Trusted Flagger
Hass im Netz, Kinder- und Jugendanwaltschaft hilft Betroffenen
- Doris Bonifarth (Leiterin der KiJA OÖ-Präventionsstelle), Chefinspektorin Kerstin Matschiner (Landespolizeidirektion OÖ, Kriminalprävention), Christine Winkler-Kirchberger (Kinder- und Jugendanwältin des Landes OÖ) und Barbara Zinhobler (Juristin, KiJA OÖ), v. l.
- Foto: Land OÖ/Andreas Krenn
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Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (KiJA) Oberösterreich ist seit April 2025 offiziell als Trusted Flagger anerkannt. Sie unterstützt Betroffene bei Hass im Netz und meldet rechtswidrige Inhalte direkt an Online-Plattformen. Mehrere hundert Meldungen sind bereits eingegangen.
OBERÖSTERREICH. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich hat den Status eines Trusted Flaggers nach dem Digital Services Act erhalten. Damit kann sie schneller gegen Hass im Netz vorgehen. Christine Winkler-Kirchberger ist die Kinder- und Jugendanwältin des Landes Oberösterreich. Sie erklärt:
„Unser Auftrag ist es, Kinder und Jugendliche dort zu schützen, wo sie sich aufhalten."
Das sei heute auch der digitale Raum. Mit dem neuen Status könne man wirksamer gegen Cybermobbing und digitale Gewalt vorgehen.
Mehrere hundert Meldungen seit April
Seit April 2025 sind bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich mehrere hundert Meldungen eingegangen. Rund 70 davon wurden als rechtswidrig eingestuft. Diese wurden an die jeweiligen Plattformen weitergeleitet. Die Beratung erfolgt anonym, kostenlos und vertraulich. Strafrechtlich relevante Fälle werden auch an Interpol und Stopline gemeldet.
Vielfältige Formen digitaler Gewalt
Die Erfahrungen zeigen, wie vielfältig digitale Gewalt ist. Sie reicht von Bloßstellungen über Erpressungen bis zu Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Barbara Zinhobler ist Juristin bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich. Sie sagt:
„Die Gefahren im Internet entwickeln sich schneller, als rechtliche Regelungen Schritt halten können."
Kinder und Jugendliche bräuchten Medienkompetenz und verlässliche Ansprechpersonen.
Problematische Online-Phänomene nehmen zu
Besonders bedenklich sind neue Formen digitaler Einflussnahme. Das internationale Online-Phänomen „The Com" ist ein aktuelles Beispiel. Dabei werden junge Menschen über Messenger-Dienste angesprochen und manipuliert. Teilweise werden sie zu Selbstverletzung oder Straftaten gedrängt. Auch andere Strömungen wie die Manosphere beeinflussen junge Menschen stark.
Doris Bonifarth leitet die Präventionsstelle der Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich und fordert: "eine enge Vernetzung aller relevanten Institutionen." Digitale Gewalt stoppe man weder durch Wegschauen noch durch einfache Verbote. Die Plattform Gewaltprävention Oberösterreich wird von sechs zentralen Organisationen getragen. Dazu gehört auch die Landespolizeidirektion Oberösterreich.
Polizei setzt auf Prävention und Beziehung
Kerstin Matschiner, Chefinspektorin bei der Landespolizeidirektion Oberösterreich, ist im Bereich Kriminalprävention tätig: „Kinder und Jugendliche, die sich gesehen, gehört und ernst genommen fühlen, sind weniger anfällig für extreme Einflüsse," sagt Matschiner. Jugendliche bräuchten Verbündete und keine Gegner. Beziehung sei der beste Schutz. Die Polizei trage sowohl in der Repression als auch in der Prävention ihren Teil bei.
- v.l.: Barbara Zinhobler (Juristin, KiJA OÖ), Christine Winkler-Kirchberger (Kinder- und Jugendanwältin des Landes OÖ), Chefinspektorin Kerstin Matschiner (Landespolizeidirektion OÖ, Kriminalprävention) und Doris Bonifarth (Leiterin der KiJA OÖ-Präventionsstelle).
- Foto: Land OÖ/Andreas Krenn
- hochgeladen von Marlene Leitner
Neuer Workshop vermittelt Medienkompetenz
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich bietet einen neuen Workshop an. Er trägt den Titel „Alles fake? – Medienkompetenz als digitales Kinderrecht". Der Workshop richtet sich an Kinder und Jugendliche ab sechs Jahren. Er vermittelt einen Orientierungskompass für die digitale Welt. Dabei werden kinderrechtlicher Schutz und Expertenwissen über digitales Marketing verbunden.
Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Oberösterreich hat einen Plakat-Folder erstellt. Er trägt den Titel „Gemeinsam stark gegen digitale Gewalt". Er gibt jungen Menschen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung an die Hand. Damit können sie sich gegen digitale Gewalt wehren und Hilfe bekommen.
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