"Viking"-Grün wird mit Jahresmitte (fast) verschwinden

Josef Koller, Peter Pretzsch und Wolfgang Simmer (v.l.) präsentierten einmal mehr die Bilanz des Gartengeräteherstellers "Viking" in Langkampfen.
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  • Josef Koller, Peter Pretzsch und Wolfgang Simmer (v.l.) präsentierten einmal mehr die Bilanz des Gartengeräteherstellers "Viking" in Langkampfen.
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LANGKAMPFEN (nos). Es sind "spannende Dinge, die da in Langkampfen abgehen", meinte "Viking"-Pressesprecher Christian Dag am 25. April zum Auftakt der alljährlichen Bilanzpräsentation des Langkampfner Gartengeräteherstellers. Um das weitere Wachstum des Unternehmens zu decken, wird in Schaftenau momentan die insgesamt vierte Baustufe des "Kompetenzzentrums" realisiert. Bis Jahresende sollen dort auch 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Bis Mitte 2018 soll die Umstellung von "Viking" auf "Stihl" in weitesten Teilen vollendet sein, so die Rasenprofis.

Wieder Rekordumsatz bei "Viking"

Der Markenwechsel dominierte die Abläufe der vergangenen Monate in Langkampfen: "Langweilig ist hier niemandem geworden", meinte Geschäftsführer Peter Pretzsch, der im Rahmen der Präsentation auch seinen Rückzug aus der "Viking"-Chefetage ankündigte.
"Unsere Ziele waren nach vielen Rekordjahren nicht unsprotlich" erklärte Pretzsch zur Ausgangssituation im Geschäftsjahr 2017, gute Auftragslagen und "gut gewappnet" mit Produktneuheiten waren die Gartengerätehersteller bereits zu Beginn zuversichtlich und konnten "den Trend fortsetzen". Mit 381, 871 Millionen Euro Umsatz gelang eine Steigerung im Verlgeich zum Vorjahr um 43 Prozent. Von 2015 bis 2017 habe "Viking" den Umsatz beinahme verdoppelt, freut sich Pretzsch. Auch weiterhin soll kräftig ausgebaut werden, auch bei den Mitarbeiterzahlen. Kürzlich hat das Unternehmen in Schaftenau die 500-Mitarbeiter-Marke überschritten, bis Ende des Jahres sollen heuer 100 neue Arbeitsplätze geschaffen worden sein.
Die Bilanzsumme des Unternehmens, 241,272 Millionen Euro, "resultiert zum Teil auch aus Maßnahmen im Zuge des Markenwechsels", so Pretzsch. Die Eigenkapitalquote liegt bei 49 Prozent, bzw. 117,344 Millionen Euro.
Mit dem Wechsel zur orangen Muttermarke "Stihl" verspricht sich die Führung in Schaftenau "einige sehr eindeutige Vorteile". Die höhere Bekanntheit solle mehr Zugkraft entwickeln und damit die "Absatzchancen erheblich steigern", meinte Pretzsch. Auch neue Märkte in Amerika und Asien seien durch "Stihl" besser zugänglich. Rund anderthalb Jahre lang beschäftigen sich die Schaftenauer ebenso wie "Stihl" in der Österreich-Zentrale in Vösendorf und dem Hauptsitz im deutschen Waiblingen mit dem Markenwechsel. "Das geht nicht nebenher", erklärt Pretzsch zum "recht hohen Aufwand" in Sachen Anpassung und Änderung: "Wir sind damit sehr gut unterwegs gehen davon aus, dass alle Produkte rechtzeitig für die Händler verfügbar sein werden." Gleichzeitig würden allerdings jene Bestellungen, die noch für "grüne Geräte", also "Viking"-Produkte eingingen, auch als solche ausgeliefert. Auch "grüne" Ersatzteile will "Viking" noch für die kommenden zehn Jahre für Kunden und Service-Partner vorrätig halten.

