Die Hitze-Aussichten
Wetter-Profi hat keine guten Nachrichten für unsere Region
Feldfrüchte verdorren, Flüsse und Bäche führen kaum Wasser. So schätzt der Würflacher Meteorologe Roland Reiter die Lage ein.
BEZIRK NEUNKIRCHEN. "Ich habe mich gerade erkundigt. Die Sierning führt vielleicht zehn Zentimeter Wasser", berichtet der Ternitzer SPÖ-Bürgermeister Christian Samwald im Gespräch mit MeinBezirk. Im Saubachl sehe es nicht viel besser aus.
Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Bezirkshauptstadt. Neunkirchens Stadt-Vize Günther Kautz (SPÖ): "Mit Wasser schaut's traurig aus. In den Kanälen fließt noch was, aber doch deutlich unter den langjährigen Durchschnitt."
- Roland Reiter.
- Foto: Santrucek
- hochgeladen von Thomas Santrucek
Und auch ein Blick in den Würflacher Johannesbach ist eine traurige Angelegenheit. "Er trocknet vor sich hin. Im Ort ist ein bissl Wasser im Bachbett, hinten bei der Schutzhütte auch, aber in der Klamm selbst gar nix", so der Meteorologe und Gemeinderat Roland Reiter (Unabhängige Bürgerliste "Wir für Würflach").
"Selbst ein deutlich zu nasser Herbst könnte die inzwischen aufgebauten Defizite nur langsam abbauen. Für die Natur und insbesondere für das Grundwasser wäre daher eine länger anhaltende niederschlagsreiche Phase notwendig."
Roland Reiter, Meteorologe
Wenig Anlass zur Hoffnung
"Leider gibt auch der Blick auf die kommenden Monate wenig Anlass zur Hoffnung. Die Mittelfristprognosen der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration – Anm. d. Red.) deuten derzeit auch für September und Oktober tendenziell auf unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen hin. Solche saisonalen Prognosen sind zwar mit entsprechenden Unsicherheiten behaftet, eine nachhaltige Entspannung der Dürresituation zeichnet sich derzeit aber jedenfalls nicht ab", so Reiter.
Tagelanger Regen wäre ein Glücksfall
Die Natur werde sich von diesem Hitzesommer nicht so rasch erholen: "Viele Böden sind bis weit runter komplett ausgetrocknet. Die Schäden an vielen Kulturen wie Mais sind irreparabel, auch beim Obst gibt es große Ertragseinbußen. Es bräuchte flächendeckenden, ergiebigen Regen, am besten über mehrere Tage, damit sich die Natur erholt und das Regenwasser auch in den Grundwasserkörper gelangt. "
Katastrophe für Salamander
Reiter gibt zu bedenken, dass sich der Wassermangel auch massiv auf das tierische Leben auswirkt: "Die Feuersalamander legen ihre Larven ab. Solange sie nicht fertig entwickelt sind und nur Kiemen haben, sind sie auf Wasser angewiesen. Diese Trockenheit überleben sie nicht."
Das könnte dich auch interessieren
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.