09.03.2017, 09:10 Uhr

Radwegkonzept: Zams wartet vorerst ab

Radwegkonzept: Wichtige Abschnitte sollen im Landecker Talkessel umgesetzt werden.

Gemeinderat diskutierte den Radwegausbau im Talkessel. Interesse wurde bekundet, wobei aber Finanzierung noch zu klären ist.

ZAMS (otko). Das Thema Ausbau bzw. der Lückenschluss bei den Radwegen geht auch an der Gemeinde Zams nicht spurlos vorbei. Seit dem Jahr 2013 liegt ein Radwegkonzept des TVB TirolWest auf dem Tisch. Inzwischen hat der Tourismusverband das Konzept nochmals überarbeitet und 2016 ein großes Projekt vorgestellt. Dieses umfasst insgesamt zwölf Abschnitte und würde 10 Millionen Euro kosten. Kürzlich hat der Landecker Gemeinderat einen Finanzierungsschlüssel für Radwegbau sowie die Übertragung der Projektträgerschaft an den TVB beschlossen. Im Planungsausschuss sollen nun eine Prioritätenreihung der Abschnitte erstellt werden – die BEZIRKSBLÄTTER berichteten.


Hängt von Landeck ab

In der letzten Sitzung des Zammer Gemeinderates fragte GV Herbert Frank (SPÖ) über den aktuellen Stand nach. "Anfang/Mitte letzten Jahres wurde das Radwegkonzept vorgestellt. Es betrifft vor allem die Stadtgemeinde Landeck. Von unserer Seite ist das Interesse an einer Verbindung vom Riefengebäude zum Bahnhof da", berichtete Bgm. Siegmund Geiger. Für GV Mathias Venier (FPÖ), Obmann des Planungs- und Infrastrukturausschusses, lassen die Kosten sowie die Machbarkeit aber eher an einer Umsetzung zweifeln. "Es hängt alles an Landeck und es bringt wenig, wenn Zams hier den Vorreiter spielt. Es müssen zuerst die Kosten und Verantwortlichkeit geklärt werden. Uns als Gemeinde trifft es aber relativ wenig", erläuterte Venier.
Der Dorfchef verwies aber auf den Druck auf die Talkesselgemeinden, der durch den bestehenden Radweg aus dem Oberen Gericht sowie durch den Radwegbau im Paznaun und Stanzertal immer höher werde. "Neben dem Lückenschluss ist vor allem eine Anbindung an den Bahnhof derzeit nicht vorhanden", betonte Geiger. In diesem Zusammenhang kritisierte Theresia Schönherr (ÖVP) das lange Zuwarten: "Es ist ein Wahnsinn solche wichtigen Projekte, die auch für den Sommertourismus etwas bringen, auf die lange Bank zu schieben."


Frage der Finanzierung

Einig waren sich die Mandatare auch, dass ein Radweg von Zams nach Landeck praktikabel sein muss und am Talboden verlaufen sollte. Zum Thema Finanzierung meinte Frank, dass man wisse wo es hingehe und dass es Zams mit 5 bis 6 Prozent des Radweges 25 Prozent der Kosten treffe. "Im Moment gibt es gute Landesförderungen für Radwege und diese sollten wir nicht auslassen. Von unserer Seite ist das Interesse vorhanden, aber auch wir müssen finanziell aufpassen", betonte Geiger. Vizegm. Josef Reheis (ÖVP) verwies auf weitere Großprojekte wie die Erweiterung des Seniorenzentrums, die in Zams in naher Zukunft anstehen. "Die Tendenz zeigt, dass die, die mehr haben, auch mehr bezahlen. Der Druck ist wichtig, aber wir sollten die Sache mit Ruhe angehen", appellierte Venier.
GR Andreas Grüner, Obmann des Raumordnungsausschusses, regte schließlich ein Treffen mit den Radweg-Planern ein, um das Konzept nochmals vorzustellen. Der Gemeinderat befürwortete dies.
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