Erste orange Mäher-Serie

Bereits umgestellt wurde die neueste Akku-Rasenmähergeneration. Die sieben Modelle (3 Compact & 4 Pro) und der dazu passende Mulcher sind bereits als "Stihl"-Mäher realisiert worden, um die Verbindung zu den weiteren Akkuprodukten von "Stihl" besser abbilden zu können. "Für den Endkunden wird die Palette dadurch transparenter und attraktiver", ist sich die Unternehmensleitung sicher.
Noch in "grün" wurden die beiden neuen Benzin-Rasenmäher der "Serie 4" (MB 448 PC & MB 448 PT) präsentiert. In Österreich finden sie sich noch nicht im Sortiment. Ebenfalls neu und noch "grün" sind die beiden Neuen der "Serie 6" und die neueste "iMow"-Robotermäher-Generation (MI 422 PC), die nun per App-Steuerung programmier- und bedienbar ist und der Rasenlüfter "LE240", der nun kleinste Vertikutierer mit Fangkorb im Sortiment mit 1500 Watt Leistung durch seinen Elektromotor.

Weiter Wachsen mit Werk und Personal

"Wenn man keinen Platz mehr hat, wird's schwierig", meinte Josef Koller und gab einen kurzen Einblick in den aktuellen Stand der Baumaßnahmen am vierten Bauabschnitt des "Kompetenzzentrums" in Langkampfen. Zwei Fußballfelder, rund 16.000 Quadratmeter überbauter Fläche, misst der neueste Gebäudeteil, dessen Spatenstich am 29. September des Vorjahres erfolgte und der mit Ende des Jahres 2018 fertig gestellt sein soll. Neben einem vollautomatischen Kleinteilelager, Produktionsflächen, Lernwerkstätte und weiteren Räumen im Inneren, soll auf dem Dach des Neubaus eine Teststrecke für die Robotermäher eingerichtet werden. Kommende Woche wird aber zuerst die Beton-Bodenplatte gegossen: 400 Mischwägen werden dafür im 15-Minuten-Takt insgesamt 3.300 Kubikmeter Beton anliefern, um das in 14 Tagen zu schaffen. Mit dem neuen Bauteil sollen auch 100 neue Arbeitsplätze im "Kompetenzzentrum" geschaffen werden, es gäbe einen "bunten Strauß an Offerten", so Pretzsch.

Optimistischer Ausblick des scheidenden Chefs

Für den "Viking"-GF war es die achte und letzte Bilanzpräsentation in dieser Rolle, Pretzsch kündigte an, in Kürze das Unternehmen zu verlassen. Sein Ausblick auf das aktuell anlaufende Geschäftsjahr ist durchaus optimistisch, trotz "etwas mühsamem" Start. Mittlerweile seien aber "Wetter und Saison angesprungen", die "nächsten Wochen werden den Weg weisen", meinte Pretzsch. Seine Progonoe für 2018: "Insgesamt werden wir auch 2018 wieder ein schönes Wachstum darstellen können."
Ab Juli wird im Langkampfener Ortsteil Schaftenau dann "komplett in Orange gefertigt, Kunden, die grün bestellt haben, werden natürlich auch grün bekommen", so Pretzsch. Zudem bekräftigte der GF: "Die Marke wird gehalten, wir werden auch künftig für unsere Kunden und Servicepartner 'Viking'-Ersatzteile verfügbar halten".
Peter Pretzsch übernahm 2011 die Geschäftsführung von Nikolas Stihl, dem Enkel des Unternehmes-Gründers Andreas Stihl.

Über "Viking"

"Viking" wurde 1981 in Kufstein gegründet, 1984 wurde der erste Rasenmäher dort gefertigt, 1992 übernahm "Stihl" die "Vikinger" in die Unternehmensgruppe. 2001 übersiedelte "Viking" nach Langkampfen, ins Gewerbegebiet Schaftenau. 2007 und 2012 wurde das Werk bereits zweimal erweitert, nun steht der dritte Ausbau an.
Aktuell sind rund 500 Mitarbeiter bei "Viking" beschäftigt, bis Ende 2018 sollen es etwa 580 sein. Seit 2012 stieg die Mitarbeiterzahl von 317 auf nun 500 und der Umsatz von 14 Millionen Euro auf 381,87 Millionen Euro. Die Exportquote liegt seit Jahren konstant bei 98 Prozent, Hauptmärkte sind neben Deutschland besonders die Benelux-Staaten, Frankreich, Polen, Großbritannien und Skandinavien.
Die Unternehmensgruppe, die "Stihl Holding AG & Co KG", bilanzierte 2017 mit Umsatzerlösen von insgesamt 3,7918 Milliarden Euro und einem Mitarbeiterstand von rund 15.900 Mitarbeitern.

Autor:

Sebastian Noggler aus Kufstein

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