Repair Café "repariert" Wegwerfdenken

Die Helfer erklären den Repair Cafe besuchen direkt vor Ort wo das Problem liegt.
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WÖRGL (bfl). Das vor rund drei Jahren in Tirol ins Leben gerufene Repair Café ist schon längst mehr geworden als nur eine gute Idee und erfreut sich auch 2017 vieler Besucher im Bezirk. So auch das Repair Café im Tagungshaus in Wörgl am 14. Jänner. Die Kernidee des ursprünglich aus den Niederlanden stammenden Konzepts besteht darin, defekte Gegenstände nicht einfach auf den Müll wandern zu lassen. Stattdessen soll auf Nachhaltigkeit gesetzt und der Ressourcenverbrauch verringert werden. "Man soll auch gemeinsam lernen, fähiger zu werden und Gebrauchsgegenstände sorgsamer zu behandeln", sagt Tobias Muster vom Verein "komm!unity", welcher das Café in Kooperation mit dem Tagungshaus in Wörgl veranstaltet. Koordiniert wird das Repair Café landesweit vom Tiroler Bildungsforum, welches für die Ausrichtung Starterpakete mit allen notwendigen Materialien für die jeweiligen Veranstalter zur Verfügung stellt. Das Projekt ist eine gemeinsame Initiative von Land Tirol, ATM und dem Tiroler Bildungsforum.

Alles von Kaffeemaschine bis Staubsauger
Defekte Haushaltsgeräte, zerissene Jeans oder nicht funktionieren wollende Computer – alles was leicht transportiert werden kann, darf ins Repair Café mitgebracht werden. Jeder Gegenstand erhält dann eine Nummer. Wird diese aufgerufen, müssen die Besucher zu den jeweiligen Helfern kommen, um sich das Problem und vor allem die Lösung dazu gemeinsam anzuschauen. Garantie für eine erfolgreiche Reparatur gibt das Repair Café keine, aber einen Versuch ist es immer wert. Als Klassiker der vergangenen Jahre bezeichnet Tobias Muster hier vor allem Kaffeemaschinen, Staubsauger und Nähmaschinen.
In Wörgl gibt es das Repair Cafè seit zwei Jahren, wobei es immer vom Verein "komm!unity" veranstaltet wurde. Der Auftrag dazu kam sowohl von Teilen der Zivilgesellschaft, als auch vom Ausschuss der Stadtgemeinde Wörgl für Technik, Umwelt und Energie. Die Resonanz in der Bevölkerung ist sehr gut, wobei in Wörgl durchschnittlich 70 bis 120 Besucher zum Repair Café kommen. "Ich kannte das Repair Café schon von Innsbruck und mir hat die Idee sehr gut gefallen", meint Repair Café Besucherin Maria, die wegen eines Computerproblems gekommen ist. In der Regel können rund 30 bis 50 Prozent aller gebrachten Gegenstände gleich vor Ort repariert werden, meint Tobias Muster.

Freiwillige Helfer und Allrounder
Die Helfer beim Repair Café arbeiten ehrenamtlich und kommen oft als Experten aus ihrem tatsächlichen Beruf, wie Beispielsweise aus der Elektriker- oder der Programmierbranche. Viele der freiwilligen Helfer sind auch einfach gute "Allrounder" und so kann es schon einmal passieren, dass ein Holzexperte sich bei der Reparatur einer Boschsäge versucht. Der Helfer Herbert beim Repair Café Wörgl erklärt, dass manchmal gewisse Teile oder Stecker fehlen würden. In solchen Fällen muss sich der Besucher an den Hersteller wenden oder mit dem Ersatzteil zum nächsten Repair Café kommen.
Die Veranstaltung in Wörgl konnte dieses Mal mit zwei Besonderheiten aufwarten: die Einbindung von Flüchtlingen und Jugendlichen. Dank der Vermittlung durch die TSD, die Tiroler Sozialen Dienste, konnten vier Näherinnen aus dem Flüchtlingsheim Badl in Wörgl für die Veranstaltung gewonnen werden. Darüber hinaus waren fünf Jugendliche des Jugendprojekts "I-Motion" aktiv und haben tatkräftig im Ablauf des Cafés mitgeholfen. Zwei davon, Lucas (14) und Niclas (12), waren bei der "ErklärBAR" stationiert, wo Jugendliche die Bedienung von Elektrogeräten wie Handys oder Tablets erklären.

Die nächsten Repair Cafés im Bezirk finden am 11. Februar statt:
  • Repair Café Angerberg, in der Dreiklee Halle Angerberg, von 13 bis 17 Uhr
  • Repair Café St. Gertraudi, im Flüchtlingsheim St. Gertraudi Landhaus, von 13 bis 16 Uhr
  • Die Termine aller Repair-Cafés in Tirol und weitere Informationen finden sich unter www.repaircafe-tirol.at

Autor:

Barbara Fluckinger aus Kufstein

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