Transit
Kufstein spricht sich gegen Scheiteltunnel bei Plöckenpass aus

Der Plöckenpass ist eine der wichtigsten Verbindungsstraßen nach Italien im oberen Gailtal. Nun spricht die italienische Seite von dem möglichen Bau eines Scheiteltunnels.   | Foto: MeinBezirk
4Bilder
  • Der Plöckenpass ist eine der wichtigsten Verbindungsstraßen nach Italien im oberen Gailtal. Nun spricht die italienische Seite von dem möglichen Bau eines Scheiteltunnels.
  • Foto: MeinBezirk
  • hochgeladen von Dominik Lach

Nach dem Felssturz ist der Bau eines Scheiteltunnels unter dem Plöckenpass im Gespräch. Das würde eine neue Transitroute bis nach Kufstein bringen. Bürgerinitiativen, aber auch die Stadt Kufstein, sprechen sich dagegen aus.

BEZIRK KUFSTEIN, OSTTIROL. Lange war es um einen Ausbau rund um den Plöckenpass ruhig gewesen, der Felssturz am 1. Dezember 2023 brachte jedoch den Stein buchstäblich wieder ins Rollen.
Rund fünf Monate nach dem Felssturz starteten die Sicherungsarbeiten an der bestehenden Passstraße auf italienischer Seite. Gleichzeitig wurden nach dem Felssturz aber auch wieder drei Varianten für Transit entlang der Plöckenroute diskutiert.

Italien: Vorstoß für Scheiteltunnel

Auf dem Tisch lagen ein Basistunnel, ein Scheiteltunnel oder eine anders trassierte, nicht Felssturz-gefährdete Passstraße auf der italienischen Seite. Zur Prüfung wurde eine gemischte italienische und Kärntner Arbeitsgruppe eingesetzt. Obwohl diese Prüfung bisher nicht abgeschlossen ist, zeichnet sich ab, dass man sich für eine Scheiteltunnel-Variante entscheiden könnte – zumindest auf italienischer Seite. 
Laut einem Schreiben der Bürgerinitiative (BI) "Stop Transit - Osttirol" hat sich die zuständige Landesrätin Cristina Amirante am 30. Juli 2025 – laut BI vor allem auf Druck der Wirtschaftskammer Pordenone-Udine und der Industriellenvereinigung Confindustria Udine – schon auf eine Scheiteltunnel-Variante festgelegt.

Derzeit gibt es eine neue Prüfung von drei Varianten für eine dauerhafte Lösung. | Foto: stockadobe/ AnnaReinert
  • Derzeit gibt es eine neue Prüfung von drei Varianten für eine dauerhafte Lösung.
  • Foto: stockadobe/ AnnaReinert
  • hochgeladen von Dominik Lach

Tunnel als "beste" Lösung

Amirante argumentiert, dass der Tunnel die Entstehung von Transit-Schwerlastverkehr verhindern würde. Der Tunnel würde nicht nur den Berggebieten des Friaul nützen, sondern der ganzen Region Friaul-Julisch-Venetien und daher den nordadriatischen Häfen Triest, Monfalcone und Porto Nogaro. Der 4,1 km lange Tunnel sei die Lösung, die den Anforderungen des Gebiets am besten entspreche: Er garantiere Sicherheit, eine auch im Winter durchgehende Verbindung und schütze den touristischen und ökologischen Charakter des Passes. "Er ist die nachhaltigste und modernste Wahl, die von Institutionen und Wirtschaftsverbänden unterstützt wird", erklärte Amirante. 
Allerdings wäre der notwendige Ausbau in Kärnten, Tirol und Salzburg von der öffentlichen Hand zu tragen – bislang ohne Aussicht auf EU-Fördermittel. Der Bau eines Tunnels würde zudem mindestens zehn Jahre in Anspruch nehmen. 

Bist du für oder gegen einen Scheiteltunnel entlang der Plöckenroute?

