Psychische Gesundheit
So starten Lavanttaler Kinder gut vorbereitet ins neue Schuljahr
- Drei Experten aus dem Lavanttal raten dazu, Sorgen rund um den Schulstart ernst zu nehmen und Kinder mit Verständnis, Struktur und Orientierung zu begleiten.
- Foto: Ramona Steiner/Birgit Leitsberger/Foto Gutschi/Canva-Collage
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Freunde wiedersehen, Neues lernen, einen geregelten Alltag zurückgewinnen: Der Schulstart wird von vielen Kindern mit Freude erwartet. Für andere bringen neue Klassen, Leistungsdruck oder soziale Unsicherheiten jedoch auch Sorgen mit sich. Drei Experten aus dem Lavanttal erklären, wie Eltern ihre Kinder unterstützen können und wann genauer hingeschaut werden sollte.
LAVANTTAL. Der Schulbeginn stellt Kinder und Jugendliche jedes Jahr vor neue Herausforderungen. Besonders bei einem Schulwechsel treffen neue Mitschüler, Lehrpersonen und Anforderungen aufeinander. Laut dem Wolfsberger Psychotherapeuten Thomas Preßlauer muss Nervosität vor dem ersten Schultag jedoch nicht sofort Anlass zur Sorge sein. "Eine gewisse Nervosität oder Unsicherheit ist daher völlig normal", betont er. Eltern sollten allerdings aufmerksam werden, wenn sich das Verhalten ihres Kindes über längere Zeit verändert oder Beschwerden wie Schlafprobleme, Ängstlichkeit oder häufige Bauch- und Kopfschmerzen auftreten.
Soziale Sorgen und Leistungsdruck
Neben den schulischen Anforderungen spielen vor allem soziale Themen eine große Rolle. Laut der Klinischen Psychologin Anna Rabensteiner vom Mini-Ambulatorium Wolfsberg beschäftigen viele Kinder Fragen wie: Werde ich akzeptiert? Finde ich Freunde? Gehöre ich dazu? Besonders belastend können solche Gedanken bei einem Schulwechsel sein. Gleichzeitig beobachtet die Expertin, dass manche Kinder stärker unter Druck geraten als andere. "Besonders anfällig für stärkeren Druck sind Kinder und Jugendliche, die zu Ängstlichkeit oder Perfektionismus neigen, bereits negative Erfahrungen in der Schule gemacht haben oder von Mobbing betroffen waren", erklärt Rabensteiner. Auch soziale Medien können laut den Fachleuten zusätzlichen Druck erzeugen, da Kinder und Jugendliche dort häufig mit idealisierten Vorstellungen von Erfolg, Beliebtheit und Aussehen konfrontiert werden.
Ängste nicht wegreden
Wichtig ist aus Sicht der Wolfsberger Psychotherapeutin Susanne Dohr, Sorgen ernst zu nehmen und offen darüber zu sprechen. Statt Kindern zu sagen, dass sie keine Angst haben müssten, empfiehlt sie, konkret nachzufragen, was ihnen Sorgen bereitet. Dadurch werde aus einer diffusen Angst etwas Greifbares und lösbar Erscheinendes. "Eltern müssen ihren Kindern die Angst nicht abnehmen. Sie können ihnen aber dabei helfen, sie auszuhalten und Schritt für Schritt selbst zu bewältigen", sagt Dohr. Hilfreich sei es außerdem, gemeinsam zu überlegen, welche Unterstützung möglich ist und welche Schritte das Kind selbst setzen kann. Das stärke das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz.
Sicherheit geben
Alle drei Experten sehen die Eltern als wichtige Begleiter in dieser Übergangsphase. Ein geregelter Schlafrhythmus bereits vor Schulbeginn, gemeinsame Vorbereitungen für den ersten Schultag und offene Gespräche über Erwartungen und Sorgen können Sicherheit vermitteln. Ebenso wichtig sind verlässliche Beziehungen, ein positives Klassenklima und das Gefühl, bei Schwierigkeiten nicht allein zu sein. Halten Ängste oder körperliche Beschwerden über längere Zeit an, raten die Fachleute dazu, frühzeitig professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Das sagen die Experten:
- Thomas Preßlauer
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"Besonders ernst nehmen sollte man es, wenn ein Kind zunehmend versucht, schulbezogene Situationen zu vermeiden oder die Angst den Alltag bereits deutlich bestimmt." Thomas Preßlauer, Psychotherapeut
- Anna Rabensteiner
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"Besonders anfällig für stärkeren Druck sind Kinder und Jugendliche, die zu Ängstlichkeit oder Perfektionismus neigen, bereits negative Erfahrungen in der Schule gemacht haben oder von Mobbing betroffen waren." Anna Rabensteiner, Klinische Psychologin
- Susanne Dohr
- Foto: Foto Gutschi
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"Eltern müssen ihren Kindern die Angst nicht abnehmen. Sie können ihnen aber dabei helfen, sie auszuhalten und Schritt für Schritt selbst zu bewältigen." Susanne Dohr, Psychotherapeutin
Strategien im Umgang mit Stress
Susanne Dohr nennt vier Schritte:
- Angst konkretisieren
Was genau macht dir Angst? - Einflussmöglichkeiten finden
Was kannst du selbst tun? Wer kann dich unterstützen? - Belastende Gedanken überprüfen
Ängste greifbar machen - Einen ersten kleinen Schritt machen
Ich weiß nocht nicht, wie es wird. Ich muss es nicht perfekt machen und kann um Hilfe fragen.
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