Energie für später
So funktioniert das Speichern von Sonnenstrom in NÖ
- Am Dach erzeugter Solarstrom versorgt den Haushalt.
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Wenn Photovoltaikanlagen mehr Strom erzeugen als benötigt, bieten Speicherlösungen eine effiziente Nutzung.
NÖ. Wenn die Sonne scheint, produzieren Photovoltaikanlagen oft mehr Strom, als im Haushalt gerade benötigt wird. Statt diese Energie ungenutzt ins Netz einzuspeisen, setzen immer mehr Haushalte auf Speicherlösungen.
Batteriespeicher als Lösung
Die bekannteste Form der Energiespeicherung im privaten Bereich sind Batteriespeicher. Sie speichern überschüssigen Strom aus der Photovoltaikanlage und stellen ihn später wieder zur Verfügung – etwa am Abend, wenn der Energiebedarf steigt. „Besonders relevant sind dabei Batteriespeicher, wobei hier Lithium-Ionen-Batterien die am weitesten verbreitete Technologie darstellen. Sie zeichnen sich durch einen hohen Wirkungsgrad von rund 95 Prozent, eine kompakte Bauweise und eine hohe Zyklenfestigkeit aus“, erklärt Norbert Flamisch, Bereichsleiter Energie in der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ. Neben der etablierten Lithium-Technologie rücken auch neue Entwicklungen in den Fokus. „Als zukunftsträchtige Alternative gelten Natrium-Ionen-Batterien“, so Flamisch.
Wärme speichern
Auch sogenannte thermische Pufferspeicher spielen eine wichtige Rolle im Haushalt. Sie nutzen überschüssigen Strom, um Wärme zu erzeugen und zu speichern – etwa für Warmwasser oder zur Unterstützung der Heizung. „Dabei wird der Strom der PV-Anlage verwendet, um Wasser in einem Speicher direkt oder mittels Wärmepumpe zu erwärmen“, erklärt Flamisch.
- Norbert Flamisch, Bereichsleiter Energie in der Energie- und Umweltagentur des Landes NÖ
- Foto: P. Ramberger/eNu
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Diese Form der Energiespeicherung gilt als besonders effizient. „Da die Umwandlung von Strom in Wärme mit sehr geringen Verlusten erfolgt. Pufferspeicher eignen sich daher vor allem für Haushalte mit einem hohen Warmwasser- oder Heizbedarf“, betont der Energieexperte.
Intelligentes Management
Immer häufiger werden unterschiedliche Speichertechnologien miteinander kombiniert. „Unter einer Hybridlösung aus Batteriespeicher und Pufferspeicher versteht man ein kombiniertes Energiespeichersystem, das sowohl elektrische Energie (Strom) als auch thermische Energie (Wärme) im Haushalt speichert und intelligent miteinander verknüpft nutzt“, erklärt Flamisch. Die Steuerung erfolgt über ein intelligentes Energiemanagement. „Das System entscheidet dann automatisch, für welchen Bedarf und welche Speicherform der erzeugte PV-Strom am besten im Haushalt genützt wird“, so der Experte.
Strom wird zu Wärme
Wie das Zusammenspiel zwischen Photovoltaikanlage und Pufferspeicher konkret funktioniert, zeigt ein einfacher Ablauf im Alltag. „Tagsüber erzeugt die PV-Anlage Strom, der zuerst direkt im Haushalt verbraucht wird. Überschüssige Energie, die nicht unmittelbar benötigt wird, wird nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist, sondern an den Pufferspeicher weitergeleitet“, erklärt Flamisch. Dort wird die elektrische Energie in Wärme umgewandelt, indem beispielsweise Wasser im Speicher erhitzt wird. „Diese gespeicherte Wärme steht dann nachts oder zu anderen Zeiten mit höherem Bedarf für die Raumheizung oder die Warmwasserbereitung zur Verfügung.“ So kann der Eigenverbrauch des selbst erzeugten Stroms deutlich erhöht und die PV-Anlage insgesamt effizienter genutzt werden.
Energiekosten durch Speicherlösungen senken
Strom- und Wärmespeicher ermöglichen es, tagsüber erzeugte Solarenergie auch in den Abend- und Nachtstunden zu nutzen. Für Haushalte bedeutet das ökologische Vorteile sowie geringere Abhängigkeit vom Stromnetz. Wer selbst erzeugten Solarstrom speichert und später verbraucht, reduziert den Bezug aus dem öffentlichen Netz und damit auch den Einsatz fossiler Energieträger.
- Speichern Sie Ihren Solarstrom und reduzieren Sie Ihre Kosten.
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„Die Möglichkeit, Solarenergie auch nachts zu nutzen, bringt sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile. Aus ökologischer Sicht reduziert sich der Strombezug aus dem öffentlichen Netz, wodurch weniger fossile Energieträger eingesetzt und damit auch die Treibhausgasemissionen gesenkt werden – damit leistet man einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz“, erklärt Norbert Flamisch. Auch wirtschaftlich kann sich der Einsatz lohnen. „Durch einen Speicher steigt die Eigenverbrauchsquote des selbst erzeugten Sonnenstroms und ein Haushalt kann sich auch unabhängiger vom Energieversorger und steigenden Energiepreisen machen“, erklärt Flamisch. Batteriespeicher senken Stromkosten, Pufferspeicher reduzieren Heiz- und Warmwasserkosten.
Effizient für die Nacht vorsorgen
Wenn die Sonne untergeht, produziert die Photovoltaikanlage keinen Strom mehr, der Bedarf im Haushalt bleibt jedoch bestehen. Batteriespeicher speichern tagsüber erzeugte Energie für Abend und Nacht. „Wie viel Strom ein Haushalt realistisch über Nacht aus der eigenen PV-Anlage nutzen kann, hängt maßgeblich von der Größe (sowie Ausrichtung) der PV-Anlage und der Kapazität des Speichers ab“, erklärt Norbert Flamisch. So lässt sich bereits mit einer mittelgroßen Anlage ein Teil des nächtlichen Strombedarfs decken.
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