17.01.2018, 06:00 Uhr

Keine Saison für Winterwanderer in der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental

Eine Saisonkarte für einheimische Winterwanderer gibt es bis Dato noch nicht.

Wunsch nach Wintersaisonkarte für "Fußgänger" und Wanderer statt Einzelfahrten-Tarif. Bergbahnen GF: "Werden das im Frühjahr noch einmal besprechen".

BEZIRK (bfl). Das Angebot der SkiWelt Wilder Kaiser Brixental lässt für Touristen und Skifahrer in der Wintersaison wohl kaum Wünsche offen. Eine Lücke in der Bandbreite an Saisonkarten und Paketen bildet allerdings das nicht vorhandene Angebot für Fußgänger und Winterwanderer: Nicht-Skifahrer, die gelegentlich eine Bergfahrt auf einen der Gipfel unternehmen wollen, um dort auf einer Hütte die schöne Aussicht genießen zu können, müssen in der SkiWelt meist tief in die Tasche greifen. Dies trifft vor allem einheimische Wanderer.

Saisonkarte für Wanderer und Fußgänger gefordert

Mit einem besonderen Anliegen ist der Wörgler Balthasar E. bereits im Jahr 2015 an die Bergbahnen Söll herangetreten. Der Wörgler ist Teil einer privaten Wandergruppe, die Dank der Saisonkarte im Sommer diverse Gipfel im Gebiet der SkiWelt Wilder Kaiser-Brixental besucht. Er wünscht sich ein ähnliches Angebot für die Wintersaison – nämlich eine günstigere Karte für Personen, die abseits vom Wintersport auf einer der Gipfelhütten einkehren wollen.
Derzeit kostet eine Berg- und Talfahrt auf Gipfel im Skigebiet zwischen 15 und rund 21 Euro. Für eine Gondelfahrt auf den Gipfel der Hohen Salve inklusive Talfahrt zahlt ein Erwachsener 18 Euro. Das sei für gelegentliche Winterwanderer zu teuer, meint Balthasar E. "Ich fahre nicht für 20 Euro auf den Gipfel, um einen Kaffee zu trinken."
Die SkiWelt bietet zwar seit der heurigen Wintersaison Winterwanderpässe für "Fußgänger" an, diese sind allerdings nur als 5- und 6-Tages-Pässe für 70 und 80 Euro pro Erwachsenem erhältlich. Inkludiert sind dabei zwei Berg- und Talfahrten täglich (einmal Vormittag und einmal Nachmittag).
"Die SkiWelt verfügt ja über ein hochmodernes Zugangssystem, bei dem es keinerlei Problem darstellen kann, etwa eine solche "Fußgängersaisonkarte Winter" auf je eine Berg- und Talfahrt auf den Hauptliften pro Tag zu beschränken", argumentiert der Wörgler. Für ihn wäre die Einführung einer solchen Karte ein Ausdruck der Wertschätzung für die Einwohner im Bezirk. Viele davon, vor allem Nicht-Wintersportler und Pensionisten, würden wenig bis kaum vom Wintertourismus profitieren, müssten aber den verstärkten Straßenverkehr sowie Belastung durch Lärm und Abgase dennoch in Kauf nehmen.
Auch von Seiten des Pensionistenverbandes würde man ein solches Angebot begrüßen. "Wir machen jede Woche eine Wanderung. Da wäre ich selbstverständlich dafür, wenn man die Aufstiegshilfe verbilligen könnte", sagt der Bezirksobmann des Pensionistenverbandes (PVÖ) Kufstein Johannes Lanner. Ihn störe auch, dass die Preise für Einzelfahrten im Skigebiet nicht überall gestaffelt seien und eine Auffahrt auf die Mittelstation teilweise gleich viel koste wie jene auf den Gipfel.

Umstellung bedürfe Softwareänderung

Grundsätzlich stelle man sich dem Anliegen nicht entgegen, sagt Walter Eisenmann, der Geschäftsführer der Bergbahnen Söll. Eine Umstellung hinsichtlich einer derartigen "Saisonkarte" müsse aber über das Software und Hardware Unternehmen "Skidata" erfolgen. Dies sei allerdings nicht so einfach umsetzbar und bedarf einer Softwareänderung, die während der Saison nicht durchführbar sei. "Wir werden das im Frühjahr noch einmal besprechen und uns von der Skidata die Kosten für eine solche Umstellung präsentieren lassen", sagt Eisenmann. Wenn man dem zustimme und es zu einer Einführung einer neuen Saisonkarte für Winterwanderer und Fußgänger kommen sollte, könnte dies also frühestens in der nächsten Wintersaison geschehen.
Ein Grund warum es bis Dato noch kein solches Angebot gibt, könnte womöglich auch mit einem anderen Thema zusammenhängen. In der SkiWelt steht man derzeit einer steigenden Anzahl von Skitourengehern gegenüber, die nicht nur vermehrt Parkplätze, sondern auch Pisten benützen. Vielleicht befürchte man hier auch einen weiteren Zustrom mit den Winterwanderern, vermutet Balthasar E., sieht hier aber einen markanten Unterschied zu den Skitourengehern:  "Die Wanderer gehen aber nicht auf die Piste und stören nicht."
Er werde erneut den Kontakt mit den Bergbahnen Söll suchen und mit dem Geschäftsführer reden, sagt Balthasar E. abschließend. Vielleicht werde es dann in der nächsten Saison ein neues Angebot für Winterwanderer und Fußgänger geben.
Das Anliegen kann unterstützt werden: E-Mail mit Namen und Adresse an kaiser@hinauf.tirol.
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