Bürgerinitiativen dagegen

"Eine alpenquerende Transitroute für den Schwerverkehr bzw. Hafenverkehr bzw. aus der industriestarken Region ist ja gerade der Hauptzweck dieses Tunnels", sagen indes die Vertreter der Bürgerinitiative Stop Transit - Osttirol. 
Auch die Bürgerinitiativen im Oberen Gailtal, im Oberen Drautal und in Osttirol sowie die Alpenvereinssektion Obergail-Lesachtal äußerten sich kritisch und sagen Nein zum Tunnel: "Wir verwehren uns gegen die von der Plöckenpass-Lobby kolportierte Behauptung, dass sich 'alle einig' seien und den Tunnel befürworten." Auch auf österreichischer Seite sei die Tunnellösung nicht konsensfähig. Kolportierte Berichte, wonach sich alle Bürgermeister des Gailtales darüber einig seien, seien schlichtweg falsch, so die Initiativen.
Sollte eine die oben angesprochene Variante kommen, würde eine neue alpenquerende Lkw-Transitstrecke entstehen, die über Oberkärnten, Osttirol, Pinzgau und nicht zuletzt über St. Johann i.T., Kitzbühel und Kufstein führen würde. Die Bürgerinitiative Stop Transit - Osttirol wandte sich daher auch in einem Schreiben an den Kufsteiner Bürgermeister mit der Bitte, gegen den Bau eines Plöckentunnels zu intervenieren.

"Ich spreche mich klar gegen den Bau eines 4,1 km langen Scheiteltunnels am Plöckenpass (Passo di Monte Croce Carnico) aus", sagt Kufsteins Vize-Bgm. Stefan Graf.  | Foto: Barbara Fluckinger
  • "Ich spreche mich klar gegen den Bau eines 4,1 km langen Scheiteltunnels am Plöckenpass (Passo di Monte Croce Carnico) aus", sagt Kufsteins Vize-Bgm. Stefan Graf.
  • Foto: Barbara Fluckinger
  • hochgeladen von Barbara Fluckinger

Das sagt Kufstein

"Ich spreche mich klar gegen den Bau eines 4,1 km langen Scheiteltunnels am Plöckenpass (Passo di Monte Croce Carnico) aus. Aus meiner Sicht gibt es weder für die Gemeinde Kufstein noch für die Region ein Interesse, einem solchen Vorhaben zuzustimmen", sagt Kufsteins Vize-Bürgermeister Stefan Graf (in Vertretung von Bgm. Martin Krumschnabel). Die Transitroute würde unweigerlich durch oder an Kufstein vorbeiführen. Die negativen Auswirkungen auf Bevölkerung und Umwelt wären entlang der gesamten Strecke deutlich spürbar.

"Die Belastung durch den Schwerverkehr ist in unserer Region bereits heute zu hoch. Alle Maßnahmen, die diesen Verkehr attraktiver machen, sind daher aus meiner Sicht konsequent abzulehnen",

sagt Graf. Er betont, dass es sinnvoller wäre, über eine Verschärfung des sektoralen Fahrverbots, eine Ausweitung von Nacht- und Feiertagsfahrverboten, einen schnelleren Ausbau alternativer Transportwege oder die Einführung eines strengen Slot-Systems zu diskutieren.
In Kufstein selbst habe man zwar nur begrenzte Möglichkeiten, auf eine solche überregionale Entwicklung Einfluss zu nehmen. "Sollte das Projekt jedoch ernsthaft in Betracht gezogen werden, werden wir alle zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen – von Resolutionsanträgen im Gemeinderat über direkte Gespräche mit Land und Bund bis hin zu Initiativen im Gemeinde- oder Städtebund – um diese Entwicklung zu verhindern", so Graf abschließend. 

Weitere Beiträge zum Thema Wirtschaft aus dem Bezirk gibt’s hier.
Die Nachrichten des Tages im WhatsApp-Kanal „MeinBezirk Tirol“ gibt's hier.
Aktuelle Nachrichten aus dem Bezirk Kufstein gibt’s hier.

