Ternitz 2040
Das Konzept des Klimaneutralitätsfahrplans der Stadt polarisiert

Eröffnung des Abends mit Tanz und Musik. | Foto: Santrucek
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  • Eröffnung des Abends mit Tanz und Musik.
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Deutlich mehr Andrang als erwartet herrschte bei der Abschlussveranstaltung des Zukunftsprojekts "Ternitz 2040" in der Stadthalle Ternitz. Während die Stadt stolz auf ihren Klimaneutralitätsfahrplan ist, kommt von den Grünen Kritik.

Update am 9. Jänner, 11.52 Uhr

TERNITZ. Mit einer Musik- und Tanzeinlage der Mittelschule Ternitz der Schüler und Schülerinnen wurde die Abschlussveranstaltung eröffnet. 

Katharina Fuchs.

Der Eröffnung durch Katharina Fuchs von der Klima- und Energiemodellregion Schwarzatal und Bürgermeister Christian Samwald (SPÖ) folgte eine kurze Zusammenfassung der Leuchtturmprojekte für ein zukunftsfittes Ternitz.

Die Leuchtturmprojekte kreisten um

  1. Energie
  2. Mobilität
  3. Gebäude
  4. Klimawandelanpassung
  5. Industrie
Großes Interesse der Bevölkerung. | Foto: Santrucek
  • Großes Interesse der Bevölkerung.
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Federführend dabei war das Projektteam, dem neben Fuchs auch Umweltstadträtin Daniela Mohr (SPÖ), Stadtamtsdirektor Gernot Zottl, Johann Daxbeck (Ressourcen Management Agentur), Birgit Gegenbauer (Energie- und Umweltagentur NÖ), Baudirektor Michael Schechl und Clemens Schneider (stellvertretender Leiter des Bauamts & Energieberater) angehörten.

  • Energie: Der Weg sei es, neue, erneuerbare Energiequellen zu nutzen, um die Wärmewende voranzubringen. Es gelte, beim Energieverbrauch immer besser zu werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Leuchtturmprojekt EEG - Schwarzatal Mitte. Die Erneuerbare Energiegemeinschaft soll dafür sorgen, dass Ternitz mehr erneuerbaren Strom direkt verbraucht.
Bürgermeister Christian Samwald. | Foto: Santrucek
  • Bürgermeister Christian Samwald.
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  • Mobilität: Ternitz setzt auf eine "Geh- und Radzeitkarte". Das Ziel sei es, senioren- und familenfreundliche, barrierefreie und sichere Fußwege hervorzuheben, um verschiedene Ziele im Stadtgebiet zu erreichen. – Zum Beispiel Bahnhof, Arztpraxen, Bankfilialen oder den Bäcker. Diese Strecken sollen durch viele Rast-Gelegenheiten für die Fußgänger ergänzt werden.
Die Geh- und Radzeitkarte wird vorgestellt. | Foto: Santrucek
  • Die Geh- und Radzeitkarte wird vorgestellt.
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  • Klimawandelanpassung: Ternitz will Flächen entsiegeln. Dazu wird mit der HTL Mödling ein Entsiegelungskataster erstellt. Als Ergebnis sollen in einer Karte alle Entsiegelungsmaßnahmen mit einem Ampelsystem erfasst werden. "Ziel ist eine Erstellung einer Planungsunterlage für Entsiegelungsmaßnahmen", so Zottl.

"Die Dreiersiedlung wird ein schöner Ort zum Leben und gleichzeitig ein Musterbeispiel für eine nachhaltige Quartiersentwicklung."
Christian Samwald, Bürgermeister

  • Gebäude: Das Siedlungszentrum soll durch soziale, kulturelle und wirtschaftliche Angebote belebt werden. Als Beispiel dient die Quartiersentwicklung in der Ternitzer Dreiersiedlung. Das Volkshaus soll etwa zum kooperativen Zentrum werden. 
  • Industrie: Die ansässigen Betriebe produzieren neben ihren Produkten auch viel Wärme. Diese soll nutzbar gemacht werden. Wie soll in Zusammenarbeit mit der technischen Uni Wien eruiert werden.

Weniger begeistert von den präsentierten Erkenntnissen zeigen sich Grüne-Gemeinderätin Anna Spies und ihre Kollegen: "Nach der Vorstellung der Projekte rund um 'Ternitz 2040', die wir Grünen uns sehr aufmerksam angehört haben, müssen wir leider feststellen, dass die Ergebnisse doch recht enttäuschend sind."

Das Team der Grünen. | Foto: privat

"Es ist grundsätzlich gut, dass sich die Stadtgemeinde dem Thema widmet und sich damit auseinandersetzt, das ist mehr, als in manch anderen Gemeinden passiert."
Anna Spies

Die Leuchtturmprojekte seien Spies zufolge "nur bedingt wirksam und sicher nicht der große Wurf".
Vieles seien nur nette Papiere. "Der Entsiegelungskataster ist zwar interessant, aber nur ein weiteres Papier. Der Geh- und Radnetzplan bringt wenig, solange der Autoverkehr weiter zunimmt, die Autos weiterhin sehr schnell unterwegs sind und gleichzeitig eine sichere Geh- und Radinfrastruktur fehlt", so die Grüne: "Wenn ich zwar weiß, wie lange ich von A nach B brauche, aber ohne fehlenden Geh- oder Radweg nicht sicher hinkomme, hilft mir auch der Plan nichts."
Immerhin hält Spies die Energiegemeinschaften "für eine gute Maßnahme": "Diese müssen nun gut beworben werden."

"Leuchtturmprojekte wie gestern vorgestellt sollen als attraktive Beispiele für die gesamt 42 Maßnahmen des Klimaneutralitätsfahrplans dienen, wie dies auch gestern erklärt wurde. Dass das am 8. Jänner ausgegebene Handout keine detaillierte Ausarbeitung der einzelnen Maßnahmen enthält, sondern als allgemeine Information für die Bevölkerung dienen soll, sollte allerdings selbsterklärend sein", kontert Bürgermeister Samwald.

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