Mosthütte in Rohrbach-Berg
Wirtshaus außerhalb des Zentrums ist für diesen Wirt kein Nachteil
- Mosthüttenwirt Simon Kriegner verwöhnt seine Gäste gerne mit einem schmackhaften Sauren Teller mit Sulz und Rindfleisch.
- Foto: Helmut Eder
- hochgeladen von Helmut Eder
Eine Dialektkarte, hausgemachtes Essen und Kekse im Sommer: Das und vieles mehr erwartet die Gäste in der Mosthütte in Rohrbach-Berg.
ROHRBACH-BERG. Greste Knedl mit Oa, brone Blunznradln mit Erdäpfö und Zwifö af grean Solot oder gfüde Putnroin: Wer sich die Speisekarte sowie das wechselnde Mittagsmenü im Gasthaus Mosthütte anschaut, fühlt sich sofort heimisch. Denn hier wird nicht nur regional gekocht und gesprochen, sondern auch im hiesigen Dialekt geschrieben. "Die Mundart ist das, was die Region ausmacht. So reden wir und so schreiben wir", erklärt Chef Simon Kriegner. Bei den Gästen kommt das gut an: "Viele schmunzeln bei der Suche nach dem passenden Gericht. Und: Dadurch wird die Karte wirklich gelesen und nicht nur überflogen", sagt der 32-Jährige. Wert legt er auch darauf, dass die Zutaten für die bodenständige Hausmannskost aus der näheren Umgebung stammen.
"Bei uns gibt es nichts aus dem Sackerl. Das Gemüse ist frisch, und die Gemüselaibchen bereiten wir selbst zu", betont der Rohrbach-Berger. Der Speck, Säfte, Liköre, der Nussgeist und vieles weitere stammt ebenfalls aus eigener Produktion. Nachdem Kriegner gelernter Bäcker- und Konditormeister ist, gibt es auch hausgemachte Kuchen und Torten für den Nachmittagskaffee. "Egal, ob Hochzeit, Taufe, Geburtstag oder für einen anderen Anlass: Auf Anfrage backe ich gerne eine Torte im passenden Design."
- Simon Kriegner bäckt Torten für den passenden Anlass.
- Foto: Mosthütte Rohrbach
- hochgeladen von Sarah Schütz
Und wer gerne Kekse isst, jedoch nicht bis Weihnachten warten will, ist hier ebenfalls richtig: Schon im Sommer backt der Wirt die ersten Exemplare. Mit leeren Keksdosen kann man dann zur Mosthütte kommen und sich diese dort selbst nach Belieben füllen.
Gastgarten ohne Autolärm
Die Mosthütte befindet sich nicht direkt im Zentrum von Rohrbach-Berg. "Etwa eineinhalb Kilometer trennen uns vom Stadtplatz, was aber nicht unbedingt ein Nachteil ist: Die Gäste schätzen den großen und ruhigen Gastgarten – ganz ohne Autolärm, dafür mit einem Spielplatz für die Kinder." Das traditionelle Wirtshaus ist zudem ein Knotenpunkt für Wanderungen: "Verschiedene Wanderwege in der Umgebung führen bei der Mosthütte vorbei." So bietet Kriegner neben vollwertigen, warmen Speisen auch Jausenschmankerl an. Besucher dürfen sich unter anderem auf ein "Saus Rindviech", eine "Essiwurscht" und auch vegetarische Gerichte wie eine "Vegi Schissl" oder eine "Kasjausn" freuen.
Wirt aus Leidenschaft
Für Taufen, Zehrungen oder Feiern im kleinen Rahmen ist in der Mosthütte ebenfalls Platz. "Ich freue mich, wenn etwas los ist und ich unter Menschen bin. Bei mir muss sich einfach immer etwas tun. Deshalb habe ich mich 2020 dazu entschieden, das Wirtshaus zu übernehmen", berichtet Kriegner der im Gastrobereich schon viele Erfahrungen sammeln konnte: "Meine Eltern haben früher die Kantine in der Stockhalle betrieben – da war mithelfen angesagt. Neben meiner Lehre hatte ich auch immer wieder Nebenjobs in der Gastronomie."
Über den Spruch "Wer nichts wird, wird Wirt" muss er 32-Jährige schmunzeln. "Solche Meldungen darf man nicht ernst nehmen. Denn hinter unserem Job steckt mehr, als der eine oder andere denkt. Vor allem der bürokratische Aufwand wird immer mehr." Nichtsdestotrotz betreibt der Rohrbach-Berger das Gasthaus gerne und freut sich, seinen Gästen vieles bieten zu können.
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