Kaunertal: Hangrutsche beim Gepatschstausee

Vor kurzem ging eine große Mure auf die Dammkrone des Gepatschstausees ab.
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  • Foto: Lebenswertes Kaunertal
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KAUNERTAL (otko). Ein großer Hangrutsch in unmittelbarer Nähe des Gepatschdamms und zahlreiche kleinere südlich davon geben der Bürgerinitiative "Lebenswertes Kaunertal" Anlass zu großer Sorge, was die Sicherheit des Gepatschspeichers betrifft. "Bei dem betroffenen Gebiet handelt es sich einerseits um jenes, das auf Grund massiver Setzungen und einer möglichen Katastrophe zum vorübergehenden Staustopp bei der Inbetriebnahme des Kaunertalkraftwerks 1964 geführt hat. Andererseits sollen gerade dort, wo der größte Hangrutsch abgegangen ist, wichtige Anlagenteile für den Ausbau des Kaunertalkraftwerks entstehen. Zumindest wenn es nach den Wünschen der TIWAG geht", heißt es in einem offenen Brief der Bürgerinitiative an die TIWAG und die Staubeckenkommission. Der Verein "Lebenswertes Kaunertal" fordert angesichts die jüngsten Ereignisse beim Gepatschspeicher Konsequenzen. "Es muss erstens das Stauziel im Gepatschspeicher reduziert werden, damit im Ernstfall genügend Platzreserven bei einem größeren Hangrutsch vorhanden sind. Zweitens muss die UVP für den Kraftwerksausbau vollständig zurückgezogen und das Projekt endgültig gestoppt werden", heißt es in dem Offenen Brief.

Keine Gefährdung

Die Landesgeologen Gunther Heißel und Werner Thöny haben inzwischen ein Gutachten erstellt. "Ich sehe für den Stausee und für den Damm keine Gefährdung – auch nicht auf Dauer", betont Landesgeologe Gunter Heißel auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER. Der Dammkronenbereich sei zwar auf der Westseite von oberflächlichen, murartigen Prozessen eingeschüttet worden, dies tut ihm aber nichts in seiner Standfestigkeit. "Meiner Meinung nach kann kein Supergau mit dem Abrutschen eines großen Hanges in den Stausee hier nicht stattfinden, da die Bewegungen des Hanges dazu führen, dass er sich selber zerlegt. Allerdings hören die Bewegungen nicht mehr auf. Die Gefahr war 1963/64 sehr groß und in Zukunft wird dies nicht mehr möglich sein", entkräftet Heißel die Sorgen.

Westliche Uferstraße gesperrt

Nicht mehr sicher ist allerdings die westliche Uferstraße, die als Konsequenz daraus gesperrt wurde. "Dort sind weitere Stürze möglich und es gibt derzeit noch keine exakten Vorstellungen wie man das Problem in den Griff bekommen kann", sagt der Landesgeologe. Inzwischen wird der Verkehr Richtung Gletscher über die östliche Uferstraße umgeleitet, die im Winter aber nicht lawinensicher ist. Die Nassereinalm ist aber von Süden her über die westliche Uferstraße erreichbar.
Erleichtert zeigt sich auch Bgm. Pepi Raich: "Für mich ist in erster Linie wichtig, dass die Kraftwerksanlagen nicht gefährdet sind und dass auch keine Katastrophe stattfinden kann." In Sachen Uferstraße wird es eine Besprechung für die Festlegung der weiteren Maßnahmen geben.
Auf die Ausbaupläne der TIWAG haben die Hangrutsche keine Auswirkung. Der Landesenergieversorger hält an den Plänen fest und zusätzliche Sicherungsmaßnahmen werden geplant.

Vor kurzem ging eine große Mure auf die Dammkrone des Gepatschstausees ab.
Landesgeologe Gunther Heißel kommt zum Schluss, dass der Damm nicht gefährdet sei.

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