Kinder stärken
Gegen Mobbing - Wie Kampfsport den Selbstwert im Kind stärkt
- Wie Kampfsport betroffenen Kindern helfen kann erklären zwei erfahrene Experten und Kindertrainer im Gespräch mit MeinBezirk Salzburg.
- Foto: Christin Fiedler
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Schüchterner Rückzug, Tränen im Kindergarten und gemeine Worte auf dem Schulhof – das Thema Mobbing zerstört das Selbstwertgefühl junger Menschen nachhaltig. Wie Kampfsport betroffenen Kindern helfen kann, angestaute Emotionen gesund zu kanalisieren und verlorenes Selbstvertrauen zurückzugewinnen, erklären zwei erfahrene Experten und Kindertrainer im Gespräch mit MeinBezirk Salzburg.
SALZBURG. Falko Riedrich, Trainer mit 16 Jahren Erfahrung in der stationären Jugendhilfe und Trainer bei dem Kampfsportverein „Groundfighter“, weiß um die dramatischen Konsequenzen.
„Mobbing zerstört das Selbstwertgefühl junger Menschen komplett.“, erklärt er. Der permanente Stress im schulischen oder digitalen Raum führe bei Jugendlichen ab zehn Jahren oft zu schweren psychischen Erkrankungen. Beim Trainingsstart zeige sich das Trauma deutlich. Während einige Kinder voller Energie sofort Ablenkung suchen, ziehen sich andere verängstigt auf die Zuschauercouch zurück.
Der Boxsack als Ventil für die Wut
Dass Schikanen und Ausgrenzung immer häufiger schon die Allerjüngsten betreffen, bestätigt auch Christin Fiedler. Sie ist seit 15 Jahren bei Weltmeisterschaften aktiv, mittlerweile selbstständig und als ausgebildete Pädagogin und Muay Thai Trainerin mobil in Kindergärten und Schulen unterwegs.
Bei ihren Kursen kann es schnell mal laut und turbulent werden, was das Training anfangs zu einer echten emotionalen Anstrengung für sensible Kids machen kann. Ein zentraler Punkt im Kampfsport ist das bewusste Umleiten von Frust und eigenen aggressiven Verhaltensweisen, die durch den Mobbingstress entstehen. Zeigt ein Kind im Training Aggressionen, lenkt Fiedler diese Energie sofort um: Das Kind darf die Wut gezielt am Boxsack auslassen oder kontrolliert auf die Schlagpolster (Pratzen) an ihren Händen schlagen.
„Kampfsport alleine reicht als Lösung bei Mobbing oft nicht aus“, stellt die Pädagogin und Trainerin klar.
„Aber es ist extrem wichtig, weil die Kinder sich hier richtig abreagieren können und ihren eigenen Körper wieder besser wahrnehmen.“, erklärt sie weiter.
Gemeinschaft ab der ersten Minute
Der allererste Schritt im Training ist das unbeschwerte Ausprobieren, um ein Gefühl für die eigene Kraft zu bekommen. Riedrich betont dabei den Wert von einfachen Basics wie einem Purzelbaum.
„Sport holt die Kids zurück in den realen Körper. Kleine Erfolgserlebnisse bauen spielerisch die Ängste vor den Augen der Gruppe ab.“
Falko Riedrich, Trainer bei „Groundfighter“
- Für beide Trainer spielen feste Rituale, Disziplin, Respekt und der Teamgeist eine tragende Rolle.
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Für beide Trainer spielen feste Rituale, Disziplin, Respekt und der Teamgeist eine tragende Rolle. Eltern bemerken oft schon nach wenigen Monaten eine enorme positive Veränderung an ihren Schützlingen – allen voran eine stark verbesserte Selbstwahrnehmung und ein neues, deutlich offeneres Auftreten im Alltag. Dabei können die Kinder die erlernten Werte und Fähigkeiten im Alltag anwenden und auch für das zukünftige Leben gewisse Verhaltensweisen erlernen und beibehalten.
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