Diabetes Typ 1
Dreijähriger Jayden braucht Hilfe im Kindergarten
- Für die Familie bedeutet diese Situation eine enorme Belastung – emotional, organisatorisch und finanziell.
- Foto: Rohrer
- hochgeladen von Nathalie Polz
Jayden ist noch ein Kindergartenkind – und doch bestimmt eine schwere chronische Erkrankung seinen Alltag. Der Dreijährige lebt mit Diabetes Typ 1. Eine Erkrankung, die permanente Aufmerksamkeit erfordert und für ein kleines Kind nicht selbst zu bewältigen ist. Dennoch fehlt in der Steiermark aktuell eine verlässliche rechtliche Grundlage, die eine sichere Kindergartenbetreuung für Kinder wie Jayden garantiert.
TRIEBEN. Derzeit kann Jayden den Kindergarten nur dann besuchen, wenn ein Elternteil dauerhaft anwesend ist. Ohne diese Begleitung ist eine Teilnahme am Kindergartenalltag nicht möglich. Grund dafür ist das Fehlen einer Assistenzperson, die im Ernstfall medizinisch richtig reagieren kann. Blutzuckermessungen, Insulingaben und das rasche Erkennen von Unter- oder Überzuckerungen sind Aufgaben, die ein dreijähriges Kind nicht selbst übernehmen kann. Für die Eltern Bianca Rohrer und Christoph Ehweiner bedeutet diese Situation eine enorme Belastung.
Hoffnung auf politische Unterstützung
Nach wachsendem medialem Interesse und politischer Unterstützung kam es am 13. Februar zu einem Gesprächstermin im Landtag. Begleitet von Bürgermeister Klaus Herzmaier nahm ein Elternteil von Jayden an einem Gespräch mit Landesrat Hannes Amesbauer teil. Auch Landtagsabgeordneter Max Lercher hatte sich im Vorfeld unterstützend eingebracht.
Das Gespräch wurde von allen Beteiligten als empathisch und konstruktiv beschrieben. Dennoch blieb das Ergebnis ernüchternd: Eine konkrete Lösung könne derzeit nicht umgesetzt werden.
Vorschläge ohne Umsetzung
Seitens der Familie wurden mehrere Lösungsansätze eingebracht. Unter anderem die Einbindung des Kindergartens in bestehende Assistenzmodelle – etwa durch Anlehnung an das Schulassistenzgesetz oder durch Anpassungen im Behindertengesetz. Laut Rückmeldung des Landes seien diese Varianten aktuell jedoch aus budgetären Gründen sowie aufgrund fehlender Zuständigkeiten nicht umsetzbar.
- Jayden ist noch ein Kindergartenkind – und doch bestimmt eine schwere chronische Erkrankung seinen Alltag.
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Auch eine dringend gewünschte Sofort- oder Übergangslösung bis zu einer langfristigen gesetzlichen Klärung wurde abgelehnt. Selbst das Angebot des Bürgermeisters, gemeinsam mit der Gemeinde eine Übergangslösung mitzutragen, führte zu keiner Einigung.
Hohe Belastung für die Familie
Für die Familie bedeutet diese Situation eine enorme Belastung – emotional, organisatorisch und finanziell. Ein Elternteil ist selbstständig tätig und kann seiner beruflichen Arbeit derzeit nur stark eingeschränkt nachgehen, da die Betreuung im Kindergarten selbst übernommen werden muss. Eine Entlastung durch öffentliche Unterstützung bleibt bislang aus.
Kampf nicht nur für ein Kind
Mittlerweile liegt auch der offizielle Bescheid vor: Der Antrag auf Unterstützung wurde abgewiesen. Dennoch geben Jaydens Eltern nicht auf. Ihr Einsatz gilt nicht nur dem eigenen Sohn, sondern einer grundlegenden strukturellen Lösung. Ziel ist es, dass Kinder mit Diabetes Typ 1 in der Steiermark sicher, gleichberechtigt und ohne Sonderbelastung für ihre Familien am Kindergartenalltag teilnehmen können. Ein Anliegen, das viele Familien betrifft – und bislang unbeantwortet bleibt.
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