die Causa liegt derzeit bei der Staatsanwaltschaft auf. "Es wird geprüft, ob es zu einer Strafverfolgung kommt oder nicht", sagt Pucher. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Polizei spricht von "Streiterei"
Steckt ein politisches Motiv hinter dem Vorfall? Das kann die Polizei nicht bestätigen. "Laut dem Bericht der Beamten wurde kein Motiv für die Streiterei genannt", sagt Pucher. Es soll zu einer "verbalen Auseinandersetzung" gekommen sein. Ob es sich bei der Person mit der Schreckschusswaffe um einen Burschenschafter handelt, kann Pucher nicht bestätigen. Auf mehrfache Nachfrage heißt es: "ein 21-jähriger junger Mann".
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