Bramberg: Anklöckler streiken, weil die Gemeinde sich nicht um Flüchtlinge bemüht

- hochgeladen von Christa Nothdurfter
Der folgende Leserbrief stammt von Maria Oberleitner und Helene Bachler
Anklöcklergruppe im Streik
Herbergsuche 2015: Bramberg nimmt keine Flüchtlinge auf
Der Advent ist in vielen Salzburger Orten auch eine Zeit für den Brauch des „Anklöckelns“. Die Mühsal, die Maria und Josef vor 2000 Jahren erlebten, ist heute für viele Flüchtlinge wieder aktuell geworden. Unsere Anklöcklergruppe aus Bicheln kann und will keine Heuchelei betreiben in der Form, die biblische Herbergsuche zu Bethlehem nachzuspielen, wenn gleichzeitig den heutigen Flüchtlingen die Tür versperrt wird. Es ist für uns fragwürdig, sich die Herbergsuche von Josef und Maria anzuhören und den Wirt für sein Verhalten zu verurteilen, obwohl man selber nicht bereit ist, Herbergsuchende aufzunehmen. Leider haben wir den Eindruck dass unsere Gemeinde zuwenig tut, um Flüchtlinge unterzubringen.
"Wir weigern uns, öffentliche Auftritte zu machen und uns selbst der Scheinheiligkeit zu überführen…"
Wir Anklöckler aus Bicheln weigern uns daher, öffentliche Auftritte zu machen und die Herbergsuche aufzuführen und damit uns selbst der Scheinheiligkeit zu überführen. Aufgrund der aktuellen Flüchtlingsbewegung, die Österreich zu bewältigen hat und der Weigerung unserer Gemeinde, Flüchtlinge aufzunehmen machen wir uns Gedanken darüber, wie auch wir unseren Beitrag dazu leisten können. Auch wir sind in Sorge und im Ungewissen angesichts der tausenden an Flüchtlingen, deren Integration, der Arbeitsplatz- und Wohnsituation, diese Sorgen sind ernst zu nehmen. Doch auch unsere Gemeinde soll, wie andere Orte, ebenfalls Flüchtlinge aufnehmen. Bei 4000 Einwohnern tun einige Flüchtlinge verteilt auf mehrere Häuser keinem weh. Es geht nicht nur um die gerechte Verteilung der Asylwerber sondern generell um Solidarität gegenüber Flüchtlingen, besonders jetzt in der Weihnachtszeit.
"Wir bitten die Verantwortlichen, Solidarität zu zeigen"
Wir bitten die Verantwortlichen, Solidarität zu zeigen und Möglichkeiten zur Unterbringung von einigen Flüchtlingen in Bramberg zu schaffen.
Wir wollen keine Heuchler und Scheinheiligen sein, die gedankenlos die biblische Geschichte aufführen. Der Sinn der Herbergsuche soll auch auf die heutige Zeit übertragen werden.
Für die Gruppe:
Helene Bachler
Maria Oberleitner
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