02.11.2016, 08:00 Uhr

Heldenplatz: Streit um Militärdenkmal geht weiter

Ein Militärdenkmal in der Form eines Helikopters, Panzers oder gar eines Düsenjets kann sich Heldenplatzbesucher Richard Rimser sehr gut vorstellen

Trotz Kritik hält Verteidigungsminister Doskozil an Plänen für Militärdenkmal am Heldenplatz fest.

INNERE STADT. Wenn Österreich bald wieder einen Bundespräsidenten in Amt und Würden haben wird, dann wird auch die Angelobung der Grundwehrdiener wieder zu seinen Aufgaben gehören.

Und diese findet traditionell am Heldenplatz statt. Dafür plant das Verteidigungsministerium nun, ein neues Militärdenkmal zu errichten – vor allem aber auch, um den österreichischen Soldaten zu gedenken, die für die Zweite Republik gestorben sind. "Es hat sich an unserem Vorhaben nichts geändert. Wir sind zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr den Architektenwettbewerb ausschreiben können", versichert Ministersprecher Oberst Michael Bauer. Auch die Kosten werden weiterhin mit 240.000 Euro beziffert. Barrierefreiheit und notwendige Umgestaltungen am Heldenplatz sind da aber noch nicht mitgerechnet.

Für den grünen Nationalratsabgeordneten Harald Walser ist das Vorhaben nicht nachvollziehbar, da es ja bereits ein Militärdenkmal am Heldenplatz gibt: "Wir haben die Krypta, bei der noch vor zwei Jahren Angelobung und Kranzniederlegung stattgefunden haben. Statt eines aufwändigen neuen Denkmals sollte die Krypta lieber so hergerichtet werden, wie das einst besprochen worden ist."

Im Jahr 2012 war der Name des SS-Kriegsverbrechers Josef Vallaster in den in der Krypta aufliegenden Totenbüchern entdeckt worden. Die simple Streichung des Namens durch den ehemaligen Verteidigungsminister Norbert Darabos war für Walser aber zu wenig. Er forderte die Schließung der Krypta und eine komplette Neugestaltung unter Einbeziehung internationaler Experten. Geschehen ist das bisher aber nicht. Stattdessen rückte die Idee eines ganz neuen Denkmals in den Vordergrund.

Kosten höher als angegeben

Ein weiterer Kritikpunkt Walsers an dem Projekt des Verteidigungsministers sind die Kosten für ein neues Denkmal: "Die Preise stimmen nicht. Projektvorbereitung, Wettbewerbsorganisation und Umsetzung kommen auf über eine Million Euro – ohne Umsatzsteuer und Reserven. Das wissen der Generalstab und viele andere. Auch wegen diesem Vorgehen halte ich das Projekt für sehr problematisch."

In der Bevölkerung hätte man hingegen durchaus Verständnis für ein neues Militärdenkmal: "Ich finde die Idee gut. Soldaten, die für unser Land gestorben sind, gehören entsprechend geehrt. Einen Panzer oder Jet kann ich mir als Denkmal durchaus vorstellen", so Heldenplatzbesucher Richard Rimser. Im Ministerrat am 25. Oktober konnte das neue Denkmal aber noch nicht beschlossen worden.
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Helmut A. Kurz aus Hernals | 03.11.2016 | 10:11   Melden
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Helmut A. Kurz aus Hernals | 03.11.2016 | 10:21   Melden
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