06.02.2018, 14:26 Uhr

Reform der "ungerechten und unökologischen" Pendlerpauschale gefordert

Ingrid Felipe und Helga Krismer (re.) in Wörgl. (Foto: Grüne)

Grüne Wahlkampfunterstützung aus Niederösterreich im Tiroler Wahlkampf

WÖRGL (red). Zu einem gemeinsamen Pressegespräch luden am Montag, dem 5. Februar, Ingrid Felipe und die auf Heimatbesuch weilende Helga Krismer in Wörgl – beide Spitzenkandidatinnen der Grünen in ihrem Bundesland. Die gebürtige Hopfgartnerin Krismer schaffte Ende Jänner für die Grünen in Niederösterreich souverän den erneuten Einzug in den Landtag. Felipe war sozusagen "auf Durchreise" in Wörgl, sie war unterwegs zum "Transit-Gipfel" in München.

Zu Gast in Tirol steht für Helga Krismer außer Frage, wofür es die Grünen möglichst stark brauche: "In Tirol ist durch die Regierungsbeteiligung so viel gelungen, was wir uns auch für Niederösterreich wünschen. Man muss sich nur die leistbaren Tiroltickets und den Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ansehen", ist Krismer begeistert. Sie sieht die Grünen als unbestrittene Kämpfer für die Umwelt – und das alleine auf weiter Flur. Gerade im sensiblen Alpenraum sei die Umwelt- und der Klimagefährdung durch die intensive Nutzung, den Transit und die vielen Begehrlichkeiten das bestimmende Thema. Der Individualverkehr trage ebenfalls zur dazu bei. „Das Auto ist zusätzlicher Klimatreiber, dem wir nur mit mehr Öffis und nachhaltiger Mobilität entgegentreten können“, so Krismer.

 „So lange Pendeln mit dem Auto vom Staat selbst dann belohnt wird, wenn Öffentliche Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, wird der Umstieg nicht so schnell gelingen, wie es notwendig ist", meint Ingrid Felipe. Sie spricht sich für eine grundlegende Reform der bundesgesetzlich geregelten Pendlerpauschale aus. Das Öffi-Fahren gehöre für Felipe dementsprechend finanziell zumindest gleichgestellt: „Dann werden noch mehr Menschen umsteigen.“
In der Reform müsse auch die derzeitige 20km Anrechnungsgrenze fallen. "Jemand der von Wörgl nach Kufstein mit dem Zug fährt, bekommt derzeit keinen Euro, weil es unter 20 km Distanz sind. Geht es nach uns, soll ab dem ersten Kilometer für die Öffi-Nützung ein steuerlichen Vorteil geltend gemacht werden können."

Das Öffi-Angebot sei mittlerweile so gut, dass bei vielen Fahrstrecken auf das Auto verzichtet werden könne. Hier sei von allen Beteiligten ganze Arbeit geleistet worden, hebt Felipe hervor und verweist auf den Ausbau der Nachtschiene und der Verdichtung von Buslinien. Die aktuellen Öffi-Nutzungszahlen stimmt die Grünen optimistisch: "Wenn die Öffis attraktiv werden, werden sie auch genützt. Diesen Weg wollen wir fortsetzen. Wir haben noch viel vor."
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