Hilfswerk: Pflege muss verbessert werden

Fordern Aktionsplan für Pflegeberufe: Die Hilfswerk-Präsidenten Elisabeth Scheucher-Pichler und Othmar Karas sowie Geschäftsführer Horst Krainz (von links)
  • Fordern Aktionsplan für Pflegeberufe: Die Hilfswerk-Präsidenten Elisabeth Scheucher-Pichler und Othmar Karas sowie Geschäftsführer Horst Krainz (von links)
  • Foto: KK/HIlfswerk, Lobitzer
  • hochgeladen von Verena Polzer

KLAGENFURT. Zum bevorstehenden Tag der Arbeit warnt das Hilfswerk Kärnten bei einer Pressekonferenz vor einem Pflegenotstand und fordert nun einen Aktionsplan für Pflegeberufe. Denn, so zeigt Othmar Karas, der Präsident des Hilfswerks Österreich auf: „Die Zahl derer, die aktuell eine berufliche Laufbahn in der Pflege einschlagen wollen, deckt bei weitem nicht mehr die Nachfrage am Arbeitsmarkt. Wenn die Politik nicht rasch handelt und die Rahmenbedingungen im Pflegesektor ändert, droht diesem Land ein veritabler Pflegenotstand.“ Laut Wifo werde sich die Zahl der Pflegegeldbezieher österreichweit von aktuell 455.000 Personen bis 2050 auf knapp 750.000 erhöhen, allein in den nächsten zehn Jahren um mehr als 20 Prozent.
Das bestätigt auch Hilfswerk-Kärnten-Präsidentin Elisabeth Scheucher-Pichler: „In Kärnten stellt sich die Situation nicht anders dar, der demografische Wandel schreitet voran. Allein im vergangenen Jahr konnten rund 100 Fachkräfte unser Team im Pflegebereich verstärken. Auch jetzt suchen wir Personal aller Qualifikationsstufen."

Einheitliche Regelung bei Gehältern im Pflegebereich gefordert

Karas sieht die Verantwortungsträger nun in der Pflicht: „Unternehmen können die Organisation und den Berufsalltag von Pflegekräften positiv gestalten, nicht aber die Rahmenbedingungen der Pflegebranche im Allgemeinen, hier ist die Politik gefragt.“
Neben einer Ausweitung und Anpassung der Ausbildungsplätze fordert das Hilfswerk auch gerechtere Entlohnungsmodelle.

"Immagekampagne ist zu wenig"

Horst Krainz, Geschäftsführer des Hilfswerks Kärnten, bringt dazu ein konkretes Beispiel: „In Kärnten müsste man die Gehälter denen der KABEG-Pflegekräfte angleichen und dazu bedarf es einer dementsprechenden Finanzierung des Landes. Es kann nicht sein, dass Pflegekräfte außerhalb der Landesgesellschaften weniger verdienen. Gleiche Arbeit für gleiches Geld! Neue, attraktive und gut entlohnte Arbeitsplätze können nur dann weiterhin geschaffen werden, wenn auch die Förderverträge des Landes dementsprechend angepasst und erhöht werden. Eine Imagekampagne des Landes wird zu wenig sein.“

Mitarbeiter für die Mobile Pflege

„Vor allem im Bereich der mobilen Pflege werden wir in den nächsten Jahren dringend neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen, da die Menschen nicht in Heimen, sondern im eigenen Zuhause alt werden möchten. Die Politik ist den Menschen verpflichtet und muss daher alle notwendigen Maßnahmen setzen und Menschen da unterstützen, wo sie Hilfe benötigen und erwarten“, so Präsidentin Scheucher-Pichler.

Pflegeberuf muss attraktiver werden

„Um hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu bekommen, muss man vor allem an der Attraktivität der Pflegeberufe und des Arbeitsplatzes an sich arbeiten“, so Krainz. Deshalb biete das Hilfswerk seinen Mitarbeitern bereits jetzt eine Vielzahl an Zusatzangeboten, von Fortbildungen bis zu Sport- und Gesundheitsaktivitäten.
„Als Unternehmen mit einem Frauenanteil von rund 95 Prozent wissen wir um die Herausforderungen zwischen Beruf und Familie. Auch hier unterstützen wir als Arbeitgeber. So bieten wir beispielsweise Hilfe bei der Kinderbetreuung an Fenstertagen an. Allen voran stehen aber unsere flexiblen Arbeitszeiten. Denn nur dann ist es Menschen mit Familie möglich, wieder in den Pflegeberuf einzusteigen“, so Präsidentin Scheucher-Pichler abschließend.

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