Einigung - Kompromiss sichert Zukunft
Rudolfshütte schützt Natur und sichert Jobs
- Wilfried Holleis, Landeshauptfrau-Stellvertreterin Svazek (FPÖ), Bürgermeister (SPÖ) Hannes Lerchbaumer
- Foto: MeinBezirk
- hochgeladen von Michael Kretz MSc
SALZBURG / UTTENDORF. Die Erweiterung der Rudolfshütte im Pinzgau auf künftig 576 Betten ist endgültig abgesichert. Mit Ablauf der Einspruchsfrist am 21. November hat der neue Feststellungsbescheid nach dem UVP-Gesetz volle Rechtskraft erlangt. Damit steht fest: Für den Ausbau ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig und der Betrieb kann ohne Verzögerungen in die Zukunft geführt werden.
Svazek - Abschluss eines Kraftakts
Nach intensiven Monaten zeigt sich Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) zufrieden. Die Einigung sichert nicht nur Arbeitsplätze und Tourismusinfrastruktur, sondern stellt auch sicher, dass Umweltaspekte berücksichtigt werden.
„Es war ein Kraftakt, aber im Sinne der Region, der Wirtschaft und des Naturschutzes ein großer Erfolg - Die Rudolfshütte kann damit in eine stabile Zukunft blicken, betont Svazek.
Kompromiss zum Schutz der Umwelt
Um einen erneuten Rechtsstreit zu vermeiden, suchten die Behörde, die Antragsteller und LUA das direkte Gespräch. In mehreren Verhandlungsrunden gelang schließlich ein Kompromiss, der sowohl Naturschutz als auch Standortinteressen berücksichtigt. Vereinbart wurden drei zentrale Maßnahmen.
- Vogelschutz für die Glasfassade, spezielle Markierungen und bauliche Anpassungen sollen Vogelanprall verhindern.
- Reduzierung störender Beleuchtung, insbesondere an Fenster- und Glasflächen, um die Lichtemissionen zu minimieren.
- Besucherlenkung mit neu ausgewiesener Ruhezone, eine Zone nach Naturschutzgesetz §27 Abs. 3, die das Land nun ausarbeiten und festlegen wird.
Die LUA verzichtete aufgrund dieser Vereinbarungen auf einen Einspruch – ebenso wie sämtliche NGOs.
Bedeutung für die Region
Der Fortbestand der Rudolfshütte ist für den Oberpinzgau von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Rund 100 Arbeitsplätze im Winterbetrieb sowie zahlreiche indirekte Jobs in Uttendorf und den umliegenden Gemeinden hängen an Hotel, Seilbahn und Skigebiet. Ein Scheitern des Projekts hätte massive Folgen für die gesamte Region gehabt.
Durch die jetzt vorliegende Rechtssicherheit kann Holleis die Wintersaison planmäßig durchführen und gleichzeitig Gespräche mit Investoren für zukünftige Entwicklungsschritte fortsetzen.
Ein jahrelanger Weg zur Rechtssicherheit
Bereits 2024 stellte Eigentümer Dr. Wilfried Holleis erstmals einen Antrag auf Feststellung, ob der Ausbau der Bettenzahl UVP-pflichtig sei. Die Salzburger Landesregierung, damals wie heute zuständige Behörde, kam zum Ergebnis, dass es sich um eine Erweiterung eines bestehenden Hotels handelt und daher trotz Erhöhung über die 500-Betten-Schwelle keine UVP einzuleiten ist. Der Bescheid vom 13. Juni 2024 wurde allerdings von der Landesumweltanwaltschaft (LUA) beeinsprucht. Holleis zog seinen Antrag daraufhin zurück, wodurch der Bescheid im Dezember 2024 vom Bundesverwaltungsgericht ersatzlos aufgehoben wurde.
Neuer Antrag – gleiche Bewertung
Am 24. Juni 2025 folgte der zweite Anlauf. Inhaltlich blieb das Projekt unverändert: die Erweiterung auf 576 Betten. Auch diesmal prüfte die Behörde eingehend und kam erneut zum Schluss, dass eine UVP nicht erforderlich ist. Die LUA äußerte jedoch Bedenken und befürchtete ökologische Auswirkungen durch die erhöhte Bettenkapazität.
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