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren:

Europa rückt für Plöckentunnel zusammen
Wörgl setzt Spatenstich für neuen Waldkindergarten
Mount Med Resort setzt in der Wildschönau auf Chalets
ORF Radio Tirol Sommerfrische startet die Woche in Kramsach
Der Plöckenpass ist eine der wichtigsten Verbindungsstraßen nach Italien im oberen Gailtal. Nun spricht die italienische Seite von dem möglichen Bau eines Scheiteltunnels.   | Foto: MeinBezirk
Noch bis 24. August ist der Plöckenpass durchgehend offen. Ab dem 25. August gilt dann wieder: Montag bis Freitag von 6:00 bis 21:00 Uhr und samstags und sonntags von 6:00 bis 22:30 Uhr. | Foto: MeinBezirk
Derzeit gibt es eine neue Prüfung von drei Varianten für eine dauerhafte Lösung. | Foto: stockadobe/ AnnaReinert
"Ich spreche mich klar gegen den Bau eines 4,1 km langen Scheiteltunnels am Plöckenpass (Passo di Monte Croce Carnico) aus", sagt Kufsteins Vize-Bgm. Stefan Graf.  | Foto: Barbara Fluckinger
Du möchtest regelmäßig Infos über das, was in deiner Region passiert?

Dann melde dich für den MeinBezirk.at-Newsletter an

Gleich anmelden

Anzeige
Foto: Franziska Marhold
1

Vorschau, Chancen & WM Wetten
Österreichs WM-Traum lebt: Die Chancen bei der WM

Österreich blickt optimistisch auf die Fußball-WM. Alle Infos zur ÖFB-Vorschau, Chancen des Nationalteams sowie spannende WM Wetten und Fußballwetten online bei bet-at-home Sportwetten. Die Vorfreude auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft steigt, das österreichische Nationalteam hat das Teamcamp in Santa Barbara bezogen. Und darf sich berechtigte Hoffnungen auf ein starkes Turnier machen. Nach überzeugenden Leistungen in der Qualifikation sowie bei den Testspielen und einer klar erkennbaren...

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Folge uns auf:
Anzeige

MEDALP Sportclinic
Karpaltunnelsyndrom behandeln

Nächtliches Kribbeln in den Fingern, eingeschlafene Hände oder zunehmender Kraftverlust entwickeln sich oft schleichend. Viele Betroffene nehmen erste Symptome zunächst kaum ernst, obwohl dahinter häufig ein sogenanntes Karpaltunnelsyndrom steckt – eine der häufigsten Nerveneinengungen im Bereich des Handgelenks. Abgestimmte BehandlungGerade bei Beschwerden dieser Art zeigt sich, wie wichtig eine präzise Abklärung und eine abgestimmte Behandlung sind. Denn nicht jede Diagnose bedeutet...

  • Tirol
  • Imst
  • Werbung MeinBezirk Tirol
Anzeige
„Wenn ich meine Aufmerksamkeit auf das richte, was ich verloren habe, entsteht Enttäuschung. Wenn ich auf das schaue, was ich alles habe, entsteht Dankbarkeit", sagt Wassner. | Foto: REHA Zentrum Münster
6

Leben mit multipler Sklerose
„Ich dachte: Mein Leben ist vorbei.“

Eine Diagnose, die alles verändert. Andreas Wassner lebt mit Multipler Sklerose und findet in der Rehabilitation im REHA Zentrum Münster Unterstützung und neue Perspektiven für seinen Alltag. MÜNSTER. Als bei Andreas Wassner 2003 bei einer MRT-Untersuchung erstmals Läsionen entdeckt werden, ist die Diagnose Multiple Sklerose zunächst ein Zufallsbefund. „Ich habe damals gegoogelt. Das war ein schwerer Fehler“, erzählt Wassner. „Mein erster Eindruck war: Mein Leben ist vorbei!“ Viele Jahre bleibt...

  • Tirol
  • Werbung MeinBezirk Tirol
Die wichtigsten News direkt auf dein Handy.  | Foto: MeinBezirk Tirol
1 4

Service
Die Nachrichten des Tages im WhatsApp Kanal "MeinBezirk Tirol"

MeinBezirk Tirol ist auf WhatsApp! Abonniere unseren Kanal MeinBezirk Tirol und erhalte die News aus deiner Region direkt aufs Handy. TIROL. Ab sofort kannst du dich direkt über WhatsApp mit uns verbinden, um die neuesten Nachrichten, Geschichten und Updates aus Tirol zu erhalten. Egal, ob es um lokale Ereignisse, wichtige Ankündigungen oder inspirierende Geschichten geht - wir bringen sie direkt auf dein Handy! Um unserem WhatsApp-Kanal beizutreten, musst du nur folgende Schritte ausführen: ...

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Foto des Tages einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Du möchtest selbst beitragen?

Melde dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.