17.10.2014, 12:04 Uhr

Die Arbeit zu den Menschen bringen

Diskutierten neue Perspektiven: BH Markus Maaß, LR Christine Baur, RegioL-GF Gerald Jochum und Elisabeth Stögerer-Schwarz.

Bei einem Runden Tisch in Landeck wurden neue Perspektiven für Frauen und Männer am Land diskutiert und innovative Projekte vorgestellt.

LANDECK (otko). Ein Runder Tisch zum Thema "Bunter und vielfältiger – Neue Perspektiven für Frauen und Männer am Land" mit kommunalen und regionalen AkteurInnen aus Politik, Verwaltung, Regionalentwicklung, Frauenorganisationen und Jugendarbeit fand vergangenen Donnerstag in der BH Landeck statt. Dort wurde über Chancen, die der ländliche Raum und insbesondere das Tiroler Oberland für die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen (Frauen, Männer, Jugendliche und Ältere, Einheimsuche und Zugezogene) diskutiert.
Aus diesem Grund wurde im März dieses Jahres von der Abteilung JUFF/Fachbereich Frauen und Gleichstellung sowie der Abt. Landesentwicklung und Zukunftsstrategie in Zusammenarbeit mit dem Institut für interdisziplinäre Gebirgsforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften die Enquete „Bunter und vielfältiger – Neue Perspektiven für Frauen und Männer am Land“ im Landhaus organisiert. Landeck war die 4. und letzte Station der dazugehörigen Regionalkonferenzen.


Abwanderung stoppen

"Wichtig ist, dass Frauen und Männer das Leben am Land finden und Familie und Beruf vereinbar sind. Um etwas gegen die Abwanderung zu tun, wurden im Bezirk richtige Schritte bei der Kinderbetreuung und bei der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs gesetzt", betonte BH Dr. Markus Maaß. Mit Hinweis auf das Projekt ProFit des Regionalmanagements regioL lobte LR Chrstine Baur die Innovation im Bezirk Landeck. "Wir wollen mit den Leuten vor Ort reden und die Ideen heben und diese weiterspinnen", so Baur. Einen Nachholbedarf ortet die Landesrätin aber noch bei den Bürgermeisterinnen. Trotz einer erklecklichen Zahl von Gemeinderätinnen gibt es in den Bezirken Landeck und Imst keine Bürgermeisterinnen.
Am Land gibt es sehr viele bestausgebildete Frauen, die für sie passenden Arbeitsplätze finden sich allerdings vorwiegend in den Städten. Gleichzeitig muss auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie gegeben sein. "Gerade für die Regionen außerhalb von Innsbruck ist dies eine Herausforderung", verweist Elisabeth Stögerer-Schwarz, Leiterin Fachbereich Frauen und Gleichstellung. Ein weiteres Anliegen ist der gleiche Lohn für Frauen und Männer.
AMS-Leiter Günther Stürz forderte in diesem Zusammenhang ein Umdenken in der Politik, da durch die Zentralisierung qualifizierte Arbeitsplätze in den Regionen verloren gehen.

Innovative Projekte

RegioL-GF Gerald Jochum berichtete, dass in den Arbeitskreisen für die neue Förderperiode 2014 bis 2020 unter dem Thema Gemeinwohl neue Projektideen entwicklet wurden. Unter anderem wird in Kappl von Gottlieb Sailer ein Pilotprojekt angeboten, wo Gemeinden für pflegende Angehörige eine bedarfsorientierte Gruppenbetreuung organisieren. Auch sollen im Talkessel Landeck Deutschkurse speziell für Migratinnen angeboten werden. "Wir müssen Wege finden damit wir an die Frauen herankommen und damit sie sich das antun, da viele auch ohne Deutschkenntnisse durch den Alltag kommen", erklärte Baur.
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