Körpergedächtnis
Wie Stress im Körper Spuren hinterlässt und was man dagegen tun kann
- Stress betrifft nicht nur den Kopf – auch der Körper sendet Warnsignale. Shiatsupraktikerin Nicole Chalusch erklärt, warum Verspannungen oft mehr als nur Muskelprobleme sind und weshalb es sich lohnt, früh auf die Signale des Körpers zu hören.
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Stress im Kopf, Spannung im Körper: Expertin Nicole Chalusch über das Zellengedächnis und Körpergefühl.
NÖ. Stress und Sorgen hinterlassen oft Spuren, etwa in Form von Verspannungen oder Schmerzen. Warum Körper und Psyche so eng zusammenhängen und weshalb frühes Handeln wichtig ist, erklärt Nicole Chalusch, Shiatsupraktikerin und niederösterreichweite Workshopleiterin für Körper-, Geist- und Naturverbindung.
Stress geht unter die Haut
„Für mich ist der Körper ein Spiegel der Psyche“, erklärt Chalusch. Gefühle, Belastungen und Erfahrungen würden sich im Körper widerspiegeln, genauso wie körperliche Beschwerden die psychische Verfassung beeinflussen können. „Wer unter chronischen Schmerzen leidet, merkt meist auch, wie sehr das auf die Stimmung schlägt. Umgekehrt können psychische Belastungen körperliche Symptome auslösen.“
Ob beruflicher Druck, familiäre Sorgen oder Herausforderungen in der Schule – Stress sucht sich laut Chalusch häufig seinen Weg durch den Körper. Während manche Menschen mit dem Magen reagieren, zeigen sich bei anderen Verspannungen im Nacken-, Schulter- oder Kopfbereich. „Körper und Psyche beeinflussen sich gegenseitig. Was uns belastet, bleibt oft nicht nur im Kopf.“
Dem Körper zuhören
Ein wichtiger Rat der Expertin: Unterstützung möglichst früh in Anspruch nehmen. „Sind Beschwerden noch nicht lange vorhanden und weniger intensiv, braucht es oft nur wenig Unterstützung, damit sich Körper und Psyche wieder regulieren können“, erklärt Chalusch. Wer früh gegensteuert, habe meist bessere Chancen, wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu finden.
- Shiatsupraktikerin Nicole Chalusch rät dazu, die Signale des Körpers ernst zu nehmen.
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Gerade bei chronischen Beschwerden empfiehlt Chalusch, nicht nur das Symptom zu betrachten, sondern auch dessen mögliche Botschaft. „Man sollte sich fragen: Was möchte mir mein Körper sagen? Was braucht gerade meine Aufmerksamkeit?“ Regelmäßige Auszeiten und bewusste Momente der Erholung seien dabei ebenso wichtig wie professionelle Begleitung – besonders in einem oft hektischen Alltag.
Körpergedächnis
In ihrer Arbeit erlebt Chalusch immer wieder, dass der Körper in verschiedenen Schichten wahrgenommen werden kann: „Ich spreche gerne vom Zellen- oder Körpergedächtnis. Mein Eindruck ist, dass der Körper etwas erzählen möchte und verstanden werden will. Manchmal kann eine behandelnde Person dabei wie ein Übersetzer wirken.“ Dabei gehe es nicht um Mystik, sondern um ein sensibles Wahrnehmen dessen, was der Körper ausdrückt. Ziel ihrer Arbeit sei es nicht, Antworten vorzugeben, sondern Menschen dabei zu unterstützen, wieder Zugang zu ihrem eigenen Körpergefühl zu finden. „Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch der Experte für seinen eigenen Körper und sein eigenes Leben ist“, sagt Chalusch. „Ich sehe meine Aufgabe darin, Menschen dabei zu begleiten, dieses Wissen wiederzuentdecken, damit sie gesund und erfüllt leben können.“
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