Leserbrief
Wasenmoos: Unverantwortliches Hoteldorf der Luxusklasse

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Anmerkungen zu „Six Senses Kitzbühel Alps“: Natürlich wird die Hotelanlage „Six Senses“ am Pass Thurn nicht ins Wasenmoos gebaut. (Wer behauptet so etwas überhaupt?). Natürlich ist die Anlage (fast) fertig geplant und bewilligt.

Dennoch ist festzuhalten:

- Vor allem durch die Größe und die fehlende Pufferzone sind negative Auswirkungen auf das Wasenmoos zu befürchten. Moorverein Wasenmoos und Vertreter des Naturschutzes haben 2012 im direkten Gespräch mit Gemeinde und Planern vergeblich versucht, Änderungen zu erreichen.

- Die Sorge ist, dass nach der Aufwertung des Moores durch die Wiedervernässungen (2002 bis 2004 und 2010 in den durch den historischen Torfabbau beeinträchtigten Teilen) nun eine Abwertung durch die Beunruhigung erfolgen wird.

- Übrigens: Die meisten der jetzigen Besucher des Moores suchen die Stille, die Schönheit und die Besonderheiten dieser Idylle. Wie werden Einheimische und Gäste, oft Stammgäste, die über viele Jahre kommen, auf die Bedrängnis reagieren?

Wasenmoos braucht kein Hotelprojekt

Um Fehlmeinungen vorzubeugen: Das Wasenmoos verdankt seinen Bestand nicht der Errichtung dieses Projektes. Der Bestand des 2004 ausgewiesenen Ramsar-Gebietes, das eine internationale Anerkennung für wertvolle Feuchtflächen darstellt, mit dem darin enthaltenen, 1978 zum Naturdenkmal erklärten Wasenmoos, geht nicht auf einen 2006 durch die Projektbetreiber erfolgten finanziellen Beitrag zur Weidefreistellung im Wasenmoos zurück. Wohl kommt die Nichtbeweidung im Umfeld des Hackschnitzelweges den Besuchern entgegen, das gesamte übrige Feuchtgebiet wird ohnedies beweidet.

Der Hochmoor-Gebling braucht Blühflächen rund um das Moor. Diese müssen dem Hotelprojekt weichen,
  • Der Hochmoor-Gebling braucht Blühflächen rund um das Moor. Diese müssen dem Hotelprojekt weichen,
  • Foto: Kunnert
  • hochgeladen von Gudrun Dürnberger

Die am 3. Oktober 2019 abgehaltene Mahnwache sollte vor allem auf eines aufmerksam machen:
In der Zeit der Klimakrise muss, und da sind wir alle gefordert, das Handeln maßvoll und nach den ökologischen Erfordernissen erfolgen. Das heißt weg vom linearen Wirtschaftswachstums-Denken, das heißt auch weg von unnötigem Flächenverbrauch.

Bedrohung durch Bodenversiegelung

Die Planung dieses Hotelprojektes hat zu einer Zeit begonnen, als vielen die tatsächliche Bedrohung des Klimawandels offensichtlich zu wenig bewusst war, heute darf ein Hoteldorf der Luxusklasse im Zweitwohnbereich einfach nicht mehr in unser Denken passen. Dieses Dorf ist genehmigt, künftige Verantwortungsträger werden wohl klarer vor Augen haben müssen, dass eine tägliche Bodenversiegelung in Österreich in der Größenordnung des Naturdenkmals Wasenmoos nicht mehr tragbar ist.

Ist die Hoffnung Phantasie, dass sich potentielle Käufer der Chalets kritisch mit der Werbung, die mit ökologischen Begriffen arbeitet  (Luxus und Nachhaltigkeit passen wirklich nicht zusammen), auseinandersetzen und sich ihrer Verantwortung für unser aller Zukunft bewusst werden?

Wolf Kunnert
Moorverein Wasenmoos
Zell am See

Autor:

Gudrun Dürnberger aus Pinzgau

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