23.09.2014, 14:30 Uhr

Sozialamt: Resolution gegen Schließung

Der Landecker Gemeinderat spricht sich einstimmig gegen die angekündigte Schließung der Sozialministeriumservice-Außenstelle aus.

Der Landecker Gemeinderat verabschiedete eine einstimmige Resolution gegen die angekündigte Schließung der Außenstelle des Sozialministeriumservice.

LANDECk (otko). Die angekündigte Schließung der Außenstelle des Sozialministeriumservice - früher Bundessozialamt - mit Jahresende sorgt nicht nur bei den betroffenen Klienten für Unverständnis und empörte Reaktionen sondern auch bei der Landecker Stadtpolitik - die BEZIRKSBLÄTTER haben berichtet.
Vergangenen Donnerstag befasste sich auch der Landecker Gemeinderat mit dem Thema. Bgm. Dr. Wolfgang Jörg berichtete, dass er bereits am 4. September einen Protestbrief an Sozialminister Rudolf Hundstorfer geschickt habe. "Es ist eine typische Situation und der ländliche Raum wird weiter geschwächt. Solche Einrichtungen sind wichtig für die soziale Struktur in der Region. Die Schließung ist ein Schlag ins Gesicht", so Jörg.
Einstimmig wurde dann eine Resolution verabschiedet, in der sich "der Gemeinderat der Stadt Landeck mit großer Entschiedenheit gegen die Schließung der Außenstelle ausspricht". Allen voran fehlt "dem Gemeinderat jegliches Verständnis, dass eine über Jahre hindurch mit viel Engagement aufgebaute soziale Servicestelle ihre Dienste nicht mehr vor Ort anbieten soll. Eine Schließung würde vor allem jene Menschen treffen, die aufgrund ihrer Einschränkung besondere Unterstützung benötigen", heißt es in der Resolution weiter.

Verlust von Bürgernähe

SPÖ-Vizebgm. Manfred Jenewein meinte, dass sich alle in der Einschätzung einig sind: "Es könnten sich aber auch andere Gemeinden in den Bezirken der Resolution anschließen." Sozialstadtrat Mathias Niederbacher (SPÖ) sieht in der Schließung kaum Einsparpotenzial, außer dass die beiden Mitarbeiter nach Innsbruck pendeln müssten. "Es fehlt die Bürgernähe. Einerseits bauen wir mühsam Projekte auf und andererseits wird eine Sozialeinrichtung geschlossen. Das passt nicht zusammen", betonte Niederbacher.
GR Kurt Leitl (ÖVP) verwies, dass die Mitarbeiter der Außenstelle sehr fundiert und engagiert sind: "Für die Betroffenen wird es komplizierter, wenn sie nach Innsbruck fahren müssen." FPÖ-Stadtrat Roland König sprach von einem österreichweiten Vorzeigeprojekt, welches in mehreren Regionen installiert werden sollte. "Anstatt die einizge Außenstelle zu schließen sollte es österreichweit noch mindestens 15 weitere geben", so König. Auch Ahmet Demir (Grüne) sieht darin einen Widerspruch und den Aufbau zusätzlicher Barrieren.
Für kommenden Freitag hat sich laut Bgm. Jörg Besuch von der Sozialministeriumservice-Landesstelle Tirol angekündigt. Landesleiterin Karin Klocker und Stv. Willi Fink kommen.
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