Landesrat Stefan Kaineder
„Wir müssen darauf achten, was wir kaufen"

Stefan Kaineder befürwortet ein kommendes Lieferkettengesetz der EU-Kommission.
  • Stefan Kaineder befürwortet ein kommendes Lieferkettengesetz der EU-Kommission.
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  • hochgeladen von Manuel Tonezzer

Landesrat Stefan Kaineder von den Grünen OÖ befürwortet ein kommendes EU-Lieferkettengesetz.

OÖ. „Wir müssen darauf achten, was wir kaufen und wo produziert wird", appelliert Stefan Kaineder. „Es ist eine sehr gute Nachricht, dass es in naher Zukunft ein wirksames EU- Lieferkettengesetz geben soll. Die globale Wirtschaft darf nicht auf Kosten von sozialen, menschenrechtlichen und ökologischen Standards profitieren", fügt er hinzu. Laut aktuellen Informationen soll die EU-Kommission demnächst einen Gesetzesentwurf dazu vorlegen.

Ausbeutung durch Lieferketten

Durch die zunehmende Globalisierung in den vergangenen Jahrzehnten profitierten insbesondere die Industrieländer. Entwicklungsländer und der globale Süden leiden hingegen darunter, dass Lieferketten Ausbeutung, Umweltzerstörung, Tierleid und Kinderarbeit oftmals akzeptieren oder totschweigen.  „Wenn wir im Supermarkt-Regal oder im Kleidergeschäft zugreifen, sehen wir nicht, wenn ein Kleinbauer in Südamerika kaum das Nötigste zum Leben erwirtschaftet, eine Textilarbeiterin in Indien unter giftigen Chemikalien leidet oder Tiere gequält werden", sagt Stefan Kaineder.

Missstände bei Decken und Jacken

Insbesondere bei Textilien mit Daunen herrscht nach wie vor ein großes Problem. „Es ist enttäuschend, dass viele Unternehmen nach wie vor auf Daunen aus unbekannter Herkunft setzen. Damit fördern sie die Misshandlung von Tieren, obwohl es genügend Alternativangebote aus zertifizierten Quellen gibt. Wer nicht auf Daunen verzichten will, sollte daher unbedingt dort kaufen, wo die Herkunft transparent nachgewiesen und Tierqual ausgeschlossen wird“, sagt Veronika Bohrn Mena, von Initiative Lieferkettengesetz. Ein Marktcheck zeige, dass Textilunternehmen wie Peek & Cloppenburg, Kastner & Öhler oder Kleiderbauer nach wie vor nicht-zertifizierte Daunen- Produkte verkaufen, bei denen die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass die Tiere lebendig gerupft wurden.

Betten Reiter übernimmt Verantwortung

Vor allem das oberösterreichische Unternehmen „Betten Reiter" übernimmt in dieser Thematik soziale Verantwortung. Themen wie faire Arbeitsbedingungen, Tierschutz oder Umwelt sind Geschäftsführer Peter Hildebrand besonders wichtig: „Ein erfolgreiches Geschäftsmodell kann und darf nicht negative Auswirkungen auf diese Faktoren haben.“ Die Reiter Tierschutzgarantie, die seit 2010 umgesetzt wird und das Siegel „Downpass“, das es seit 2017 gibt, garantieren den Kunden, dass die Daunen und Federn nicht aus Lebendrupf oder von zwangsgefütterten Tieren stammen.

Initiative SO:FAIR

Die Initiative SO:FAIR setzt sich seit knapp 15 Jahren dafür ein, sozial-faire Beschaffung voranzutreiben und besteht als Konsortium von Klimabündnis, Südwind und Fairtrade. Ziel der Initiative ist es, dass Beschaffer nur solche Produkte aus Billiglohnländern beziehen, die unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt werden. „Soziale, faire und ökologische Beschaffung ist für die Gemeinden und das Land eine einfache aber sehr effektive Möglichkeit die Welt gerechter und klimafreundlicher zu machen. Gleichzeitig agieren Gemeinden und Organisationen als Vorbilder und können Bürger motivieren auch selbst aktiv zu werden", sagt Norbert Rainer, Regionalstellenleiter vom Klimabündnis OÖ.

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