Nordbahnhof: Gestaltungskonzept für die "Freie Mitte" präsentiert

Viele Anrainer wollten sich selbst ein Bild vom neuen Konzept machen.
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LEOPOLDSTADT. Die Nordbahnhalle war voll. Anrainer des Nordbahnhof-Grätzels konnten sich am 25.04. ein Bild davon machen, wie ihr Viertel in Zukunft aussehen wird. Unter dem Titel „Freie Mitte“ wurden die Pläne des Areals rund um den Nordbahnhof vorgestellt, bevor die Anwesenden das Gespräch suchen und ihre eigenen Ideen einbringen konnten.

Viel Grünfläche

Das Konzept „Freie Mitte“ ist schon länger bekannt: ein möglichst großes Naturareal - insgesamt fast neun Hektar - wird von Hochhäusern und Gebäuden eingekreist werden. Die artenreiche Flora und Fauna soll so gut wie möglich erhalten bleiben, genauso wie die alten Gleisrelikte, die die Atmosphäre des Nordbahnhofes ausmachen. Diese sollen laut Planerin Kirsten Schomakes zu Wegen durch den Park umfunktioniert werden.

Das Planungsteam sieht zudem eine barrierefreie Erschließung vor und es sollen an den Randbereichen und der Bahntrasse Spiel- und Sportflächen entstehen. „Wir wollen hier auf die Topgraphie schauen und auch die Kohlerutschen und Niveauunterschiede integrieren“, erklärt Schomakes den Plan.

Thomas Proksch hat sich in seiner Rolle als ökologischer Gutachter die Maßnahmen zum Naturschatz genauer angesehen. „Die Erhaltung der Natur ist integrativ in dieses Konzept eingegangen“, erklärt Proksch. Es komme bei der Erschließung nur zu einem Minimum an Störungen, so etwas kenne man sonst nur aus Berlin, so der Gutachter weiter.

BürgerInnen gefragt

Schon seit Beginn dieses Projektes hatten Interessierte die Möglichkeit ihre Meinung einzubringen, dafür gab es auch viel Lob seitens der Gäste. „Genau so soll das funktionieren“, meint etwa Wilhelm Windhab dazu, der dem Projekt generell viel abgewinnen kann. So geht es den meisten Befragten. Die Anrainer erkundigten sich über die historische Aufarbeitung des Bahnhofes, von dem Züge nach Ausschwitz fuhren und Hundezonen. Günter Leeb von den Kinderfreunden möchte unterdessen Jugendliche in die Planung miteinbeziehen. „Die sehen Dinge oft ganz anders.“

Peter Rippl, Mitglied der IG lebenswerter Nordbahnhof, gratuliert zwar zum Konzept, das geplante Umspannwerk und Müllplatz irritieren ihn aber. „Die größte Freifläche, die in den letzten Jahrzehnten in Wien errichtet wurde, endet bei einem Umspannwerk“, zeigt sich Rippl verständnislos. Auch über den alten Wasserturm und einige Brücken werden noch Gespräche geführt, deren Verbleib ist unsicher. Sicher ist allerdings, dass ein Teil der Nordbahnhalle der Verlängerung der O-Linie weichen wird.

Vom 30. April bis 11. Mai kann man sich im Büro der Gebietsbetreuung am Max-Winter-Platz informieren.

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