Kommentar
Für die Fisch
- hochgeladen von Rebekka Sadiki-Peckary
KLOSTERNEUBURG. „Das ist doch nur ein Tümpel.“ „Die Natur regelt das schon.“ „Was soll ich als Einzelner schon ändern?“ – Sätze wie diese hören wir oft, wenn Umweltprobleme zur Sprache kommen. Sie sind bequem. Und sie helfen uns, wegzuschauen.
Dabei geht es hier nicht um ein paar Fische. Es geht um einen Lebensraum, der über Jahrzehnte gewachsen ist und den wir oft erst dann vermissen, wenn er verschwunden ist. Die Au ist kein dekorativer Hintergrund für den Sonntagsspaziergang. Sie ist ein fein abgestimmtes System, in dem jedes Gewässer, jede Muschel und jeder Fisch seinen Platz hat. Bricht ein Teil davon weg, bleibt das nicht ohne Folgen.
Vielleicht fällt uns das gerade deshalb so schwer zu begreifen, weil sich diese Veränderungen schleichend vollziehen. Kein dramatischer Knall, kein spektakuläres Ereignis. Nur ein Seitenarm weniger. Etwas weniger Wasser. Weniger Fischbrut. Weniger Leben. Bis irgendwann das, was selbstverständlich war, nur noch Erinnerung ist.
Wir Menschen neigen dazu, Probleme erst ernst zu nehmen, wenn sie uns unmittelbar betreffen. Wenn der Lieblingsbadeplatz verschwindet. Wenn der Garten unter Wassermangel leidet. Wenn Hochwasser oder Hitze zur Bedrohung werden. Doch Verantwortung beginnt früher – dort, wo wir hinschauen, obwohl es uns noch nicht selbst trifft.
Es ist eben (nicht) „für die Fisch“, ob wir uns um unseren Lebensraum kümmern. Denn am Ende verlieren nicht nur die Fische ihre Heimat, sondern auch wir ein Stück unserer eigenen.
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