Mehr Förderungen für die 395 oberösterreichischen Gazellen

Thomas Bründl, Axel Greiner, Joachim Haindl-Grutsch
  • Thomas Bründl, Axel Greiner, Joachim Haindl-Grutsch
  • Foto: IV/Eric Krügl
  • hochgeladen von Oliver Koch

Gazellen sind nicht nur Säugetiere, sondern so bezeichnet man Unternehmen, die besonders schnell wachsen. In Oberösterreich gibt es derer laut Statistik Austria 395. Davon sind 208 industrieorientiert. Und die Industriellenvereinigung Oberösterreich (IV OÖ) fordert nun ein Acht-Punkte-Programm zur Förderung dieser schnell wachsenden Unternehmen.

Axel Greiner, Präsident der IV OÖ: "Gazellen brauchen zum Beispiel eine Hilfe bei der gezielten Öffentlichkeitsarbeit. Sie werden auch als ‚Hidden Champions’ bezeichnet, weil viele von ihnen in Nischenbereichen tätig sind, die von der Öffentlichkeit wenig wahrgenommen werden. Durch gezielte Kommunikations- und Vernetzungsaktivitäten gelte es, sie stärker ins Bewusstsein zu rücken und vor den Vorhang zu holen. Die Einrichtung eines speziellen Programms, das sich gezielt an wachstumsstarke Unternehmen richtet, um eine langfristig erfolgreiche Unternehmensentwicklung zu unterstützen, gilt als Kernelement einer Gazellenpolitik für Oberösterreich. Mögliche Themenschwerpunkte könnten bzw. sollten die Bereiche Finanzierung, Humanressourcen, Unternehmensorganisation, Internationalisierung sowie Aufbau von Forschungs- und Innovationsmanagement sein.

Weitere Forderungen: eine sogenannte Key-Account-Servicierung durch Intermediäre und Cluster, einen leichteren Zugang für diese schnell wachsenden Unternehmen zu qualifizierten Mitarbeitern sowie spezifische Finanzierungs- und Förderinstrumente. „Es ist aber auch eine Tatsache, dass die Banken zunehmend restriktiver agieren und auf hohe Eigenkapitalquoten pochen“, sagt Greiner. Der viel diskutierte Ansatz von Risiko- und Beteiligungskapital sei für manche Gazellen ein wichtiger Schlüssel zur Erschließung der Wachstumsmöglichkeiten. Instrumente wie der „OÖ HightechFonds“ müssten auf Landesebene noch weiter forciert werden. Darüber hinaus gelte es, alternative Finanzierungsinstrumente zu initiieren. Auch sollte die Einrichtung einer Anschlussförderung an das bestehende AWS-Programm ProTrans angedacht werden.

Thomas Bründl ist Geschäftsführer des Marchtrenker Werkzeugbauers starlim/sterner, das von der Statistik Austria als Gazelle eingestuft wurde. "Wir stellen beispielsweise die Dosierventile für die Ketchupflaschen oder Babyschnuller her. Unsere Silikonteile sind unter anderem bei Motorrädern von KTM eingebaut. Um schnell wachsen zu können, muss man Veränderung als Chance begreifen. Daher haben wir die Vision von Technologie und Innovation." Heute verzeichnet die Unternehmensgruppe einen Mitarbeiterstand von 800 Personen, die Umsätze beliefen sich im letzten Geschäftsjahr auf rund 111 Millionen. Seit 2009 haben sich der Mitarbeiterstand und der Umsatz in der Gruppe um circa 40 Prozent erhöht.

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