19.10.2017, 21:01 Uhr

Rheumabeschwerden sind keine Alterserscheinung

Rheuma: Eine frühe Diagnose und rasche Therapie können den Krankheitsverlauf wesentlich beeinflussen. (Foto: Gina Sanders/Fotolia)
BEZIRK. Der Welt-Rheumatag am 12. Oktober stand im Zeichen der Bedürfnisse von rheumakranken Menschen. Ein Krankheitsbild mit vielen Gesichtern und zahlreichen Beschwerdebildern.
Ziehende und reißende Schmerzen in den Gelenken werden im Volksmund gerne als Rheuma bezeichnet. Tatsächlich gibt es bei dieser Erkrankung bis zu 400 unterschiedliche Formen, Ausprägungen und Beschwerdebilder. Es handelt sich dabei vielmehr um einen Sammelbegriff von entzündlichen und nicht entzündlichen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. „Viele dieser Ausprägungen haben eine Störung des Immunsystems gemeinsam, bei der es zumeist zu einem körpereigenen Angriff auf die Gelenksinnenhaut und in selteneren Fällen zu Entzündungen von Blutgefäßen oder inneren Organen kommt“, erklärt Oberarzt Fritz Köppl, Rheumatologe und Leiter der Akutaufnahme am Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck.

Keine Alterskrankheit

Entgegen der landläufigen Meinung ist Rheuma keinesfalls nur eine Erkrankung, die ältere Menschen betrifft. Selbst junge Personen und sogar Kleinkinder können an Rheuma erkranken. Die genaue Ursache für rheumatische Erkrankungen ist bis dato unbekannt, jedoch kommt es – werden die Beschwerden nicht behandelt – zu einer starken Beeinträchtigung des Bewegungsapparates und zur allmählichen Zerstörung der betroffenen Gelenke beziehungsweise Organe.
Zwar kann Rheuma nicht immer geheilt werden, eine frühe Diagnose und rasche Therapie können den Krankheitsverlauf jedoch wesentlich beeinflussen. Mit einer individuellen Kombination aus immunmodulierenden Medikamenten, Schmerzmitteln, Operationen sowie Physiotherapie ist es heute möglich, das Fortschreiten der Gelenkszerstörung zu stoppen und die Beweglichkeit bis ins hohe Alter zu erhalten.
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