09.02.2017, 08:51 Uhr

Die ganze Region feiert Gold-Nici

Weltmeisterin Nicole Schmidhofer präsentiert den sichtlich stolzen Eltern Barbara und Hannes die Goldmedaille. (Foto: GEPA pictures, Walgram)

Nicole Schmidhofer erfüllte sich mit ihrer Super G-Siegesfahrt in St. Moritz vor den Augen ihrer Eltern einen Lebenstraum.

OBERWÖLZ. Genau zehn Jahre nach Renate Götschl hat das Murtal wieder eine Weltmeisterin im Schifahren. Die Speedqueen hat ihren letzten von drei Titeln im Jahr 2007 in Are gefeiert.

Am Dienstag hat Nici Schmidhofer sensationell Gold im Super G ins Lachtal geholt. Die 27-Jährige fuhr allen Konkurrentinnen auf und davon und siegte 33 Hundertstel vor Tina Weirather (LIE) und Favoritin Lara Gut (SUI).

Feinschliff am Lachtal und auf der Grebenzen geholt

Den Feinschliff für das Großereignis hat sich Schmidhofer beim Training zu Hause am Lachtal und auf der Grebenzen in St. Lambrecht geholt. Dort führt ihr Onkel Karl Schmidhofer die Geschäfte.

„Eine echte Sensation. Ich habe schon mit einer Medaille gerechnet - aber dass es gleich Gold wird ...“

„Klein, aber oho"

„Klein, aber oho“, trifft wohl auf niemanden besser zu als auf die mit ihren 1,57 m Körpergröße kleinste Läuferin der gesamten Weltcupläuferinnenriege.

Ihr enormes Kämpferherz, die äußerst positive Lebenseinstellung sowie ihr fröhliches und aufgewecktes Wesen ließ die 27-Jährige groß über sich hinauswachsen und bescherte dem Pistenfloh nach mehreren schmerzhaften Leidenswegen ein Edelmetall-Happyend.

Interview- und Feiermarathon

Just zehn Jahre nach den zwei Goldmedaillen im Super G und Riesentorlauf bei der Junioren-WM in Zauchensee/Flachau und einer grandiosen Fahrt auf der „Engiadina“-Piste haben 1:21,34 Minuten alle bisherigen Ereignisse des Skibezirk IV - Oberes Murtal-Skimädels in einem Jahrzehnt Weltcuprenngeschehen total in den Schatten gestellt.

„Ich darf mich jetzt Weltmeisterin nennen“, hat Nici erst spätabends nach einem echten Interview-, Gratulations- und soliden Feiermarathon im Schweizer Nobelort realisiert.

Karrierekrönung mit WM-Gold

Vor etwas mehr als einem Jahr noch die schwere Kreuzband- und Meniskusverletzung und jetzt die erste Karrierekrönung mit WM-Gold im Super G: „Aufhören ist in meinen schwierigen Karrierephasen nie zur Debatte gestanden.

Zeiten, in denen ich auf mich selbst gestellt war, haben mich geprägt und jede Situation, ob positiv oder negativ, die ich erlebt habe, waren wichtig, dass ich jetzt auch diesen Tag als Weltmeisterin erleben darf.

Von nichts kommt nix und ohne Unterstützung meiner Familie, Verwandten und dem gesamten Umfeld wäre es nicht möglich gewesen, aus den Rückschlägen gestärkt zurückzukommen.“

Wechselbad der Gefühle

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten am Pistenrand und im Zielbereich auch ihre Eltern Barbara und Hannes: „Auf eine Medaille haben wir gehofft, aber dass es gleich Gold wird...!

Am Lachtal war „Teufel los"

Langsam kommt es, am Handy und im Lokal am Lachtal ist der Teufel los“. Auch in ihrer Heimat am Lachtal, insbesondere im Cafe Hannes, wurde kurzfristig eine WM-Party auf die Beine gestellt.

Freunde, Wegbegleiter und Urlaubsgäste feierten

Schwester Martina Schmidhofer, die mit ihrem Lebensgefährten Michael Leitner das beliebte Lokal im Lachtal betreibt, konnte nicht nur viele Wegbegleiter und Freunde, sondern auch langjährige Urlaubsgäste, wie Rapid Wien-Präsident Michael Krammer und den seit zehn Jahren aktiven Familienfanklub, angeführt von den Omas Burgi Hebenstreit und Erna Wurzer, Tanten und Onkeln, Cousinen und Cousins begrüßen.

„Es gibt nichts Schöneres, als eine Lachtalerin als Weltmeisterin. Wir sind überrascht, aber sehr stolz und glücklich. So weit wie die Nici muss man erst einmal kommen“, derartige Kommentare und Aussagen machten rund um die WM-Party die Runde.

Fanclub bei der Abfahrt live vor Ort

Vielleicht gibt es auch noch eine weitere Erfolgsfahrt des Murtal-Goldexpress rund um den WM-Abfahrtslauf, dabei wird am Sonntag auch der Familienfanclub, angeführt von Harald und Walter Horn, für lautstarke Unterstützung am Rand der WM-Piste sorgen.

„Onkel“ Karl Schmidhofer hat sogar kurzfristig ein Feuerwerk organisiert und dafür auch alle Bewilligungen eingeholt.

Stolz auf die Erfolgsfahrt der Lachtaler Weltmeisterin sind natürlich auch ihr erster Trainer Johann Jauch und Union Schönberg-Lachtal-Urgestein Kurt Draschl.

Der 7. Februar wird künftig in der Gemeinde Oberwölz im speziellen am Lachtal sicherlich als spezieller Tag in die Chronik eingehen.

Erstes Geschenk von Rapid-Präsident Krammer

Für das erste offizielle Geschenk hat bereits Rapid Wien-Präsident Michael Krammer gesorgt, der die Super G-Weltmeisterin für einen Ehrenankick zum Meisterschaftsspiel gegen Sturm Graz im Mai in die Bundeshauptstadt eingeladen hat.

Reaktionen

„Murtol-Bluat is hoit koa Nudl-suppn. Gratuliere Wödmasterin!“
Biathlet Christoph Sumann


„Wie cool ist das denn ...“
Schiclub Tanzstatt Lachtal


„Nici, wir freuen uns mit dir und sind stolz auf dich.“
Schigebiet Lachtal


„Freude! Herzliche Gratulation nach St. Moritz.“
Tourismus Oberwölz-Lachtal


„Wahnsinn! Wir haben eine Weltmeisterin.“
MV Schönberg Lachtal


„Herzliche Gratulation! Du hast es dir sowas von verdient.“
Ramona Siebenhofer


„Heimat bist du großer Töchter.“
Olympic Team Austria


„We are the champions. Jubel, Jubel.“
Manuela Khom


„Herzliche Gratulation - Bravo!“
Max Lercher


„Der stolze Onkel gratuliert Nici Schmidhofer zur Goldenen.“
Karl Schmidhofer, Bergbahnen Grebenzen


„Liebe Nici, ganz Österreich ist stolz auf dich.“
Harry Prünster


„Wir dürfen stolz verkünden: Weltmeisterin 2017.“
Café Hannes, Lachtal



Fritz Meyer / Fredi Taucher
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