Kein Scherz: 1. April ist Thomas Stelzers Tag

Landeshauptmann Josef Pühringer (r.) übergibt an Thomas Stelzer (l.). Im Hintergrund die künftige Landesrätin Christine Haberlander und OÖVP-Geschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer.
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  • Landeshauptmann Josef Pühringer (r.) übergibt an Thomas Stelzer (l.). Im Hintergrund die künftige Landesrätin Christine Haberlander und OÖVP-Geschäftsführer Wolfgang Hattmannsdorfer.
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OÖ (pfa). Die Erleichterung war allen ÖVP-Funktionären ins Gesicht geschrieben. Lange wurde über den Rücktritt des Josef Pühringer nach fast 22 Jahren spekuliert. Am vergangenen Donnerstag trat die ÖVP-Spitze schließlich vor die Presse und verkündete: Am 1. April wird Thomas Stelzer zum OÖVP-Chef gekürt, sechs Tage später, am 6. April, wird er sich vom Landtag zum Landeshauptmann wählen lassen. Dass der Führungswechsel nun über die Bühne geht, ist für die ÖVP ein großer Schritt. Im Vorfeld war die Partei von internen Grabenkämpfen gebeutelt.

Kein Innviertler in Regierung

Spekuliert wurde nicht nur über den Zeitpunkt von Pühringers Rücktritt, sondern auch, wie Stelzer seine Regierung zusammensetzt. Die Wogen gingen hoch. Diesmal meldeten nicht nur die Bünde – also die Interessengruppen innerhalb der ÖVP – ihre Ansprüche an, sondern auch die Regionen und die Frauen. Das Innviertel entgleitet der Volkspartei immer mehr. Es ist mittlerweile eine Hochburg der FPÖ. Ein Vertreter aus dieser Region in der Regierung hätte der ÖVP geholfen, dort wieder an Boden zu gewinnen. Gleichzeitig musste aber eine Frau in die Regierung. Zu viel Häme hat die Partei dafür einstecken müssen, nicht von vornherein eine Landesrätin gestellt zu haben. Ein Spagat, der nicht zu schaffen war. Paradoxerweise scheiterte die Partei an der Frage der Quoten, obwohl sie seit jeher ihre Spitzenpositionen mit den von den Bünden auferlegten Quoten besetzt.

Demonstrative Einigkeit

Mit der Ennserin Christine Haberlander zieht eine Gesundheitsexpertin in die Landesregierung ein. Die ÖVP hat sich somit für eine junge, gebildete Frau entschieden, um auf diesem Terrain mehr Sympathien zu bekommen. Das Inn-
viertel muss warten.

Trotz aller Querelen zeigt sich die Partei jetzt in demonstrativer Einigkeit. Alle Entscheidungen fielen im Parteivorstand einstimmig. „Ich freue mich sehr über diese Geschlossenheit. Da braucht niemand zu hoffen, dass man irgendeinen Riss wieder aufmachen könnte“, erkärte Josef Pühringer, der, so wie er beteuerte, jetzt „mit Leichtigkeit“ geht.

Das OÖVP-Regierungsteam im Detail:

Thomas Stelzer ist bald der Landeschef
Was 1992 gegen den Willen seiner Eltern begann – er wechselte von Raiffeisen hauptberuflich in die Politik –, gipfelt nun im höchsten Amt des Landes. Darüber hinaus wird Thomas Stelzer die Ressorts Personal, Jugend, Kultur und Entwicklungszusammenarbeit leiten. Das Finanzressort, in dem er mit Michael Strugl zusammenarbeitet, kommt ebenfalls in seine Hoheit. Stelzer feiert am 21. Februar seinen 50er. Er ist mit der Unternehmerin Bettina Stelzer-Wögerer verheiratet. Das Paar hat zwei Kinder. Stelzer stammt aus Linz, studierte Jus und gilt als ruhiger, beständiger und besonnener Mensch. Diese Eigenschaften kommen ihm zugute, wenn er künftig in seiner Rolle als Landeschef die Wogen bei allfälligen Streitereien wieder glätten muss.

Sein Stellvertreter wird Michael Strugl
Mit Michael Strugl hat Stelzer einen sehr gegensätzlichen Stellvertreter. Strugl gilt als temperamentvoll und streitbar. Der 53-Jährige bekommt zu seinem Mega-Ressort (Arbeitsmarkt, Wirtschaft, Tourismus, Energie, Europa, Sport und Raumordnung) jetzt auch Forschung, Wissenschaft und das Beteiligungsmanagement dazu. Außerdem ist vereinbart, dass er seine Zustimmung zu den Landesbudgets und der mittelfristigen Finanzplanung geben muss. Strugl und Stelzer haben ein schwieriges Verhältnis: Einerseits stehen sie sich nahe und sind als Freunde gemeinsam in der Partei groß geworden. Andererseits sind sie Konkurrenten um Spitzenpositionen. Strugl hat zwei Kinder und ist mit der Journalistin Doris Nentwich verlobt.

Neu ist Christine Haberlander
„So ähnlich wie bei Sebastian Kurz“, sagt ein ÖVP-Funktionär. Überraschend zieht die 35-jährige Ennserin Christine Haberlander in die Regierung ein. Sie war bisher Expertin für Gesundheitsfragen im Büro von Josef Pühringer und wird neben ihrer Fachkompetenz für ihr gutes Auftreten geschätzt. Neben Gesundheit wird sie Bildung und die derzeit SPÖ-geführten Frauenagenden innehaben. Die SPÖ hat angekündigt, das Frauenressort nicht der ÖVP überlassen zu wollen. Hier stehen der jungen Landesrätin die ersten Konflikte ins Haus. Haberlander stellt jetzt ihren Mitarbeiterstab zusammen. Pühringers Kabinettschef Jakob Hochgerner wird ihr Büroleiter. Privat ist sie Single. Mehr zur neuen Landesrätin finden Sie hier

Alles beim Alten: Max Hiegelsberger
Der 51-jährige Meggenhofener ist seit 2010 in der Landesregierung. Gerüchte haben davon hören lassen, dass er für einen Innviertler seinen Sitz räumen muss. Dies hat sich jedoch nicht bewahrheitet – Hiegelsberger hat den vollen Rückhalt des Bauernbundes. Er bleibt nach wie vor für Land- und Forstwirtschaft, Gemeindeförderungen, Jagd, Fischerei, Veterinärrecht und Lebensmittelaufsicht zuständig. Privat ist Hiegelsberger sehr der Musik verbunden. Er ist ein ausgezeichneter Trompeter und gilt als sehr bodenständiger Zeitgenosse mit viel Tiefgang. Der Landwirt war viele Jahre Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Meggenhofen. Seit 1989 ist er mit seiner Frau Elisabeth verheiratet. Die beiden haben drei Söhne.

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