Leistung
Rohrbacher ist seit unglaublichen 80 Jahren bei der Feuerwehr

 Johann Hollin (96) aus Rohrbach-Berg ist seit 80 Jahren aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und war davon 36 Jahre im Kommando als Kassier tätig.
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  • Johann Hollin (96) aus Rohrbach-Berg ist seit 80 Jahren aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und war davon 36 Jahre im Kommando als Kassier tätig.
  • Foto: Huber Springer Jun.
  • hochgeladen von Helmut Eder

So etwas gibt es nur selten: Der 96-jährige Johann Hollin ist seit 80 Jahren bei der Feuerwehr Rohrbach. Die Kameradschaft ist ihm wichtig.

ROHRBACH-BERG. Die BezirksRundSchau war zu Besuch bei Johann Hollin in der Berggasse. Der rüstige, 96-Jährige, der am 5. Dezember Geburtstag feiert, wohnt dort alleine in seinem Einfamilienhaus. Grund unseres Besuches: Hollin ist seit 80 Jahren aktives Mitglied bei der Feuerwehr, davon 36 Jahre im Kommando als Kassier. 
Laut Auskunft des Landesfeuerwehrkommandos gibt es im Bundesland nur noch vier weitere Kameraden, welche 80 Jahre oder länger bei der Feuerwehr sind. „Bis vor dem ersten Lockdown ist der Vater noch mit dem Auto gefahren“, berichtet sein Sohn Hubert. „Nur das Gehen lässt inzwischen ein bisschen nach“, erklärt Johann Hollin dem Besucher und ergänzt: "Beim Nachdenken muasst ma hoit auch a bisserl mehr Zeit geben."

Militärdienst stoppt Feuerwehraktivität

Mit Begeisterung beginnt Hollin zu erzählen. Am 1. April 1941 kam er als 17-Jähriger zur Feuerwehr, ein Jahr später musste er zum Militär. 1943 war er unweit von Moskau im Dienst, als er bei einem Einsatz „als Späher“ von einer Handgranate am Oberschenkel verletzt wurde. „Dass ich ins Lazarett kam, brachte mich weg von der Front und hat mir wahrscheinlich das Leben gerettet. Mit einem Viehwaggon ging es Richtung Heimat, zuletzt ins Kriegslazarett nach St. Valentin. Den Kriegssplitter habe ich jetzt noch im Oberschenkel“, berichtet er. Nach der Genesung musste er im Frühjahr 1944 in Südfrankreich erneut an die Front. Dort entrann er bei einem Angriff ein zweites Mal knapp dem Tod. Anfang Februar 1946 kam er schließlich erneut nach St. Valentin, wo er freigelassen wurde.

Kriegsdienst hinterließ Spuren

„Ein Lkw-Fahrer hat uns ins nördliche Mühlviertel mitgenommen", erzählt Hollin von seiner beschwerlichen Heimreise. Zuletzt ging es zu Fuß nach Rohrbach. Viele Menschen, darunter gute Kameraden, seien neben ihm an der Front gestorben. Diese Bilder kommen ihm oft in der Nacht unter. Aber das erzähle er kaum jemanden: „Weil es keiner verstehen würde, der nicht dabei war.“ Eine Uniform ziehe er nie wieder an, habe er zu Kriegsende geschworen. Bei der Feuerwehr machte er jedoch eine Ausnahme: „Denn da steht die Kameradschaft im Mittelpunkt.“

Kameradschaft im Mittelpunkt

Viele Einsätze sind ihm in Erinnerung geblieben, darunter Brände von Bauernhöfen, später auch technische Einsätze und Verkehrsunfälle. „Der erste Einsatz mit dem ersten Tankwagen war schon etwas Besonderes“. Was er an seiner Zeit bei der Feuerwehr besonders geschätzt hat? Die gute Kameradschaft und die Freundschaft, die weit über die Feuerwehr hinausging. Gerne denkt der 96-Jährige auch an das gesellige Beisammensein nach Kommandositzungen oder bei den Arbeitstagungen zurück.

Weiterhin am Feuerwehrwesen interessiert

Bei der letzten Hauptversammlung vor dem Corona-Lockdown 2019 war er noch dabei. Nun verfolge er alle Aktivitäten in der Feuerwehr-Zeitung und auf der Feuerwehr-Hompage. „Mittlerweile weiß ich, dass man im Internet bereits Minuten nach einem Alarm nachlesen kann, um welchen einen Einsatz es sich handelt“, erzählt er. „Mir hat er zu meiner kürzlich verliehenen Auszeichnung gratuliert. Der Hans ist immer noch rege am Feuerwehrwesen interessiert“, freut sich der Rohrbacher Feuerwehrkommandant Martin Wakolbinger. Hollins Kameraden beschreiben ihn als humorvoll und gesellig: „Wir freuen uns, dass er bei der Feuerwehr ist“, so der Tenor.

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