18.12.2017, 16:16 Uhr

Bezirk Melk: "Auch Ältere haben Chancen einen Job zu finden"

Josef Mayer sieht ein Umdenken der Unternehmen.

Fördermaßnahme für über 50-jährige Arbeitssuchende steht auf der Kippe. Trotzdem gibt es Hoffnung.

BEZIRK. Niederösterreich, derzeit ein Winter- und Jobwunderland – zumindest auf den ersten Blick. Denn obwohl der Wirtschaftsmotor heuer Fahrt aufgenommen hat, gibt es für eine spezielle Gruppe keine guten Nachrichten zu Weihnachten: Bei den Über-50-Jährigen ist die Arbeitslosenquote im November um 0,7 Prozent gestiegen. Auch im Bezirk Melk sind die älteren Arbeitnehmer die Sorgenkinder des Arbeitsmarktservice (AMS).

Steigerung um 0,97 Prozent

"Das heurige Jahr war für die Über-50-Jährigen ein Auf und Ab. Im November hatten wir aber einen starken Rückgang im Vergleich zum Vorjahr", erklärt Josef Mayer vom AMS Melk. In Zahlen bedeutet dies eine Steigerung von 0,97 Prozent.

"Aktion 20.000" hält dagegen

Die SPÖ setzt sich nun für eine Förderung ein, die wahrscheinlich gestrichen wird. "Aktion 20.000" wird gerade im Bezirk Baden mit Erfolg durchgeführt und soll in ganz Niederösterreich beziehungsweise später auch in Österreich voll durchstarten. "Die Fortführung der Aktion 20.000 ist für mich ein zentrales Thema, besonders für die arbeitslosen Menschen im Bezirk, die über 50 Jahre alt sind", so Landtagsabgeordneter Günther Sidl. Derzeit weiß man aber noch nicht ob die Aktion noch weitergeht.

"Es ist eine gute Fördermaßnahme, die wir auch wie viele andere, beim AMS weiter forcieren wollen. Es gibt auch immer wieder Erfolge, wie etwa bei der Beschäftigungsinitiative 2017 (wird auch 2018 weitergeführt)", erklärt Mayer. Einer der "Abnehmer" der Aktion ist die Stadt Melk. "Die Schaffung von Arbeitsplätzen ist uns ein wichtiges Anliegen. Mit der Unterstützung der Aktion wollen wir einen wichtigen Beitrag für die Arbeitssuchenden der über 50-Jährigen leisten", so Bürgermeister Thomas Widrich. Auch Wirtschaftskammer-Obmann Franz Eckl ist ein Fan von solchen Förderungsinitiativen. "Wir bekommen immer positives Feedback von unseren Unternehmern, wenn Sie einen ,Ü50‘ einstellen", so Eckl, "wichtig ist nur, dass sich auch ältere Arbeitssuchende bewusst machen müssen, dass sie, falls sie in eine neue Sparte kommen, auch Gehalts-Einschnitte in Kauf nehmen müssen."

Die Zeiten für einen neuen Job stehen übrigens laut AMS-Chef Mayer gerade günstig, da Unternehmen umdenken und auch ältere Personen einstellen und gerade sehr viele freie Arbeitsstellen vorhanden sind.

Aktion nicht stoppen

Und gerade durch diese Förderungen wird es für die älteren Arbeiter auch leichter einen Job zu bekommen. "Jeder Einzelne ist wichtig und für jeden Einzelnen braucht es die volle Anstrengung der Politik. Daher darf diese Aktion nicht gestoppt werden", sagt Sidl abschließend.
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