18.06.2017, 13:30 Uhr

KOMMENTAR: Eigenverantwortung ist am Berg oberstes Gebot

Sebastian Noggler – snoggler(at)bezirksblaetter.com
So tragisch der Zwischenfall auf der Kranzhornalm auch ist, irgendwann läuft die Schuldfrage einfach ins Leere. Ist die Kuh schuld, wenn sie ihr Kalb verteidigt? Ist der Almwirt schuld, weil er dort Kühe hält, wo Wanderwege durch's Gelände führen? Ist "die Tourismusindustrie" schuld, weil sie die Idylle weidenden Almviehs plakativ vermarktet? Ist die Landwirtschaft mit ihrem Interesse für Mutterkuhhaltung verantwortlich? Oder ist es der Wanderer, der sich mit Hund auf den Berg begiebt, obwohl vor dem Spannungsverhältnis Kuh-Hund seit Jahren gewarnt wird?
Die Organisationen auf allen Seiten – von Landwirtschaftskammer über Tourismusverbände bis zu den Freizeitsport-Verbänden und -Vereinen – informieren in verschiedensten Formen und Varianten über die Gefahr auf der Almweide. Übrig bleibt dann nur noch die Selbstverantwortung am Berg. Solche Risiken werden nie komplett kontrollier- und regelbar sein, sonst würde man ja auch schon lange keinen Sandalenträgern mehr auf den Wegen und Steigen begegnen.
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