Verein Lila Winkel
Filmpremiere „Ich bleibe fest - Ostajam neomajen"
- Foto: Verein Lila Winkel
- hochgeladen von Melita Reiter
Klagenfurt – Zahlreiche Besucher versammelten sich am Abend des 20. Oktobers 2025 im Kärntner Landesarchiv, um bei der Filmpremiere von „Ich bleibe fest – Ostajam neomajen“ dabei zu sein. Der gut gefüllte Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Die Veranstaltung wurde per Videokonferenz übertragen, somit konnten über 800 Teilnehmer aus dem In- und Ausland dabei sein, darunter Vertreter:innen der slowenischen Volksgruppe und Angehörige der Opferfamilien.
Die Dokumentation thematisiert die religiöse Verfolgung von Jehovas Zeugen in Kärnten während der NS-Zeit am Beispiel der Familie Wohlfahrt. Historisch nachgestellte Szenen zeigen das Bild einer liebevollen und glücklichen Großfamilie, die brutal vom NS-Regime auseinandergerissen wurde. Die Zuschauer wurden im Film auf eine emotionale Reise zu Originalschauplätzen mitgenommen und erhielten tiefere Einblicke in die Geschichte.
Im Rahmen des Premierenabends stellte die Historikerin Dr.in Mag.a Nadja Danglmaier von der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, besondere Erinnerungszeichen und Denkmäler in der Erinnerungslandschaft Kärntens heraus, die auch für Zeugen Jehovas eine Rolle spielen, wie das „Denkmal für ermordete Zeugen Jehovas" in Techelsberg, das „Denkmal der Namen" in Villach und Hermagor, die „Gedenkstätte für die NS-Opfer im Oberen Drautal" in Greifenburg, sowie das "Mahnmal für die Opfer für ein freies Österreich" am Friedhof Annabichl.
Peter Stocker, Vorstand des Vereins Lila Winkel und Initiator der Dokumentation, erzählte mehr über die Hintergründe und den emotionalen Werdegang des Filmprojektes und bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfern, die den Film und den Premierenabend möglich gemacht haben.
Außerdem präsentierte Dr.in Gerti Malle ihr neues Buch „Jehovas Zeugen in Österreich – Widerstand und Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus“ – ein umfangreiches fast 600-seitiges Nachschlagewerk mit Biografien aus ganz Österreich. Auf die Frage nach der Motivation für ihr „Lebenswerk" antwortete sie:
„Gedenkarbeit ist mehr als das Sammeln von Zahlen, Daten und Fakten. Es ist Herzensbildung und wir müssen die Geschichten weitererzählen."
Für den sehr berührenden musikalischen Rahmen sorgten Cornelia Ribitsch am Piano, Raphael Kessler auf der E-Gitarre und Clemens Angermeier mit dem Saxophon.
Stefan Ribitsch moderierte souverän den Abend und verabschiedete die Besucher mit den Worten: "Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern trotz Angst das Richtige zu tun, daher: Bleiben Sie mutig." Was für ein passender Abschluss im besonderen Erinnerungsjahr 2025.
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.