Klare Worte aus der Wirtschaft
"Oberösterreich muss KI & Industrie verbinden – und zwar jetzt"

Teodoro Cocca sprach über den "Status quo" in Europa und wie man sich für die Zukunft wappnet. | Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer
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  • Teodoro Cocca sprach über den "Status quo" in Europa und wie man sich für die Zukunft wappnet.
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"In den kommenden Jahren entscheidet sich, welche Regionen in Zukunft relevant bleiben, und welche von der Bildfläche verschwinden", so der Wirtschaftswissenschaftler Teodoro Cocca im Rahmen einer Oberösterreich-Standortpräsentation in Dresden. Der Fokus liege ganz klar in der Verbindung von künstlicher Intelligenz mit der Industrie. 

DRESDEN, OÖ. Am 11. Mai lud Landeshauptmann Thomas Stelzer zu einer "Oberösterreich-Standortpräsentation" ins Hotel Bilderberg Bellevue in Dresden ein. Dabei rückte er das Bundesland als wirtschaftlicher und kultureller Hotspot ins Rampenlicht. In seiner Eröffnungsrede verwies Stelzer auf die zwei Kernkompetenzen Oberösterreichs: "Innovation und Internationalität. Oberösterreich ist für ein Viertel aller Exporte aus Gesamtösterreich verantwortlich, die Industrie ist dabei unser Steckenpferd: Von der Stahlproduktion über die Luft- und Raumfahrt bis zur Automobilbranche bilden wir ein breites Spektrum ab." Als Standort großer Fabriken sei das Bundesland natürlich auch sehr energieintensiv, weshalb der Schwerpunkt auf autonome Energieformen wie Erneuerbare, Wasserstoffforschung und "Green Steel" gelenkt wird. "Aber es gibt ein Thema, um die sich in der Forschung momentan alles dreht: Künstliche Intelligenz. Dementsprechend handeln wir: In Oberösterreich gibt es aktuell 3.000 Studierende, die sich mit diesem Thema befassen. Unser Ziel ist es nun, das Know-how unserer schlauen Köpfe in unsere Industriebetriebe zu bringen", erklärt Stelzer.

Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer

Mit dem letzten Satz gab der Landeshauptmann den Anstoß für den nachfolgenden Vortrag von Wirtschaftswissenschaftler Teodoro Cocca von der Johannes-Kepler-Universität. Er analysiert, wie sich Regionen positionieren müssen, um am Weltmarkt weiterhin eine Rolle zu spielen. Dabei beleuchtete er auch den "Status quo" in Europa. "Die größte Schwäche unseres Kontinents ist die Produktivität. Ein Beispiel: Kalifornien hat in etwa halb so viele Einwohner wie Deutschland, aber das Bruttoinlandsprodukt des Bundesstaates liegt nicht weit hinter dem unseres Nachbarn: Das BIP pro Kopf ist beinahe doppelt so hoch", erläutert Cocca. Ein Weg oder laut Cocca sogar "der Weg", wie Europa aufholen kann, ist die Verbindung von Künstlicher Intelligenz mit der vorhandenen Industrie. "Es braucht Investitionen in die Forschung und die Bereitschaft der Industriekonzerne, sich mit Start-ups zusammenzusetzen. Wir haben in Oberösterreich zum Beispiel Top-Universitäten und Top-Betriebe – die Bausteine liegen bereit. Sie müssen nur zusammenfinden. Und es ist die Aufgabe der Politik, hier nachzuhelfen. Sonst verschlafen wir diese Entwicklung."

Erfolg mit "heimischen Lösungen" forcieren

Nach diesem Vortrag des Experten begrüßte Moderatorin Katrin Hinterreiter drei Experten zu einem Dialog auf die Bühne: Thomas Horn von der Wirtschaftsförderung Sachsen, Martin Sigmund von Siemens Energy Linz und Albert Ortig von NXAI. Ortig ist Geschäftsführer des KI-Unternehmens aus Oberösterreich, das sich zum Ziel setzt, rein europäische KI-Lösungen für die heimische Industrie zu entwickeln.

"Wir müssen unabhängiger werden und beim Thema Industrie-KI schnell zum Vorreiter werden. Die USA haben mit ChatGPT und Co. bereits Konsumenten-Produkte für sich entdeckt. Wir müssen nun selbst aktiv werden und mit unseren Lösungen unsere Leitbetriebe versorgen." – Albert Ortig, Geschäftsführer von NXAI

Dabei fordert er von der Politik die "Förderung der Besten": Vor allem vielversprechende KI-Unternehmen mit Top-Lösungen müssen schnell marktfähig gemacht werden – mit der entsprechenden Unterstützung. Dabei ist auch Schnelligkeit gefragt.
Für Martin Sigmund, Vice President von Siemens Energy mit Standorten in Linz und Dresden, zählt primär eines: "Eine Neuheit ist erst dann innovativ, wenn sie in der Praxis ankommt. Es bringt nichts, gute Lösungen zu haben, die aber im Industriealltag nicht umsetzbar sind. Da braucht es ein Zusammenwirken und Gespräche auf Augenhöhe zwischen KI-Profis und Industriebetrieben." 

Moderatorin Katrin Hinterreiter, Thomas Horn (Wirtschaftsförderung Sachsen), Martin Sigmund (Siemens Energy) und Albert Ortig (NXAI). | Foto: Land OÖ/Max Mayrhofer
  • Moderatorin Katrin Hinterreiter, Thomas Horn (Wirtschaftsförderung Sachsen), Martin Sigmund (Siemens Energy) und Albert Ortig (NXAI).
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Firmen brauchen "Beinfreiheit"

Abschließend sieht Thomas Horn von der Wirtschaftsförderung Sachsen die Politik am Zug: "Die Unternehmen brauchen mehr Beinfreiheit, weniger Restriktionen. Und vor allem muss sich Europas Wirtschaftsstrategie an sich verändern, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Know-how Europas muss in Europa bleiben. Es braucht neue Technologien und klare Strategien." Abschließend beendete Horn seine Ausführungen mit einem abgewandelten, aber dennoch bekannten Zitat aus Deutschland: "Wir schaffen das – denn wir haben das Know-how dazu."

Im Rahmen der Sachsen-Reise traf sich Landeshauptmann Thomas Stelzer mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer:

"Starke Regionen müssen geeint auftreten"
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Die Krebshilfe Oberösterreich bietet umfassende Hilfe für Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen. | Foto: Krebshilfe OÖ
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Krebshilfe OÖ
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