Oper
Festspiele Erl liefern mit "Lucia di Lammermoor" besten Wahnsinn
- "Lucia di Lammermoor" ist ein Meilenstein der Operngeschichte – in Erl wurde die Oper effektvoll in Szene gesetzt.
- Foto: Xiomara Bender
- hochgeladen von Barbara Fluckinger
Schöner Gesang und der reine Wahnsinn in Erl: Wenn Emotion, Tragik und Opernglück mit künstlerischen Bestleistungen in "Lucia die Lammermoor" aufeinandertreffen.
ERL. Die Vorzeichen standen für die Festspiele Erl schon im Vorfeld gut: Die drei Vorstellungen für Gaetano Donizettis "Lucia die Lammermoor" für Ende Dezember 2025 und Anfang Jänner 2026 waren im Vorhinein restlos ausverkauft. Dabei hatten sich die Festspiele damit in dieser Spielsaison an einen Meilenstein der Operngeschichte gewagt.
Gelungenes Gesamtpaket
Erl wandelte dabei auf Pfaden, die irgendwo zwischen Schönheit und Wahnsinn liegen, und beschritt bei dieser Inszenierung mit Sicherheit den richtigen, gelungenen Weg. Optisch punkteten die Festspiele Erl mit einem opulenten, düsteren und gleichzeitig beeindruckenden Bühnenbild. Aber auch die verständlichen Symbole, die in die Aufführung verwoben wurden, die kleinen Details mit großer Wirkung, waren es, die zum außerordentlich gut gelungenen Gesamtpaket beitrugen.
Theater oder Irrenhaus?
Wer sind die Zuseherinnen und Zuseher in den Logen? Theaterbesucher oder doch Ärzte in einem Irrenhaus? Erl wagte mit diesem Bühnenbild übrigens auch eine Anspielung auf das Leben Donizettis. Der gefeierte Opernkomponist wurde nämlich selbst rund drei Jahre vor seinem Tod gegen seinen Willen in ein Irrenhaus verfrachtet, wo er 17 Monate verbringen musste. So war auch der Wahnsinn in dieser Inszenierung allgegenwärtig.
- Die katalanische Sopranistin Sara Blanch und der australisch-chinesische Tenor Kang Wang zeigten eine starke gesangliche Leistung.
- Foto: Xiomara Bender
- hochgeladen von Barbara Fluckinger
Gesangliche Höchstleistungen
Aber auch gesanglich und schauspielerisch konnte Erl mit "Lucia di Lammermoor" gänzlich überzeugen. Getragen vom Orchester und Chor der Tiroler Festspiele Erl lieferten die Sängerinnen und Sänger "schönen Gesang" vom Feinsten. Allen voran begeisterte die katalanische Sopranistin Sara Blanch als Lucia. Sie zeigte eine besonders starke gesangliche Leistung. Schon im ersten Teil wurde sie mit frenetischen Bravo-Rufen aus dem Publikum und lang anhaltendem Applaus dafür belohnt. Begleitet von einer Glasharmonika kulminierte Blanchs Gesang in Lucias Wahnsinnsszene ("Il dolce suono") zum Höhepunkt der Oper. Doch auch der australisch-chinesische Tenor Kang Wang zeigte eine starke Dartstellung von Edgardo und wurde verdient mit viel Applaus belohnt. Fazit: Eine wahnsinnig gut gelungene Aufführung, die Lust auf mehr macht.
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