Wichtiger Aufruf
Polizei ermittelt - Bäuerin appelliert – Lasst Grassilageballen bitte in Ruhe
- Monika Janker verzweifelt.
- Foto: Janker
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Sieben Siloballen wurden bei Monika Janker aus Eschenau am Tag der Sonnenfinsternis beschädigt. Die Folie wurde mit den Fingern durchlöchert, beim Hinauf- und Herunterklettern zerkratzt und teilweise aufgerissen. Der Vorfall wurde inzwischen bei der Polizei angezeigt.
NÖ/ESCHENAU. „Das Herumhüpfen, Hinaufklettern oder einfach nur das Sitzen auf den Siloballen mag verlockend sein, beschädigt die Folie aber“, warnt Janker. Für ihren Milchviehbetrieb ist das besonders ärgerlich, denn jeder einzelne Ballen wird derzeit dringend benötigt.
Futter wird zur Mangelware
Janker bewirtschaftet gemeinsam mit ihrer Mutter einen Milchviehbetrieb in Eschenau mit 16 Milchkühen und weiblicher Nachzucht. Nach dem tragischen Tod ihres Vaters übernahm sie den Betrieb im Oktober 2025. Die extreme Trockenheit stellt die Familie nun vor große Herausforderungen.
„Grundfutter wie Heu, Grassilage oder Maissilage sind heuer Mangelware. Die Tiere, die normalerweise noch auf grünen Wiesen fressen würden, sind bereits im Stall und werden mit den Reserven gefüttert, die eigentlich für den Winter gedacht wären“, erzählt Janker.
- Foto: unsplash / Gilles DETOT
- hochgeladen von Martina Schweller
Sieben Tiere mussten bereits verkauft werden. Ob weitere folgen müssen, ist derzeit ungewiss. Gleichzeitig wird dringend zusätzliches Futter benötigt. „Durch die anhaltende Trockenheit bekommt man kaum Futter und wird auf Wartelisten geschrieben. Die Preise sind durch die hohe Nachfrage extrem hoch.“
Aufwendige Herstellung
Grassilage ist mit viel Arbeit und Technik verbunden. Das Gras wird zum optimalen Zeitpunkt gemäht, angewelkt, geschwadet, zu Ballen gepresst und anschließend mit mehreren Lagen Stretchfolie luftdicht verpackt.
„Die Folie schützt das Futter vor Sauerstoff und sorgt dafür, dass die Milchsäurebakterien das Gras richtig vergären können. So wird das Futter haltbar und schmackhaft für die Tiere.“
Schon kleine Beschädigungen können zum Problem werden: Durch eindringenden Sauerstoff können sich Schimmel und Fäulnis bilden, wodurch das Futter unbrauchbar werden kann.
- Beschädigte Grassilageballen : Diese kann man nicht mehr lagern, das Futter verschimmelt.
- Foto: Monika Janker
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Jeder Ballen zählt
Ein fertig gekaufter Siloballen kostet in normalen Jahren etwa 35 bis 40 Euro. Je nach Feuchtigkeitsgehalt wiegt er rund 700 bis 1.000 Kilogramm und entspricht am Betrieb ungefähr dem Futterbedarf für einen Tag.
Janker appelliert deshalb an alle, die an den Ballen vorbeikommen: „Bitte die Siloballen in Ruhe lassen, nicht berühren und nicht betreten und auf keinen Fall an der Folie ziehen oder die Finger darunter schieben.“ Gerade in diesem trockenen Jahr sei jeder einzelne Ballen besonders wertvoll.
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