Sexuelle Krankheiten immer häufiger
Zuerst die Vorsorge, dann das Vergnügen - Safer Sex im Fokus
- Steigende Zahlen: Aufklärung, Vorsorge und Safer Sex sind die wichtigsten Maßnahmen, um sexuell übertragbaren Krankheiten vorzubeugen.
- Foto: Pexels
- hochgeladen von Lina Chalusch
Ob HIV, Hepatitis oder Tripper: Sexuell übertragbare Krankheiten sind leider kein Thema vergangener Jahrzehnte. Auch in Niederösterreich werden jedes Jahr zahlreiche Infektionen registriert. Fachleute raten deshalb zu Vorsorge, regelmäßigen Tests und einem offenen Umgang mit dem Thema.
NÖ. Der aktuelle Jahresbericht der Europäischen Gesundheitsagentur ECDC zeigt einen deutlichen Anstieg bei mehreren sexuell übertragbaren Erkrankungen. Besonders Gonorrhoe (Tripper) breitet sich aus: 2023 wurden in den EU- und EWR-Staaten knapp 100.000 Fälle registriert, ein Plus von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit 2014 hat sich die Zahl der Erkrankungen sogar mehr als verdreifacht. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 20 und 24 Jahren sowie Männer im Alter von 25 bis 34 Jahren.
Ein bunter Krankheitsblumenstrauß
Zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen zählen Chlamydien, Humane Papillomaviren (HPV), Herpes, HIV, Hepatitis B sowie klassische Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe. Während gegen HPV und Hepatitis B wirksame Impfungen zur Verfügung stehen, können andere Erkrankungen nur durch frühzeitige Diagnose und Behandlung eingedämmt werden.
Symptome ernst nehmen
Erste Anzeichen können unter anderem Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz, Ausfluss, Hautveränderungen oder geschwollene Lymphknoten sein. Manche Infektionen verlaufen jedoch lange Zeit ohne Beschwerden und bleiben deshalb unentdeckt. Unbehandelt können sie schwerwiegende Folgen wie Unfruchtbarkeit, chronische Schmerzen oder Organschäden verursachen.
- Kondome gehören zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen viele sexuell übertragbare Krankheiten.
- Foto: Pexels
- hochgeladen von Lina Chalusch
Wer nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr Beschwerden bemerkt oder einen Verdacht hat, sollte sich an eine Hausärztin oder einen Hausarzt beziehungsweise an Fachärzte für Gynäkologie, Urologie oder Dermatologie wenden.
Zahlen aus Niederösterreich
Auch in Niederösterreich spielen sexuell übertragbare Erkrankungen immer noch eine große Rolle: Im Jahr 2025 wurden landesweit 361 Hepatitis-Fälle gemeldet. Laut dem Zentrum für Virologie der Medizinischen Universität Wien wurden zudem 2023 insgesamt 28 HIV-Neudiagnosen in Niederösterreich registriert.
Der beste Schutz bleibt eine Kombination aus Safer Sex, insbesondere der Verwendung von Kondomen, Impfungen gegen HPV und Hepatitis B sowie einem verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen sexuellen Gesundheit. Zwar bieten Kondome keinen vollständigen Schutz vor allen Infektionen, sie senken das Ansteckungsrisiko jedoch deutlich.
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.