Schachendorf/Schandorf
Migranten aufgegriffen, Bürgermeister beruhigen

In Schandorf wurden zuletzt einige Flüchtlinge aufgegriffen. Auch in Schachendorf gab es solche.
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Nach einigen Medienberichten und Aufregung, beruhigen Bürgermeister. Sie sehen keine Unruhe in der Bevölkerung.

BEZIRK OBERWART. Mediale Meldungen in den vergangenen Wochen rund um illegale Migranten, die im Bereich Schachendorf/Schandorf aufgegriffen wurden, sorgten für Aufregung. Vor allem der stellvertretende FPÖ-Landesparteiobmann und Gemeindevorstand von Rechnitz Thomas Karacsony kritisierte die Situation: „Die Situation in Schachendorf ist alarmierend! Bewohner riefen mich an und bestätigten Medienberichte: Männliche Stimmen aus den Wäldern, von Lagerfeuern und Müll. Dass solche Vorkommnisse in einer knapp 800 Einwohner starken Gemeinde für Angst und Unruhe sorgen, ist selbsterklärend, in keinster Weise akzeptabel und muss schnellstmöglich unterbunden werden!“
Auch LA Alexander Petschnig zeigte sich besorgt und nimmt Land und Bund in die Pflicht: „Die Zahl der Aufgriffe von illegalen Migranten wird von Jahr zu Jahr höher, und immer mehr Asylwerber wollen über die burgenländische Grenze. Dies ist ein Faktum, welches sich derzeit in Schachendorf auf besonders unangenehme Art bemerkbar macht und nicht länger schöngeredet werden darf. Das Patroullieren der Polizei ist begrüßenswert, geht jedoch bei allen Bemühungen nicht weit genug. Ich fordere die Landesregierung sowie das Innenministerium auf, endlich durchzugreifen und Aktionen zu setzen, die dieses unkontrollierte Umherwandern und Vagabundieren von Asylwerbern durch unser Burgenland endlich unterbinden! Es darf keine Anarchie in Schachendorf geben!“

Aufgriff durch Bürgermeister

Bestätigt wird ein vermehrtes Auftreten von Migrantengruppen von den Bürgermeistern aus Schachendorf und Schandorf. "Es ist richtig, dass seit November zwischen Rechnitz und Schandorf verstärkt Migranten über die Grenze kommen. Die Schlepper lassen die Flüchtlinge in Ungarn raus und sie suchen sich dann den Weg nach Österreich", schildert Bgm. Werner Gabriel, der zuletzt selbst eine Gruppe stoppte: "Ich wurde um 6.45 Uhr angerufen und habe mich daraufhin selbst in den Dienst gestellt. Ich habe die Gruppe angehalten und meine Kollegen verständigt. Die erste Frage war: "Sind wir schon in Österreich?" Die Antwort schien für sie eine Erleichterung gewesen zu sein. Eine Häufung in den nächsten Wochen ist möglich, von großer Besorgnis kann allerdings keine Rede sein."
Bgm. Robert Marlovits aus Schachendorf - ebenfalls Polizist - versucht zu beruhigen: "Es stimmt, dass seit mehreren Wochen immer wieder Personen aufgegriffen werden. Diese sind aber keine Gefährdung, wie es manche Personen gerne darstellen. Die Migranten wollen schnell aufgegriffen werden und suchen um Asyl an. Sie sollten nicht mit Kriminellen vermischt werden. Natürlich ist es gut, wachsam und aufmerksam zu sein. Eine Unruhe herrscht in der Bevölkerung deshalb nicht. Das bestätigen auch Gespräche mit den Menschen."

Lager in Ungarn und Serbien

"Großteils sind es Männer zwischen 16 und 30 Jahren, vereinzelt sind auch Frauen oder Kinder dabei. Hauptsächlich stammen sie aus Syrien oder Afghanistan. Es gibt größere Lager in Ungarn und Serbien. Gerade in den Wintermonaten ist das schon bekannt, dass Flüchtlinge den Weg nach Österreich suchen. Es gibt bekannte Schlepperrouten. Eine davon endet bei Bozsok, von wo aus die Migranten dann den Weg zu uns selbst irgendwie suchen. Weitere Regionen sind Lutzmannsburg oder Heiligenkreuz, in denen seit November immer wieder Personen über die Grenze gelangten", so Marlovits, der auf die Zusammenarbeit mit den ungarischen Kollegen setzt: "Die Kooperation mit Ungarn ist wichtig. Wir haben auch Drohnen im Einsatz!"
"In Schandorf waren es zuletzt Flüchtlinge aus dem Lager in Serbien. Ich habe Lagerkarten gefunden, die das bestätigten. Ein Problem ist, dass die Schlepper darauf drängen, dass sie Ausweise und Lagerkarten wegwerfen, damit es schwieriger ist, zu eruieren, woher sie kommen", so Gabriel.
"Ich kann dazu wenig sagen, da ich auch nur aus Medien- und Polizeiberichten über Aufgriffe im Raum Rechnitz und Schachendorf erfahren habe", so Bgm. Martin Kramelhofer aus Rechnitz.

114 Grenzübertritte 2020

"Die Anzahl der illegalen Grenzübertritte von Migranten ist im abgelaufenen Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 angestiegen. Im Jahr 2019 registrierten wir 45 Grenzübertritte. 2020 waren es 114. Dieser Trend setzt sich auch zu Beginn des heurigen Jahres fort. Im Jänner hatten wir bisher 25 Anhaltungen. Die illegalen Grenzübertritte finden meist in der Nacht, von den Migranten zu Fuß und an der grünen Grenze statt", bestätigt auch Bezirkspolizeikommandant Oskar Gallop.
"Der Nachweis der Identitäten ist schwierig, weil in der Regel die Migranten alle Dokumente und Beweismittel zerstören bzw. beseitigen, die einen Rückschluss auf ihre Identität bzw. Herkunft zulassen würden. Die größte Gruppe der Migranten erklären, dass sie aus Syrien, Afghanistan oder Irak geflüchtet sind", schildert Gallop, der die Zusammenarbeit mit dem Bundesheer betont: "Die Grenzüberwachung wird gemeinsam mit dem Österreichischen Bundesheer vorgenommen. Die Kooperation ist ausgezeichnet."

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