Kennzeichnung von Fleisch gefordert
Mehr Chancen für Regionalität durch Corona-Krise

Gregor Dietachmayr (Pöttinger), Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP), Markt- und Meinungsforscher Werner Beutelmeyer und Florian Hippesroither (Gourmetfein).
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  • Gregor Dietachmayr (Pöttinger), Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP), Markt- und Meinungsforscher Werner Beutelmeyer und Florian Hippesroither (Gourmetfein).
  • Foto: Land OÖ
  • hochgeladen von Thomas Kramesberger

Krankheit, Unsicherheit, Veränderung: Die Corona-Krise beeinflusst die ganze Welt – zumeist negativ, aber in einigen Bereichen birgt die Krise eine Chance. So etwa für heimische Bauern und Lebensmittelerzeuger.

OÖ. Denn: „Regionalität hat durch die Corona-Krise einen gewaltigen Schub erhalten“, sagt Meinungsforscher Werner Beutelmeyer vom Linzer Market Institut. Einer aktuellen Umfrage zufolge wollen 54 Prozent der Österreicher in Zukunft „regionaler Einkaufen“. „Die Chancen für das Regionale haben sich durch die Krise verbessert“, so Beutelmeyer. Und: 20 Prozent mehr regionaler Einkauf würde 46.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen lassen, ergänzt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP).

"Junge Menschen: Problem sich als Landwirt zu outen"

Obwohl der Trend zur Regionalität und zu heimischen Produkten erkennbar sei, nehme die Wertschätzung für die Landwirtschaft und das „Bauer-sein“ seit Jahren ab, meint Pöttinger-Geschäftsführer Gregor Dietachmayr. „Junge Menschen haben oft ein Problem, sich als Landwirt zu outen“, sagt der Chef des Landmaschinen-Herstellers. Dietachmayr sieht außerdem einen Zwiespalt in der Debatte um mehr Regionalität: Einerseits gäbe es viel Kritik an Zuständen beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies, andererseits wolle der Konsument an der Kasse nur zwei bis drei Euro für das Kilo Schweinefleisch bezahlen.

"Kennzeichnung ist eine Frage des Wollens"

Den Preisdrückereien entgegengesetzt entwickelt der Grieskirchner Fleischverarbeiter Gourmetfein sein Geschäftsmodell: Seit 2014 kauft man kein Fleisch mehr am freien Markt, sondern setzt auf gezielte Zusammenarbeit mit heimischen Bauern. Gentechnikfreie Fütterung, Tierwohl, und glyphosatfreie Felder werden den zuliefernden Landwirten von Gourmetfein extra vergütet. Außerdem ist jedes Stück Fleisch rückverfolgbar, sagt Geschäftsführer Florian Hippesroither. Für ihn ist eine Herkunftskennzeichnung bei Fleisch „keine Frage des Könnens, sondern des Wollens“. Hippesroither sieht die Preisdebatte im Handel generell kritisch: „Viele Konsumenten sind bereit mehr zu bezahlen. Nicht nur der Preis löst die Kaufentscheidung aus“. Dem pflichtet Marktforscher Beutelmeyer bei: Der Handel habe bei regionalen Produkten sehr wohl Preisspielraum. „Bei etwas mehr Mut wäre ein zehn Prozent höherer Preis sicher drinnen“, so Wissenschafer.

"Ein Angriff auf das System"

Landesrat Hiegelsberger sieht ebenfalls den Handel in der Pflicht. Die Milchpreisproteste im heurigen Frühjahr seien, obwohl ein Konzern im Fokus stand, nicht nur an diesen adressiert gewesen. „Das war kein Angriff auf eine Handelskette, sondern ein Angriff auf ein System. Wir wollen nicht Regionalität um jeden Preis“, so Hiegelsberger. Für den Agrarlandesrat ist es die Nachvollziehbarkeit aus Sicht des Konsumenten zentral, also etwa eine Herkunftskennzeichnung von Produkten, egal ob im Handel oder der Gastronomie. Nichtsdestotrotz sei jeder Einzelne gefordert, seine Kaufentscheidungen zu bedenken: „Bei 2,99 Euro gibt jeder die Forderung nach mehr Tierwohl an der Kasse ab“, sagt Hiegelsberger.

Gregor Dietachmayr (Pöttinger), Landesrat Max Hiegelsberger (ÖVP), Markt- und Meinungsforscher Werner Beutelmeyer und Florian Hippesroither (Gourmetfein).

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