Astro-Highlight über Oberösterreich
Faszinierende Sonnenfinsternis birgt Gefahren fürs Augenlicht
- Die Sonnenfinsternis startet am 12. August um 19:23 Uhr. Medizinalrat Paul Niederberger empfiehlt, ausschließlich unbeschädigte Sonnenfinsternis-Brillen oder Sonnenfilter zu verwenden, die der europäischen Norm EN ISO 12312-2 entsprechen.
- Foto: smarterpix/kevron2002
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Am 12. August 2026 wird Oberösterreich Zeuge einer seltenen Abend-Sonnenfinsternis. Das Naturschauspiel erfordert aber besondere Vorsichtsmaßnahmen.
OBERÖSTERREICH. Am Abend des 12. August 2026 erwartet Oberösterreich ein außergewöhnliches astronomisches Ereignis: eine Sonnenfinsternis, die sich mit dem Sonnenuntergang überschneidet. Der Mond schiebt sich dabei fast vollständig vor die Sonne und sorgt für eine faszinierende Lichtstimmung. Das Besondere an diesem Ereignis ist die maximale Verdeckung von 89 Prozent, die genau während des Sonnenuntergangs stattfindet. Beobachter sollten sich jedoch gut vorbereiten, da das Zeitfenster für das Spektakel äußerst knapp ist.
Der genaue Zeitplan der Finsternis
Das Ereignis beginnt um 19:23 Uhr, wenn der Mond langsam von rechts oben vor die Sonnenscheibe tritt. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne noch etwa acht Grad über dem Horizont. Der Höhepunkt der Finsternis wird um 20:14 Uhr erreicht, wenn nur noch eine schmale, glühende Sichel der Sonne sichtbar bleibt. Bereits eine Minute später, um 20:15 Uhr, verschwindet die verfinsterte Sonne hinter dem Horizont. Das Ende der Finsternis ist von Oberösterreich aus nicht mehr zu sehen. Aufgrund der tiefen Position der Sonne am Horizont ist es wichtig, einen Standort mit freier Sicht nach Nordwesten zu wählen.
Augenschutz ist unverzichtbar
Die Abend-Sonnenfinsternis mag durch das gedämpfte Licht harmlos erscheinen, doch der Eindruck täuscht. Selbst bei einer 89-prozentigen Verdeckung bleibt die UV- und Infrarotstrahlung der Sonne stark genug, um die Netzhaut dauerhaft zu schädigen. Herkömmliche Sonnenbrillen bieten keinen ausreichenden Schutz.
Medizinalrat Paul Niederberger, Fachgruppenobmann für Augenheilkunde der Ärztekammer Oberösterreich, empfiehlt ausschließlich unbeschädigte Sonnenfinsternis-Brillen oder Sonnenfilter zu verwenden, die der europäischen Norm EN ISO 12312-2 entsprechen.
„Es ist auf ein intaktes Produkt aus seriöser Quelle zu achten, da beschädigte oder gefälschte Produkte keinen sicheren Schutz bieten“, so der Experte.
Gerade bei einer teilverfinsterten oder tief stehenden Sonne werde die Helligkeit als weniger intensiv wahrgenommen, wodurch Menschen länger hineinschauen.
"Die schädliche UV- und mehr noch die energiereiche sichtbare Strahlung kann die Netzhaut dennoch schwer schädigen,“ warnt Niederberger.
Schon wenige Sekunden könnten zu einer sogenannten Sonnenretinopathie führen – einer Verbrennung der Netzhaut mit bleibenden Schäden im Bereich des schärfsten Sehens. Die Folge seien dauerhafte Sehverschlechterung, Verzerrtsehen oder ein zentraler blinder Fleck.
Eine wirksame Erste Hilfe bei solchen Schäden gibt es laut Niederberger nicht. Wichtig sei, nicht erneut in die Sonne zu blicken. „Treten danach verschwommenes Sehen, Verzerrungen oder ein dunkler Fleck im zentralen Gesichtsfeld auf, sollte umgehend eine augenärztliche Untersuchung erfolgen."
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