Bahnausbau Schaftenau-Radfeld
Gemeinde Langkampfen legt Forderungskatalog vor

Die Gemeinde Langkampfen legte den ÖBB Planern nun einen Forderungskatalog vor, der für den Ort Verbesserungen gegenüber der jetzigen Planung zum Bahnausbau bringen soll. (Symbolfoto)
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  • Die Gemeinde Langkampfen legte den ÖBB Planern nun einen Forderungskatalog vor, der für den Ort Verbesserungen gegenüber der jetzigen Planung zum Bahnausbau bringen soll. (Symbolfoto)
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Mit einem der ÖBB nun vorgelegten Forderungskatalog will die Gemeinde Langkampfen Verbesserungen gegenüber der jetzigen Planung zum Bahnausbau in Langkampfen herbeiführen.

LANGKAMPFEN (bfl). Die Gemeinde Langkampfen will mit den ÖBB hinsichtlich des Trassenbaus zum Eisenbahnprojekt "Schaftenau – Knoten Radfeld" weiterverhandeln. Zu seiner Verhandlungsposition hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 8. Oktober einen einstimmigen Beschluss gefasst. Einen Tag später, am Mittwoch, den 9. Oktober legte die Gemeinde Langkampfen der ÖBB-Infrastruktur AG einen Forderungskatalog vor.
Dieser soll im Kern Verbesserungen gegenüber der jetzigen Planung herbeiführen und laut Gemeinde "zumutbare und faire Ausgleichs-Maßnahmen für einen langfristigen Gesundheits- sowie Lärmschutz" der Bevölkerung sicherstellen. Die Gemeinde Langkampfen wolle ihre Zustimmung in Bezug auf den viergleisigen Ausbau der Unterinntalbahn nur geben, wenn die Forderungen durch die ÖBB erfüllt werden, wird im Forderungskatalog festgehalten.

"Minus 5 dB" bei Lärm sollen bleiben

In Sachen Lärmschutz pocht die Gemeinde auf die Beibehaltung von „Minus 5 dB“ auf Dauer – dies durch aktive Lärmschutzmaßnahmen. Die Lärmbelastung soll also weiterhin fünf Dezibel unter den rechtlich vorgeschriebenen Werten bleiben. Auch im Bereich der gesamten offenen Trassenführung dürfe es zu keiner Schlechterstellung gegenüber dem Istzustand in punkto Lärmbelastung kommen, fordert die Gemeinde. Eine weitere Kernforderung im Katalog: künftige Entwicklungen im Gemeinde- bzw. Siedlungsgebiet müssten langfristig gewahrt bleiben.

Viele Einzelinteressen bei Ausbau

Es gehe im Forderungskatalog nicht nur um Lärmschutz und den Trassenbau an sich, betont Langkampfens Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser. Auch die Infrastruktur, die die ÖBB im Zuge des Bahnausbaus schaffen muss, ist ein wichtiges Thema auf dem eingereichten Papier. "Es geht um eine Unmenge an Einzelinteressen bzw. Aktivitäten, die rund um diese Bahn zu treffen sind. Das Ziel der Gemeinde ist, dass in Summe aus diesem Projekt auch eine Chance für die Gemeinde entsteht, sich in der Gesamtheit weiterzuentwickeln", sagt Ehrenstrasser.

Von Bürgerinitiative "abgenabelt"

Die Gemeinde geht mit dem Forderungskatalog noch einmal an den Verhandlungstisch mit der ÖBB – dies dezidiert einzeln. "Als Gemeinde haben wir den Auftrag, in Sachgespräche mit der Bahn zu gehen. Deswegen haben wir uns auch von den entstehenden Bürgerinitiativen abgenabelt, denn eine Bürgerinitiative sitzt nicht am Verhandlungstisch. Sie kann utopisches und rechtsfernes Wunschdenken irgendwo einbringen." Für die Gemeinde gehe es aber darum, dass auf dem Stand der Technik und auf dem Stand der Rechtsnormen etwas entwickelt werde. "Alles in allem kann man sagen, dass nach Abschluss der Bauarbeiten gegenüber der jetzigen Lärmsituation wesentliche Verbesserungen stattfinden werden", zeigt sich Ehrenstrasser dennoch überzeugt.

Bürgerinitiative kritisiert Gemeindeführung

Die BI in der Gemeinde übte bereits Mitte September in einem offenen Brief harsche Kritik an der Gemeindeführung – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten. Sie kritisierte, dass "die gewählten Vertreter", insbesondere Bürgermeister Andreas Ehrenstrasser, ihre Ämter "offenbar gegen die Interessen einer Mehrheit von Bürgerinnen und Bürgern" wahrnehmen würden. Der Knackpunkt liegt hauptsächlich beim Thema Lärm. "Die jetzige bereits vorhandene Verkehrsbelastung und der damit verbundene Lärm sprengt bereits jetzt alle Grenzen und erlaubten Höchstwerte und trifft bei den Verantwortlichen auf Ignoranz", so die Bürgerinitiative. Sie forderte im offenen Brief unter anderem die Führung einer "eingehausten" ÖBB Bahntrasse und Verknüpfungsstelle, "konstruktive Pläne" für die Baulogistik ohne Belastung für die Bevölkerung und diverse Lärmschutzmaßnahmen.

Ball liegt bei ÖBB

Das Planungsteam der ÖBB, dem der Forderungskatalog übergeben wurde, führt am Freitag, den 11. Oktober ein Grundsatzgespräch mit dem Aufsichtsrat der ÖBB in Wien, um unter anderem auch über die Situation in Langkampfen zu berichten. Mit dem dortigen Ergebnis, werden die Planer dann in weitere, detailliertere Gespräche gehen.

Mehr Beiträge zum Thema BBT-Nordzulauf finden Sie hier.

Die Gemeinde Langkampfen legte den ÖBB Planern nun einen Forderungskatalog vor, der für den Ort Verbesserungen gegenüber der jetzigen Planung zum Bahnausbau bringen soll. (Symbolfoto)
"Das Ziel der Gemeinde ist, dass in Summe aus diesem Projekt auch eine Chance für die Gemeinde entsteht, sich in der Gesamtheit weiterzuentwickeln", sagt Langkampfens Bgm. Andreas Ehrenstrasser.
Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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