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Bauern sprechen in Söll über Hofübergabe, EU und Nachhaltigkeit

LK-Präsident Josef Hechenberger, Jakob Fuchs jun., Gerda und Jakob Fuchs sen., Ortsbauernobmann Stefan Krall, Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Bezirksbäuerin Christine Lintner, Bezirksstellenleiter Simon Hörbiger und Bezirksobmann Michael Jäger  (v.l.) am Hinterfirsthof in Söll. | Foto: LK Tirol
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  • LK-Präsident Josef Hechenberger, Jakob Fuchs jun., Gerda und Jakob Fuchs sen., Ortsbauernobmann Stefan Krall, Vizepräsidentin Helga Brunschmid, Bezirksbäuerin Christine Lintner, Bezirksstellenleiter Simon Hörbiger und Bezirksobmann Michael Jäger (v.l.) am Hinterfirsthof in Söll.
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Diese Themen bewegen die Bauern und Landwirtschaftskammer dieser Tage: Fokus auf EU-Jubiläum, Hofnachfolge und nachhaltige Perspektiven sind Themen beim Auftakt der LK-Bezirksrunde.

SÖLL, BEZIRK KUFSTEIN. Mit einem Pressetermin am Hinterfirsthof in Söll eröffnete die Landwirtschaftskammer Tirol kürzlich ihre diesjährige Bezirksrunde. Neben einem Rückblick auf 30 Jahre EU-Mitgliedschaft standen aktuelle Herausforderungen der Land- und Forstwirtschaft im Mittelpunkt – allen voran die Themen Hofübergabe und Zukunft der Agrarpolitik.

Politik hat sich verändert

„Die Landwirtschaftspolitik hat sich mit dem EU-Beitritt radikal verändert“, betont LK-Präsident Josef Hechenberger. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) habe ein neues System eingeführt, das auf die Versorgung der Bevölkerung mit leistbaren Lebensmitteln ziele. In Österreich wird dieses Ziel unter anderem durch das ÖPUL-Programm umgesetzt, das eine nachhaltige, umweltgerechte Bewirtschaftung fördert. 91 Prozent der Tiroler Betriebe nehmen daran teil. Hechenberger fordert jedoch praxisnahe Vorgaben: „Da gibt es sicher Optimierungsbedarf.“

Strategie für die nächste GAP-Periode

Die derzeitige GAP-Periode läuft bis 2027 – Halbzeit also. Für die Landwirtschaftskammer ist das der richtige Zeitpunkt, um neue Weichen zu stellen. Vizepräsidentin und Landesbäuerin Helga Brunschmid verweist auf einen Strategieprozess des Landwirtschaftsministeriums, dessen Ergebnisse nun in Tirol weitergedacht werden. Ein vorrangiges Anliegen: „Die Entbürokratisierung, die alle fordern und dringend umgesetzt werden muss.“

Heuer wird ein Schwerpunkt auf das Thema Hofübergabe bzw. –übernahme gelegt. (Symbolfoto)  | Foto: Barbara Fluckinger
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Hofübernahme als Schlüsselfrage

Ein weiteres Schwerpunktthema ist die Hofnachfolge. Christine Lintner, Bezirksbäuerin und Obfrau des Ländlichen Fortbildungsinstituts Tirol, sieht darin einen zentralen Punkt für bäuerliche Familien: „Die Übergabe ist ein sensibler, aber zentraler Bereich für alle Familienmitglieder.“ Neben individueller Beratung gibt es spezielle Seminare im Rahmen des Projekts „Lebensqualität Bauernhof“.
Auch Bezirksobmann Michael Jäger unterstreicht, wie wichtig funktionierende Übergaben für eine flächendeckende Bewirtschaftung seien. In einer Region, in der das Prinzip „wachsen oder weichen“ durch die Topografie an Grenzen stößt, sei die Vielfalt an Betrieben entscheidend. Herausforderungen wie Bodendruck oder Wildtiere seien zwar gegeben, doch „gerade in der Zusammenarbeit mit dem Tourismus sehen wir große Chancen für die Zukunft.“

Ein Hof mit Geschichte und Vision

Gastgeber des Auftakts war Familie Fuchs vom Hinterfirsthof in Söll, die den Hof seit 1930 bewirtschaftet. Heute umfasst der Betrieb 17 Hektar Grünland und rund 18 Milchkühe, deren Milch an das Projekt „Zurück zum Ursprung“ geliefert wird. Neben Tierhaltung setzt die Familie auf Urlaub am Bauernhof und eine prämierte Schnapsbrennerei – ein Betriebsteil, der sich seit dem Bau der neuen Brennerei 1998 stetig entwickelt hat.
Jakob Fuchs sen. freut sich über das Engagement der jungen Generation: „Ich habe mit 30 Jahren den Betrieb übernommen, das möchte ich so weitergeben. Es ist gut, dass die Jungen schon mit Freude dabei sind.“

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Heuer wird ein Schwerpunkt auf das Thema Hofübergabe bzw. –übernahme gelegt. (Symbolfoto)  | Foto: Barbara Fluckinger
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