"Beginn des Endes des sozialen Friedens"

111. Wirtschaftsfrühstück in der Arbeiterkammer Leoben: WKO-Regionalstellenleiter Alexander Sumnitsch, AK-Regionalstellenleiter Edwin Kriechbaumer, WKO-Regionalstellenobfrau Elfriede Säumel, Bgm. Kurt Wallner und Organisator Siegfried Nerath (v.l).
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  • 111. Wirtschaftsfrühstück in der Arbeiterkammer Leoben: WKO-Regionalstellenleiter Alexander Sumnitsch, AK-Regionalstellenleiter Edwin Kriechbaumer, WKO-Regionalstellenobfrau Elfriede Säumel, Bgm. Kurt Wallner und Organisator Siegfried Nerath (v.l).
  • hochgeladen von Astrid Höbenreich

LEOBEN. Pflichtmitgliedschaft in den Kammern – ja oder nein? Diese Frage ist derzeit ein heißes Thema, das viele Arbeitgeber wie auch -nehmer beschäftigt. Zahlreiche Gäste nahmen deshalb das 111. Wirtschaftsfrühstück, organisiert von Siegfried Nerath, zum Anlass, sich näher über dieses Thema zu informieren und mit Vertretern der Arbeiter- als auch der Wirtschaftskammer zu diskutieren. Schauplatz dafür war die Arbeiterkammer-Außenstelle Leoben. „Es ist nicht alltäglich, dass sich die Wirtschaftskammer bei der Arbeiterkammer trifft, das ist gelebte Sozialpartnerschaft“, merkte Bürgermeister Kurt Wallner einleitend zum Frühstück an.

Auf's Spiel gesetzt

Edwin Kriechbaumer, Leiter der AK-Außenstelle Leoben, bezeichnete ein mögliches Einstellen der Pflichtmitgliedschaft bei den Kammern als „Beginn des Endes des sozialen Friedens. „Es wundert mich, dass ein international anerkanntes Erfolgsmodell so leichtfertig auf’s Spiel gesetzt wird“, fügte er hinzu. Andere Länder würden Österreich um eine derartige Interessensvertretung beneiden, die für den Erhalt der positiven Entwicklung der Wirtschaft und der Gesellschaft stehe. Wie Kriechbaum darlegte, habe die steirische Arbeiterkammer im Vorjahr immerhin 224.000 Beratungen durchgeführt. Das umfangreiche Angebot der AK – in der Außenstelle Leoben sind 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt – bestehe unter anderem aus Beratung, Intervention und Gerichtsvertretung. 2016 habe es im Arbeitsrecht 387 Klagen gegeben. 80 Prozent aller Klagen am Landesgericht Leoben kommen von der AK.

Senkung der Beiträge?

„Wir konnten 12,66 Millionen Euro für unsere Mitglieder hereinbringen“, so der Regionalstellenleiter. 52 Prozent aller Klagen werden von der AK gewonnen, sieben Prozent verloren, der Rest sind Vergleiche. „Es bestehen gute Verhandlungswege zwischen Arbeiter- und Wirtschaftskammer“, so Kriechbaumer. Elfriede Säumel, Obfrau der Wirtschaftskammer-Regionalstelle Leoben, kann das nur bestätigten: Jeder Prozess, der am ‚grünen Tisch‘ ein positives Ende findet, sei ein Gewinn. Sie glaube, dass man die Pflichtmitgliedschaft beibehalten, es jedoch zur Senkung der Beiträge kommen werde. „Es wäre der größte Schaden für die Republik, wenn es die Pflichtmitgliedschaft in den Kammern nicht mehr gäbe“, resümierte Säumel.
Wie Kriechbaumer errechnete, betrage die AK-Umlage bei einem Bruttoverdienst von 2.100 Euro 6,91 Euro pro Monat. Betrag und Leistung, die keine Versicherung bieten könne. Wirtschaftsbund-Obfrau Elfriede Säumel rechnet künftig mit rund 100 Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr. „Das bedeutet 100 Euro für eine Institution, die hinter einem steht.“

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