Wien-Wahl 2020
Neuer Bezirkschef Alexander Nikolai über seine Pläne für die Leopoldstadt

Noch arbeitet der neue Bezirksvorsteher Alexander Nikolai am Standort der SPÖ Leopoldstadt. Im Dezember soll der Umzug ins Amtshaus stattfinden.
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Mit 35,38 Prozent ist die SPÖ Wahlsieger in der Leopoldstadt: Der neue Bezirkschef Alexander Nikolai über die Pläne für den 2. Bezirk.

LEOPOLDSTADT. Die Leopoldstädter haben gewählt und ihre Stimme für die Zukunft des Zweiten abgegeben. Auf Bezirksebene bringt das große Veränderungen. Denn anstelle der grünen Uschi Lichtenegger wird nun der rote Alexander Nikolai Bezirksvorsteher der Leopoldstadt. Der Neue hat viel vor und freut sich auf seine künftigen Aufgaben.

Im großen bz-Interview spricht der neue Bezirksvorsteher über das Wahlergebnis, anstehende Projekte wie die Praterstraße sowie seine Pläne und Ziele für die kommenden fünf Jahre.

Haben Sie mit diesem Wahlergebnis gerechnet?
ALEXANDER NIKOLAI: Ich wollte gerne das Ergebnis der Wahl 2015 erreichen. Ich freue mich, dass es 35 Prozent geworden sind.

Wie geht es weiter, was sind die nächsten Schritte?
Die Angelobung wird wahrscheinlich im Dezember sein. Dann kann ich endlich als Bezirksvorsteher loslegen.

Welche Projekte möchten Sie als Erstes angehen?
Zunächst werde ich mich liegen gebliebenen Projekten widmen. Was wie schnell umzusetzen ist, werde ich bei Gesprächen mit Polizei, Kultur oder Magistraten erfahren. Aber ich werde keine Ruhe geben und ein sehr aktiver Bezirksvorsteher sein, der viel draußen bei den Leuten ist.

Stichwort Praterstraße: Wollen Sie die vorliegenden Pläne nochmals überarbeiten?
Kurz vor der Wahl wurden plötzlich die Pläne präsentiert, wobei keine Fraktion von diesen wusste. Ich lehne diese Pläne nicht grundlegend ab, aber ich werde diese genau ansehen und meine Aspekte einbringen. Dabei werde ich auch die Gedanken der Gebietsbetreuung und der Bürgerbeteiligung mitnehmen, die Pläne überarbeiten lassen und vorstellen. Die Praterstraße muss saniert und verbessert werden, aber das soll gemeinsam mit den Bürgern passieren.

Wie wird die Arbeit mit den anderen Parteien aussehen?
Ich bin seit 2001 mit allen in Kontakt und das wird auch weiterhin so sein. Ich werde mit allen Fraktionen immer ein klärendes Gespräch suchen. Derjenige, der sich konstruktiv im Bezirk einbringen will, wird auch mitarbeiten. Sicher wird man irgendwann anecken. Aber das Büro ist für jeden, der etwas im Bezirk tun will, offen. Denn im Endeffekt geht es um die Leopoldstadt und nicht um einzelne Personen.

Was sind Ihre Ziele für die kommenden fünf Jahre?
Es gibt einiges zu tun. Etwa will ich rasch für Fitness- und Sportgeräte in den Grätzelparks sorgen. Auch werde ich am Hallenbad dranbleiben. Ein wichtiges Thema sind die fehlenden Kassenärzte, hier muss etwas passieren. Auch möchte ich ein neues Gesundheitszentrum beim Nordbahnviertel.

Was braucht es sonst noch?
Benötigt wird im Bezirk auch mehr Bildung: Hier hätte ich gerne eine VHS mit Bildungsangeboten und nicht nur mit Veranstaltungen. Wichtig ist, dass es wieder einen Mistplatz gibt. Aber auch Praterstraße, Praterstern, Mobilität oder Radfahren werden große Themen sein. Aktuell gibt es viele Bauprojekte – hier braucht es eine bessere Koordination. Es kann nicht sein, dass die Leute nur im Baustellenbereich herumlaufen und leben müssen, wie im Karmeliter- oder Volkertviertel. Da müssen wir alle zusammenarbeiten.

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