Cydalima perspectalis - Buchsbaumzünsler
Biodiversität im Pinzgau
- Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis)
- hochgeladen von Guntram Hufler
Dieser Falter gehört eigentlich gar nicht nach Europa – er wurde mit höchster Wahrscheinlichkeit eingeschleppt. In Europa tauchte er erstmals so um das Jahr 2009 auf. In Österreich gehen die ersten Sichtungen auf das Jahr 2011 zurück. Mittlerweilen kommt er flächendeckend in großer Zahl vor.
Das ursprüngliche Vorkommen beschränkte sich auf Ost- und Südasien. Also z. B. auf die Länder China, Japan, Korea, Indien.
Der Falter kam durch den Handel mit Pflanzen nach Europa. Wie so oft, ist die heimische Tierwelt auf solche „Neulinge“ nicht eingestellt. Wenn also nun Raupen dieses ausgesprochen schönen Falters auf den Buchsbäumen sitzen, werden (wurden) sie von den heimischen Vögeln nicht als Nahrungsquelle erkannt. Damit stieg aber die Überlebensrate der Raupen, die sich sodann verpuppten und wieder neue Falter hervorbrachten.
Die Vermehrung erfolgte explosionsartig!
Die Blätter des Buchsbaumes (Buxus sempervirens) an sich sind giftig. Die älteren, inneren Blätter sind giftiger als die äußeren.
Nachdem sich die Raupen im Jungstadium im Inneren der Bäume aufhalten, sind sie für Fressfeinde sehr unattraktiv. Ältere Raupen wandern dann nach außen und fressen mehr von den jungen, nicht so giftigen Blättern. Damit lagern sie aber auch weniger Gift ein und die Wahrscheinlichkeit, dass sich Fressfeinde herausbilden steigt.
Das schein aktuell auch gegeben. Man konnte bereits Meisen beim „Verzehr“ bzw. bei der Verfütterung solcher Raupen beobachten. Sie haben also im Laufe der Zeit diese Raupen auch als Nahrungsquelle erkannt.
Es wurden aber auch schon Feldwespen (Polistes dominula) beim Verzehr solcher Raupen beobachtet.
Es besteht Hoffnung, dass dieser Trend anhält.
Bis sich aber in der Natur ein Gleichgewicht einstellt, wird es noch einige Zeit dauern. Es ist ein frommer Wunsch, dass der eigene Buchs (ob Strauch oder Hecke) nicht befallen wird. Die Auswirkungen sind verheerend. Die Pflanzen werden kahlgefressen und sterben ab, weil neue Blätter nicht so rasch nachwachsen können.
Man erfährt von etlichen Bekämpfungsmethoden. Letztendlich wird es aber ohne einer Keule nicht gehen.
* Das „Abkärchern“ hilft nur kurzzeitig, weil die abgestrahlten Raupen den Weg wieder zurück finden.
* Ist de Buchs klein genug, kann man einen schwarzen Müllsack darüber stülpen und die Sonne einen Tag lang draufbrennen lassen. Die Raupen sterben ab – aber leider auch alles andere Getier, welches sich im Strauch aufhält.
* Es gibt ein erprobtes, biologisches Bekämpfungsmittel mit einem Bakterium. Die Brühe wird mehrmals über den Buchs ausgesprüht. Die Raupen gehen daran zugrunde und das Mittel richtet an anderen Lebensformen keinen Schaden an. Das Mittel wird im Handel unter dem Namen „Xentari“ geführt.
Mit der Plattform „observation.org“ kann man, wenn man Bilder hochlädt, auch gute Bestimmungen bekommen. Ein großer Vorteil ist, dass sich Experten im Hintergrund solche Meldungen auch ansehen und in der Regel auch definitive Bestimmungen machen (das System baut also nicht nur auf ein KI-Bilderkennung auf).
Schmetterlinge lassen sie sich gut fotografieren und es meistens auch möglich, mit unscharfen Bildern zu einem Bestimmungsergebnis zu kommen.
Observation.org bietet auch eine APP. Damit kann man also auch die guten Handykameras nutzen.
Laden Sie die observation org app herunter und legen Sie los. Es wird Ihr Naturerlebnis und -empfinden deutlich bereichern.
Wer mit einer Kamera unterwegs ist, kann später seine Funde auch auf der Homepage: www.observation.org hochladen.
Im Bio-Blitz „Biodiversität im Pinzgau“ wird alles gesammelt.
https://observation.org/bioblitz/17549/biodiversitat-im-pinzgau/
Damit kann jeder Einzelne einen Beitrag zur Artkenntnis beitragen.
Auf observation.org kann aber auch Jedermann (-frau) seine eigene, persönliche Fundstatistik haben.
Sie haben Interesse? Sie haben Fragen?
Mich erreicht ihr unter: guntram.hufler@gmail.com
Wo ich kann, werde ich gerne hilfreich zur Seite stehen!
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